4. Mai 2017 / Allgemeines

Gelebte Integration: Syrischer Flüchtling absolviert Bundesfreiwilligendienst

Abdul Hanan Majono lernt die deutsche Sprache und arbeitet im Bundesfreiwilligendienst.

Gelebte Integration: Syrischer Flüchtling absolviert Bundesfreiwilligendienst

Der Krieg in Syrien war der Grund, warum Abdul Hanan Majono im Jahr 2014 aus Syrien floh und nach Deutschland kam. Heute lernt er die deutsche Sprache und arbeitet im Bundesfreiwilligendienst am St. Elisabeth-Hospital in Beckum.

 

Als anerkannter Flüchtling belegte Abdul Hanan Majono Deutschkurse, um die Grundlage für ein Leben in Deutschland zu schaffen und eine Aussicht auf einen Arbeitsplatz zu haben. In Syrien hatte er das Abitur absolviert, das in Deutschland von der Bezirksregierung mit der Fachoberschulreife anerkannt wurde. Nach der Schule studierte er Physiotherapie an der Universität in Aleppo, musste das Studium jedoch wegen des Kriegs abbrechen. Der größte Wunsch des jungen Mannes ist es, Gesundheits- und Krankenpfleger zu werden und so bewarb er sich am heimischen Krankenhaus um einen Ausbildungsplatz. „Für eine solche Ausbildung ist das Sprachlevel B 2 erforderlich, da Abdul Hanan Majono jedoch erst das Level B 1 erreicht hatte, empfahlen wir ihm, in Zusammenarbeit mit der Einrichtung Freiwillige Soziale Dienste (FSD) des Bistums Münster und dem Job Center des Kreises Warendorf, den Bundesfreiwilligendienst (BFD) mit Flüchtlingsbezug, der ein Sonderprogramm des Bundes ist, zu absolvieren“, erläuterte der Pflegedienstleiter, Wilhelm Gieske.

 

Majono, dessen Bruder als Assistenzarzt der Inneren Medizin am heimischen Krankenhaus arbeitet, nahm den Vorschlag an und begann im Februar 2017 den Bundesfreiwilligendienst. Dabei wird er im täglichen Einsatz auf der Station von einer qualifizierten Mitarbeiterin des Hauses begleitet. Neben einem Sprachkurs bietet ihm das Bistum Münster auch Bildungstage an, die verpflichtend sind. Dabei werden Wege zur Integration aufgezeigt und mittels einer Austauschgruppe die Möglichkeit geboten, über Erfahrungen im Bereich der Konfliktbearbeitung, Rassismus und interkulturelle Kompetenz zu sprechen. Das BFD kann bis zu 18 Monate dauern doch Abdul Hanan Majono wird das Sprachlevel B 2 in Kürze erreichen und hat sich bereits jetzt für Oktober diesen Jahres, um einen Ausbildungsplatz an der Gesundheits- und Krankenpflegeschule Ahlen beworben.

 

„Für uns ist das ein gutes Beispielt für gelebte Integration“, unterstrich Matthias Lütke Wenning vom FSD Bistum Münster. Das das BFD und das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) eine gute Möglichkeit sind, an einen Arbeitsplatz im Krankenhaus herangeführt zu werden, zeigt die Praxis. Die Beckumerin, Anna Gieske, entschied sich im vergangenen Jahr nach dem Abitur zunächst für eine Auszeit von der Schule und absolviert derzeit ein FSJ am heimischen Krankenhaus. Sie hat den Beruf des Gesundheits- und Krankenpflegers zu schätzen gelernt. „Es ist schön, wenn ich Kranken helfen kann und dafür ein „Danke“ bekomme. Auch ein paar gestrickte Socken waren schon einmal als Dankeschön dabei“, erzählt sie mit einem Schmunzeln auf den Lippen. Nadine Strototte nutzt das FSJ, um die Zeit für den Start in eine Ausbildung zur Arzthelferin zu nutzen. „Wir lernen an festgelegten Bildungstagen auch Interessantes beispielsweise zum Thema Behinderung oder Rassismus und das anders als in der Schule, mit Praxisbezug“, berichtet sie.

 

Beim FSJ und dem BFD ist im Beckumer Krankenhaus ein Einsatz in den Bereichen  der Geriatrie, auf einer operativen Station, der Intensivstation, der Radiologie, in der Hauswirtschaft, dem Wahlleistungsservice, der Zentralen Aufnahme, dem Patientenbegleitdienst oder der EKG Abteilung für Interessierte möglich. Insgesamt bietet das St. Elisabeth-Hospital Beckum 26 Praktikantenplätze an, von denen für das Jahr 2017 noch einige vergeben werden können. Auch ist es möglich, sich bereits für das Jahr 2018 zu bewerben. Die schriftliche Bewerbung können Sie an den Pflegedirektor Michael Blank, im St. Elisabeth-Hospital Beckum, richten. Weitere Informationen erhalten Interessierte im Sekretariat der Pflegedirektion bei Karin Kruse, unter der Telefonnummer 02521/841308.

 

Themenkasten

Das FSJ dauert in der Regel 12 Monate. Die Mindestdauer, um eine Anerkennung für das FSJ zu bekommen, beträgt 6 Monate und die Höchstdauer 18 Monate. Das Wissen erlernen die jungen Leute von Fachkräften. Zusätzlich gibt es Veranstaltungen und Fortbildungen, die über das Jahr verteilt stattfinden. Auch ein Erste-Hilfe-Kurs gehört mit dazu. Das FSJ bietet jungen Menschen eine Chance ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln und Erfahrungen durch die Begegnung mit Menschen zu sammeln. Zum Abschluss der Praktika erhalten die Absolventen ein qualifiziertes Zeugnis. Die Arbeitszeiten liegen zwischen 6.00 Uhr und 20.00 Uhr. Das FSJ wird mit einem Taschengeld vergütet. Die Startmöglichkeiten des FSJ sind flexibel mit den kooperierenden Institutionen und deren Schulungsmöglichkeiten abzustimmen.

 

Der BFD eröffnet die Möglichkeit sich außerhalb von Schule und Beruf für einen Zeitraum zwischen sechs und 18 Monaten, unter anderem in sozialen Tätigkeitsfeldern, zu engagieren. Alter, Geschlecht, Nationalität oder die Art des Schulabschlusses spielen dabei keine Rolle.

 

Für ein Taschengeld von 370 €, können sich Bürgerinnen und Bürger engagieren, wertvolle Lebenserfahrungen sammeln, sich für andere Menschen einsetzen oder nach dem Berufsleben etwas für das Gemeinwohl zu tun. Dabei übernimmt die jeweilige Einsatzstelle die Sozialversicherungsbeiträge. Selbstverständlich gelten auch in diesem Bereich die Regelungen des Bundesurlaubsgesetzes. Einem volljährigen Freiwilligen stehen demnach bei einer zwölfmonatigen Dienstzeit mindestens 24 Tage Erholungsurlaub zu. Bei der Beendigung des freiwilligen Dienstes erhalten die Absolventen ein schriftliches Zeugnis über die Art und die Dauer des freiwilligen Dienstes, das dann bei künftigen Bewerbungen Verwendung finden kann.

 

Das Bild zeigt (v.l.) Karin Kruse (Assistentin der Pflegedirektion) Wilhelm Gieske (Pflegedienstleiter), Matthias Lütke Wenning (FSD Bistum Münster), Anna Gieske, Abdul Hanan Majono und Nadine Strototte.

 

Quelle

 

 

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