22. April 2024 / Lokales

Beckum feiert 800 Jahre Stadtgeschichte

Ein Rückblick auf die Anfänge und die Bedeutung der Stadtfreiheit

Die Stadt Beckum feiert in diesem Jahr ihr 800-jähriges Bestehen. Ob aber 1224 tatsächlich das Jahr der Stadtgründung war, ist nicht eindeutig geklärt, zumindest hat man bisher noch keine entsprechende Urkunde gefunden. In einem Dekret des Jahres 1224, ausgestellt von Dietrich III., der von 1218 bis 1226 Bischof in Münster war, wird Beckum oder Bekehem, wie es damals hieß, unter den befestigten Orten des Münsterlandes aufgeführt. Der Bischof hatte den Städten seines Bistums, darunter auch Münster, Warendorf, Ahlen und Beckum verboten, Hörige des Klosters Marienfeld aufzunehmen.

Im Mittelalter wollten viele Leibeigene, die auf den Höfen von Grundherren, in diesem Fall auf den Höfen des Klosters Marienfeld lebten, in eine Stadt ziehen, um dort ein freies Leben zu führen. Wenn es ihnen gelang, ein Jahr lang in der Stadt zu leben und der Grundherr sie nicht zurückforderte, dann galten sie als frei. Sie konnten zu Stadtbürgern werden und erhielten entsprechende Bürgerrechte. „Stadtluft macht frei“, dieser Satz lockte so manchen Unfreien vom Land in die Stadt. Da Bischof Dietrich Beckum im Jahre 1224 zu den befestigten Städten zählte, kann man wohl davon ausgehen, dass Beckum zu dieser Zeit schon die Stadtrechte besaß.

Das Kloster Marienfeld war 1185 gegründet worden und besaß in dieser Zeit schon eine Vielzahl an Bauernhöfen, die zu bewirtschaften waren. Der Bischof hatte ein besonderes Interesse am Kloster Marienfeld, hatte er doch selbst die Kirche des Klosters im Jahre 1222 eingeweiht. Als Landesherr hatte er Sorge, dass zu viele Eigenhörige das Kloster verließen und dass sie dann als Arbeitskräfte fehlten. So ist es zu erklären, dass er 1224 ein Dekret erließ, dass den umliegenden Städten verbot, diese Menschen in ihren befestigten Städten aufzunehmen. Die Urkunde mit dem Erlass befindet sich heute im Landesarchiv Münster.

In den letzten Jahrzehnten, besonders nach dem 2. Weltkrieg, kamen immer wieder Menschen aus aller Welt nach Beckum. Als Vertriebene oder Flüchtlinge nach dem 2. Weltkrieg, als Gastarbeiter und seit einigen Jahren als Kriegsflüchtlinge suchten sie Arbeit und Schutz und haben hier letztlich eine neue Heimat gefunden. Im Jahre 2024 können wir nun gemeinsam das 800-jährige Stadtjubiläum von Beckum feiern.

Text von Maria Sudbrock des Heimat- & Geschichtsvereins Beckum e.V.

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