13. November 2019 / Allgemeines

Öffnungszeiten der Kindertageseinrichtungen standen im Fokus

Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien

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In der Sitzung des Ausschusses für Kinder, Jugendliche und Familien erfolgte die Beratung des Haushaltes für diesen Bereich, der ausgeglichen ist, zu dem es keine Fragen gab und der einstimmig beschlossen wurde. 

Heftig diskutiert wurden jedoch die Öffnungszeiten der Kindertageseinrichtungen, wobei die Verwaltung anhand von Umfrageergebnissen darüber informierte, dass der überwiegende Teil der Eltern Bedarf sehe, die Kinder bereits um 7:00 Uhr in die Einrichtung zu bringen. Dass die Öffnungszeiten nicht optimal sind, darüber waren sich alle Fraktionen einig, konnten jedoch keine Lösung finden, da diese auf Landesebene herbeigeführt werden müsste.

Einstimmig angenommen wurde der Antrag der SPD, den Jugendamtselternbeirat mit einem Budget von 1.000 Euro auszustatten. Die FWG forderte zudem vor Beginn eines Betreuungsjahres eine Informationsveranstaltung anzubieten, in der sich die Vertreter der Kindertagesstätte, der Elternschaft und des Jugendamtselternbeirats austauschen können.

Der Bericht der Verwaltung umfasste die Eröffnung des Alten E-Werkes nach Renovierung sowie die Bekanntgabe, dass die Gewerbe für den Umbau des Freizeithauses Neubeckum vergeben sind und dies Mitte 2020 umgestaltet sein soll.

Aufhorchen ließen die Vertreter aus dem Fachdienst Kinder- und Jugendhilfe die Anwesenden, als sie die Zahlen im Bereich des Kinderschutzes präsentierten. In der Bundesrepublik Deutschland gab es im Jahr 2018 insgesamt 157.000 Fälle einer Gefährdungseinschätzung und 50.000 betroffene Kinder, bei denen es eine Kindeswohlgefährdung gab, also in einem Drittel der Fälle, die im Vergleich zu den Vorjahren proportional angestiegen sind. Anders verhält es sich erschreckenderweise in Beckum. Im Jahr 2018 gab es 111 gefährdete Kinder- und Jugendliche bei denen 51 der Kindeswohlgefährdung zugeordnet wurden. Im Jahr 2019 (Stand 25. Oktober) stieg diese Zahl auf 148 Fälle von denen 80 der Kindeswohlgefährdung ausgesetzt waren. „Wir sind überrascht von dieser Entwicklung“, so Bernadette Förtsch vom Fachdienst Kinder- und Jugendhilfe. Betroffen waren hier in zahlreichen Fällen Familien mit mehreren Kindern. Die Fraktion der FWG forderte die Verwaltung auf dafür zu sorgen, dass der Fachdienst Kinder- und Jugendschutz personell und organisatorisch für diesen Bereich bestmöglichst aufgestellt wird. „Eine freie Stelle in diesem Bereich ist bereits ausgeschrieben“, so Herbert Essmeier vom Fachbereich Jugend und Soziales.

Bernadette Förtsch trug Beispiele von Fällen des sexuellen Kindermissbrauchs, körperlicher und häuslicher Gewalt vor, die in Beckum geschehen sind. „Der größte Anteil der Gefährdung liegt in häuslicher Gewalt“, so Förtsch. Gute präventive Angebote seien hier gefragt und auch niederschwellige Angebote für Männer, die Hilfe suchen.

 

Von: Elisabeth Eickmeier

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