7. April 2024 / Politik

Umweltbewusstsein vor Ort: Bündnis 90 / Die Grünen besuchen Zementwerk Holcim

Umweltschutz im Fokus

Es folgt eine Meldung des Ortsverbands Bündnis 90 / Die Grünen:

Der Beckumer Ortsverband Bündnis 90 / Die Grünen besuchte das örtliche Zementwerk Holcim am Kollenbach. Im Fokus sollte die CO 2 Abscheidung, das sog. Carbon Capture and Storage (CCS) stehen, eine Möglichkeit den klimaschädlichen Kohlenwasserstoff, der prozessbedingt bei der Zementproduktion nicht zu verhindern ist, abzuscheiden und zum Beispiel im Erdreich zu lagern. Denn um Umweltkatastrophen wie die Starkregenereignisse im Ahrtal oder Dürreperioden zu verhindern, ist es erforderlich kein CO 2 (Kohlendioxid) zu emittieren. Die Lösung liegt auf der Hand: Eine Elektrifizierung möglichst aller Sektoren. Dafür bedarf es des Ausbaus von großen Windrädern, Freiflächenphotovoltaik und Photovoltaikanlagen an Fassaden und Dächern. „Auch die Zementindustrie will ihren Beitrag leisten,“ so der Werkleiter Jan Peters.

Denn auf Zement kann derzeit schwerlich verzichtet werden. „Weltweit wird jährlich die Fläche der Größe der Stadt New York bebaut,“ erzählt Sabrina König, Umweltbeauftragte des Unternehmens.“ Derzeit verfeuert die Firma Holcim überwiegend Siedlungsabfall, sprich Gelbe Säcke, das sei natürlich besser als Kohle zu verbrennen. Durch eine Vernässung (Änderung der Kunststoffe) des Materials wird dies aber zunehmend schwieriger.“

Eine Herausforderung ist, dass CO2 Zertifikate immer teurer werden, bis 2034 der Zertifikatshandel komplett eingestellt wird. Bis dahin stehen viele Unternehmen unter Druck andere Verfahren zu entwickeln. Die Firma Holcim steht kurz vor der Zulassung von Recyclingzement. Das bedeutet das dem Zement ein Anteil von 20 % recyceltem Material zugesetzt wird. Auch Hüttensand wird eingemischt.

Wie das nicht zu verhindernde flüssige, abgeschiedene Kohlendioxid entsorgt werden kann, bleibt spannend. Viele LKW- Transporte möchte man nicht und Züge sind aufgrund der fehlenden Infrastruktur ebenfalls ungeeignet. Da wird es wohl auf eine Pipeline hinauslaufen müssen. Eine einfachere Lösung wäre das CCUS, bei der die Weiterverwendung des Kohlendioxids, zum Beispiel in der chemischen Industrie als Rohstoff, erfolgen könnte, so Jan Peters.

Die Bemühungen um gute Renaturierungsmaßnahmen der sogenannten Baggerlöcher wurden den Grünen ebenfalls zufriedenstellend erläutert. Sie werden die Maßnahmen in den kommenden Jahren mit Interesse verfolgen.

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