Der Ausschuss für Bauen, Umwelt, Klimaschutz, Energie und Vergaben tagt heute Abend ab 17:30 Uhr in der Aula der Antoniusschule. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem ein Millionenprojekt im Norden der Stadt und ein Konzept, das Beckum auf Hitze, Dürre und Starkregen vorbereiten soll.
Zementstraße wird für Millionen erneuert
Das größte Thema ist die Erneuerung der Zementstraße zwischen Vorhelmer Straße und Neubeckumer Straße. Der Ausschuss entscheidet über die Ausführungsplanung, nachdem die Entwurfsplanung bereits im Juni einstimmig beschlossen wurde.
Es geht um einen rund 725 Meter langen Abschnitt, der als Umgehungsstraße das innere Stadtgebiet entlastet. Die Kosten sind erheblich. Für die Erneuerung der Straße samt Zufahrt zur Feuerwehr rechnet die Verwaltung mit rund 2,81 Millionen Euro, für die Sanierung der Brücke über die Gleise der Westfälischen Landes-Eisenbahn mit weiteren rund 1,78 Millionen Euro. Für die Brücke besteht bereits eine Rückstellung von gut 1,6 Millionen Euro, die zum Jahresabschluss 2026 aufgestockt werden soll.
Besonders interessant für Autofahrerinnen und Autofahrer: Im Bereich der Anbindung der künftigen Feuer- und Rettungswache soll ein Kreisverkehr entstehen. Der Landesbetrieb Straßenbau NRW hat dazu keine Bedenken geäußert, auch nicht für den Fall, dass die Zementstraße bei Sperrungen auf der A2 als Umleitungsstrecke dient. In der Sitzung stellt das beauftragte Ingenieurbüro die Straßenplanung vor, die Brückenplanung präsentiert die Verwaltung.
Der Zeitplan sieht die Ausschreibung bis Oktober 2026 vor, die Vergabe bis Dezember 2026 und die eigentlichen Bauarbeiten von Januar bis Dezember 2027. Auf Anwohner und Pendler kommt damit ein Jahr mit Einschränkungen zu. Wie die Umleitungen aussehen könnten, lässt sich bereits erahnen. Während einer Bodenluftuntersuchung im Juli war die Zementstraße komplett gesperrt, Verkehr von der A2-Abfahrt ins südwestliche Stadtgebiet wurde damals großräumig über Roland geführt. Zusätzlich soll die Asphaltdecke im Kreuzungsbereich Zementstraße, Konrad-Adenauer-Ring und Vorhelmer Straße saniert werden.
Klimaanpassungskonzept mit sieben Maßnahmen für Beckum
Beraten wird außerdem das integrierte Klimaanpassungskonzept, das der Kreis Warendorf gemeinsam mit neun Kommunen erarbeitet hat. Die endgültige Entscheidung fällt im Rat am 23. September.
Den Anlass beschreibt die Verwaltung deutlich. Starkregen mit örtlichen Überflutungen, lange Trockenperioden mit Ernteausfällen und steigende Temperaturen belasten die Region bereits heute. Als Beispiel nennt die Vorlage das Weihnachtshochwasser 2023 mit außergewöhnlichen Pegelständen an Ems und Werse.
Für Beckum enthält das Konzept sieben konkrete Maßnahmen. Dazu zählen Baumpflanzaktionen und Bürgerwaldprojekte, eine Bestands-, Potenzial- und Risikoanalyse kommunaler Gebäude und Liegenschaften, das systematische Ausschöpfen von Entsiegelungspotenzialen sowie eine vorsorgende Starkregenstrategie inklusive Analyse. Hinzu kommen ein Grünflächenmanagement mit klimaangepassten Bewirtschaftungskonzepten, ein Modellprojekt für grün-blaue Infrastruktur im öffentlichen Raum und die Stärkung des Schwammstadtprinzips mit dezentralem Rückhalt und Regenwassernutzung.
Die Kosten für die Konzepterstellung halten sich für Beckum in Grenzen. Der städtische Anteil liegt bei rund 9.500 Euro, das Gesamtprojekt wird vom Bund mit rund 364.000 Euro gefördert. Die Umsetzung der Maßnahmen steht unter dem Vorbehalt vorhandener Ressourcen, für Investitionen braucht es jeweils eigene Beschlüsse.
Die übrigen beteiligten Kommunen haben das Konzept bereits beschlossen, ebenso der Kreistag. Beckum zieht damit nach. Gemessen an der gesetzlichen Frist bleibt aber Zeit, denn erst ab Ende 2029 müssen Kommunen in Nordrhein-Westfalen eigene Klimaanpassungsstrategien vorhalten.
Zwei Straßen sollen offiziell öffentlich werden
Entschieden wird zudem über die Widmung zweier Straßen als Gemeindestraßen. Betroffen sind die Klarastraße von der Lönkerstraße bis zur Lippborger Straße und die Propsteigasse von der Oststraße bis zum Weg an der Propsteikirche St. Stephanus. Beide werden bereits öffentlich genutzt, die Widmung schafft dafür die förmliche Grundlage nach dem Straßen- und Wegegesetz NRW. Zusätzliche Kosten für den Haushalt entstehen dadurch nicht.
Abwasserwärme wird geprüft
Zur Kenntnis nimmt der Ausschuss schließlich den Bericht über offene Anträge. Aktuell liegt ein Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen vom 27. November 2025 vor, der die Prüfung der Nutzung von Abwasserwärme im Stadtgebiet fordert. Die Verwaltung bearbeitet das im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung, ein Ergebnisbericht soll im dritten Quartal 2026 vorliegen.
Der öffentliche Teil der Sitzung beginnt um 17:30 Uhr.





