2. Mai 2024 / Lokales

Schimmelskandal in DRK Kita Schatzinsel: Elternbeirat erhebt schwere Vorwürfe

Tragfähigkeit des Trägers wird in Frage gestellt

Der Elternbeirat der DRK Kita Schatzinsel Neubeckum erhebt schwere Vorwürfe gegen den Träger der Einrichtung. Diesem werden mangelnde Transparenz in der Kommunikation und resultierend die Verantwortung für Erkrankungen von Kindern vorgeworfen.

Der Elternbeirat der DRK Kita Schatzinsel in Neubeckum wandte sich am 18. April 2024 mit einer Unterstützungsanfrage an die Stadt Beckum und den Träger der Einrichtung, den DRK Kreisverband Warendorf-Beckum e. V.
Im Rahmen dieser Anfrage wurde auf "unzumutbare Missstände" der DRK Kita Schatzinsel hingewiesen.
Die heftigen Regenfälle gegen Ende 2023 führten zu Feuchtigkeitsschäden am Gebäude. Sowohl der Träger als auch der Investor ergriffen sofortige Maßnahmen zur Trockenlegung der Kita. Trotz dieser Bemühungen trat ein massiver Schimmelbefall in der Einrichtung auf. 

Raumluftmessungen im Januar

Der DRK Kreisverband Warendorf-Beckum e.V. habe den Elternbeirat zu einem Gespräch am 25. April 2024 eingeladen, um diesem persönlich eine vorbereitete Stellungnahme vorzutragen und zusammen eine einvernehmliche Lösung zu finden.
Im Rahmen dieses Gespräches sei dem Elternbeirat erstmalig durch Dr. Karl-Uwe Strothmann, Präsident des DRK Kreisverband Warendorf-Beckum e.V., aus dem Raumluftmessungsbericht vom 19. Januar 2024 vorgelesen worden. Laut des Berichts, wurde an einem Messpunkt eine Gesamtsporenbelastung von 636.000 KBE/m³ festgestellt. Der überwiegende Anteil der Sporen sei der gesundheitsgefährdenden Schimmelpilzspore Aspergillus Penicillium zuzuordnen. Die Kita wurde aufgrund der Ergebnisse ab dem 24. Januar geschlossen. 

Schwere Vorwürfe

Bereits vor dem Gespräch mit dem Träger habe der Elternbeirat ein fachkundiges biologisches Institut konsultiert. Bei einer Gesamtsporenbelastung von > 1.000 KBE/m³ (Koloniebildende Einheiten/m³) sei in Abhängigkeit von weiteren Faktoren der Aufenthalt in solch belasteten Räumen nicht mehr, bzw. lediglich kurzweilig mit entsprechender Schutzausrüstung empfohlen. Der Elternbeirat stellte dar, dass die Messergebnisse den Eltern und auch Erzieherinnen und Erziehern über Monate und teilweise trotz Nachfrage vorenthalten worden seien. So stellten sie dem Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien (KJF) folgende Fragen:

  1. "Ist bei so einer Vorgehensweise der DRK Kreisverband Warendorf-Beckum e.V., bzw. deren verantwortlicher Leiter noch tragbar als Leiter von Kita-Einrichtungen?"
  2. "Ist eine Sanierung des DRK-Schatzinsel-Gebäudes bei so einer massiven Schimmelbelastung der richtige Ansatz oder sollte nicht ggfs. über einen Abriss und einen Neubau nachgedacht werden?“

Bewegende Worte einer betroffenen Mutter

In einer weiteren Anfrage richtete die Mutter eines erkrankten Kindes bewegende Worte an den Ausschuss. Mit Tränen in den Augen berichtete sie von ihrem vergeblichen Versuch, den Raumluftmessbericht für die behandelnde Pneumologin ihres erkrankten Sohnes zu erhalten. Sie kritisierte außerdem das abwertende und ignorierende Verhalten des DRK. Ihr Sohn sei möglicherweise aufgrund des Verhaltens des DRK lebenslang erkrankt, in seiner Lebensqualität erheblich eingeschränkt und gelte laut Gesetzdefinition nun als „behindert“. Sie fragte, warum die Ergebnisse nicht sofort weitergegeben wurden, und warf dem DRK vor, dass es den eigenen Profit über die Gesundheit der Schutzbefohlenen und Mitarbeiter stelle. 

Im persönlichen Gespräch mit dem Elternbeirat am 25. April, versicherte Dr. Karl-Uwe Strohtmann bereits, dass alle Eltern sowie die Ärzte von erkrankten Kindern nun auf Anfrage Einsichtnahme in die Berichte erhalten werden.

Weiteres Vorgehen der Stadt Beckum

Abschließend betonte Olaf Schulte, Fachbereichsleiter Jugend und Soziales, die Notwendigkeit einer detaillierten Untersuchung des Sachverhalts. Die Fragen, die der Elternbeirat dem Ausschuss gestellt hat, müssen gründlich bearbeitet und diskutiert werden. Außerdem äußerte er sein Mitgefühl für die Anliegen des Elternbeirats und der betroffenen Mutter. Er versicherte, dass die Verwaltung den Sachverhalt gewissenhaft und in enger Zusammenarbeit mit dem DRK aufarbeiten werde. Das Thema wird im nächsten KJF Ausschuss am 13. Juni 2024 erneut aufgegriffen.

Foto: Symbolbild

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