24. November 2021 / Politik

Zustand und Bewirtschaftung der städtischen Waldflächen

Von Elisabeth Eickmeier

Am Donnerstag, 25. November, tagt um 17.00 Uhr der Haupt-, Finanz- und Digitalausschuss der Stadt Beckum, in der Aula der Antoniusschule, Antoniusstr. 5-7, in Beckum.

Auf der Tagesordnung stand eigentlich auch der Sachstandsbericht zum Zustand und zur Bewirtschaftung der städtischen Waldflächen, der gestrichen wurde, da der für den Beckumer Forstbetriebsbezirk zuständige Förster, Martin Kuchling, von Wald und Holz NRW verhindert ist.

Trotzdem für dich hier einige Infos:

Im Eigentum der Stadt Beckum befinden sich rund 235 Hektar Waldfläche. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass die Beckumer Wälder insbesondere durch Trockenheit und Stürme betroffen sind. Größere zusammenhängende Gebiete sind Höxberg, Stadtbusch, Phoenix, Goldsteinbusch und Hoher Hagen (private Waldeigentümer). Als besonders anfällig haben sich in der Vergangenheit Monokulturen erwiesen, wie etwa reine Fichtenbestände.

Durch den zuletzt wiederkehrend verzeichneten Wassermangel wurden die natürlichen Abwehrmöglichkeiten der Bäume teilweise beeinträchtigt und der Befall mit Parasiten, wie dem Borkenkäfer oder der Rußrindenkrankheit, einem Pilzbefall vornehmlich bei Ahorn, begünstigt. Die Stadt Beckum verfügt in weiten Teilen über Mischwälder. Hier waren beispielsweise zuletzt partiell Fällarbeiten im Bereich Höxberg und an der Landwehr erforderlich. Abgestorbene Bäume werden je nach Situation und Lage gefällt und im Wald als Totholz belassen oder abtransportiert.

Die Stadt Beckum setzt überwiegend auf natürliche Verjüngung. Durch die Entfernung oder Fällung von Bäumen entstehen aufgrund der natürlichen Aussaat neue Bäume. Beispielsweise mussten am Höxberg zwei Fichtenbereiche entfernt werden. Hier entsteht ein neuer, standortgerechter Baumbestand.

Die Verkehrssicherungspflicht ist seit ein paar Jahren stärker in den Fokus geraten. Hohe absterbende Bäume stellen eine Gefahr für nahe gelegene Wanderwege dar. Aus diesem Grund müssen in Einzelfällen auch weiter entfernte Bäume gefällt werden, sofern sie auf die Wege zu stürzen drohen. Die Stadt Beckum ist hier in der Verkehrssicherungspflicht und für die Sicherheit an den Wegen verantwortlich.

Der Kreis Warendorf plant derzeit ein Projekt zur Anpflanzung von kreisweit 280 000 Bäumen (1 Baum je Einwohnerin und Einwohner im Kreisgebiet). Theoretisch stünden der Stadt Beckum somit rund 36 600 Bäume zur Verfügung. Jedoch befinden sich nicht genügend potenzielle Flächen im Eigentum der Stadt Beckum, um eine Aufforstung in diesem Ausmaß durchzuführen.

In Beckum gibt es derzeit viele private Initiativen, die die Anlegung von Bienen-, Streuobstwiesen oder zusätzlichen Waldflächen auf städtischen Flächen beantragen. Aufgrund der Knappheit an freien Flächen muss hier sorgfältig abgewogen werden, welche Maßnahmen sinnvoll sind und dem nachhaltigen Umweltschutz dienen.

Die städtischen Wälder sind keine Wirtschaftswälder, das heißt, die Bewirtschaftungsstrategie zielt nicht darauf ab, Wertholz zu entnehmen. Vielmehr liegt der Fokus auf dem Erhalt des Baumbestandes, dem Natur- und Klimaschutz und der Naherholungsfunktion des Waldes.

Insgesamt ist festzustellen, dass bedingt durch den Klimawandel in den nächsten Jahren verstärkt Waldschäden zu erwarten sind. Durch die relative Robustheit der vorhandenen Mischbestände ist die Stadt Beckum aber voraussichtlich nicht von einem flächendeckenden Waldsterben betroffen, sondern eher von einer sukzessiven Anpassung des Forstes an geänderte klimatische Bedingungen.

Von Elisabeth Eickmeier

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