12. Februar 2021 / Meldung der Stadt Beckum

Keine Grabsteine aus Kinderhand in Beckum

Steuerungsgruppe Fairtrade begrüßt Umsetzung des Bestattungsgesetzes bei Stadt Beckum

Es ist ein Thema, das selten mit dem fairen Handel oder Kinderarbeit in Verbindung gebracht wird. Und doch stammt ein Großteil der hierzulande aufgestellten Grabsteine aus Indien oder China und damit vielfach aus Kinderhand. „Wir möchten dazu beitragen, dass auf den Beckumer Friedhöfen nur noch zertifizierte und verlässlich kinderarbeitsfreie Grabsteine aufgestellt werden, so wie es das geänderte Bestattungsgesetz des Landes NRW fordert“, schildert Antje Ruhmann das Ziel der Fairtrade Steuerungsgruppe.

Trotz der besonderen Bedingungen in der Corona-Pandemie hat die Steuerungsgruppe Fair- trade die Arbeit auch im neuen Jahr aufgenommen und erstmals virtuell getagt. Aufgegriffen wurde unter anderem ein Thema, das bereits im Rahmen der Fairen Woche 2020 intensiv diskutiert wurde: Kinderarbeit in der Grabsteinindustrie.

Bei der indischen oder chinesischen Natursteinproduktion ist Kinderarbeit noch häufig anzutreffen. Etwa zwei Drittel der Grabsteine aus Naturstein auf deutschen Friedhöfen stammen aus diesen Gegenden. Die Steuerungsgruppe begrüßt daher die Neuregelung des Bestattungsgesetzes NRW (BestG NRW). Darin hat die Landesregierung geregelt, dass nur noch Grabsteine, die nachweislich ohne Kinderarbeit hergestellt wurden, auf NRWs Friedhöfen aufgestellt werden dürfen. Seit Anfang 2020 ist das entsprechende Zertifizierungsverfahren für Grabsteine und Grabeinfassungen aus Naturstein in Kraft. Demnach dürfen Grabsteine und Grabeinfassungen, die aus China, Indien, den Philippinen oder Vietnam stammen, nur noch aufgestellt werden, wenn sie über ein Zertifikat verfügen.

In der fairen Woche im September 2020 führte ein konsumkritischer Spaziergang unter anderem auch zum Steinmetzbetrieb Magera, wo kritische Punkte über die aktuell ausgestellten Zertifikate der drei gängigen Zertifizierer Xertifix, Fair Stone und IGEP zur Sprache kamen. „Ein Siegel böte nicht unbedingt 100-prozentige Sicherheit, daher wären regionale Produkte die bessere Alternative“, so Magera im September.

Die Stadtverwaltung Beckum setzt das Zertifizierungsverfahren bereits seit September um. Im Frühjahr steht die Satzungsänderung auf der Tagesordnung der politischen Gremien. Für 2021 steht zudem die Re-Zertifizierung als Fairtrade-Stadt an.
 

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