27. Juli 2024 / Aus aller Welt

Mission «Sunrise III»: Datenspeicher in Kanada geborgen

Tagelang war das Sonnenteleskop «Sunrise III» auf seiner Reise über dem Atlantik unterwegs. Jetzt haben Forscher aus Göttingen das Observatorium in der Wildnis von Kanada entdeckt.

Das Sonnenteleskop "Sunrise III" liegt nach der Landung zwischen Bäumen in der Wildnis.

Nach fast einwöchigem Forschungsflug ist das Sonnenobservatorium «Sunrise III» im Nordwesten Kanadas gelandet - und nun wurde der Datenspeicher geborgen. Das von einem Ballon getragene Teleskop, das von Forschern des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Göttingen entwickelt wurde, habe die Mission nach ersten Erkenntnissen gut überstanden, teilte das Institut am Freitagabend mit. «Wir freuen uns wahnsinnig, dass die Windbedingungen in der Stratosphäre uns einen mehr als sechstägigen Flug ermöglicht haben», sagte Missionsleiter Andreas Korpi-Lagg. 

Das Teleskop war am 10. Juli gestartet, flog an einem Heliumballon befestigt in einer Höhe von mehr als 35 Kilometern von Schweden aus über den Atlantik und ging am 16. Juli in Kanada nieder. Dabei beobachtete es nach Angaben des Göttinger Instituts eine etwa 2.000 Kilometer dicke Schicht der Sonne, in der es dynamische Magnetfelder und heiße Plasmaströme gibt. Da die Sonne zurzeit am Polarkreis nicht untergeht, hatte das Observatorium rund um die Uhr perfekte Bedingungen für die Aufzeichnung von Messdaten. In der großen Höhe war die Sicht zudem kaum durch Luftturbulenzen getrübt. Der gesamte Flug wurde von Göttingen aus überwacht.

«Wir mussten uns durch das Unterholz zum Fallschirm kämpfen»

Die Bergung der Datenspeicher gestaltete sich in der Wildnis Kanadas etwas schwierig, denn das Landegebiet war nur per Flugzeug und Hubschrauber zu erreichen. «Wir mussten uns zunächst etwa 200 Meter durch das Unterholz zum Fallschirm kämpfen», sagte Daniel Maase vom Max-Planck-Institut. «Der war wegen seiner auffälligen orangen Farbe leichter zu entdecken. Und von dort haben uns dann die Seile, die den Fallschirm am Observatorium halten, zum Ziel geführt.» In den kommenden Tagen werde das Teleskop zerlegt und abtransportiert, hieß es. Bevor die Daten ausgewertet werden können, müssen sie noch kalibriert werden. Das kann nach Angaben des Instituts mehrere Monate dauern.


Bildnachweis: © Daniel Maase/MPS/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Haus Köller schließt zum Jahresende: Abschied nach über 50 Jahren
Lokales

Nach mehr als fünf Jahrzehnten endet im Haus Köller in Beckum eine lange Gastronomietradition. Familie Rau hofft, noch einen Nachfolger zu finden.

weiterlesen...
Vollsperrung in Neubeckum: Stadt Beckum saniert Kreuzung Bahnhofstraße
Meldung der Stadt Beckum

Die Umleitung führt über die Dyckerhoffstraße und die Ennigerstraße!

weiterlesen...
111 Schuss bis zur Krone: Roland feiert neues Königspaar
Lokales

Beim Schützenfest in Roland hat Felix Lukas den Vogel abgeschossen und regiert nun gemeinsam mit Ehefrau Kathrin als neues Königspaar.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Daten bestätigen flächendeckenden Anstieg der UV-Strahlung
Aus aller Welt

Örtliche Messungen zeigten bereits immer wieder den Trend auf. Jetzt gibt es europaweite Daten. Die Chefin einer Forschungseinrichtung hat eine Lösung.

weiterlesen...
Warum Brände im ausgetrockneten Moor schwer bekämpfbar sind
Aus aller Welt

Der Brand im Hohen Venn ist besonders schwer zu löschen, weil es sich um ein ausgetrocknetes Hochmoor handelt. Dabei gibt es ganz besondere Gefahren.

weiterlesen...
Ebola-Ausbruch ist tödlichster in der Geschichte des Kongo
Aus aller Welt

Mehr als 2.300 Menschen sind beim aktuellen Ebola-Ausbruch im Kongo gestorben – so viele wie nie zuvor in dem zentralafrikanischen Land.

weiterlesen...