3. März 2021 / Politik

Wirtschaftsförderungsstrategie für die Stadt Beckum

Haupt-, Finanz- und Digitalausschuss

Einstimmig wurde gestern im Haupt-, Finanz- und Digitalausschuss die Wirtschaftsförderungsstrategie für die Stadt Beckum beschlossen.

Im November 2018 wurde das Unternehmen „MODULDREI Standortstrategie GmbH“ mit der Erstellung der Wirtschaftsförderungsstrategie beauftragt. Die Strategie hat zum Ziel, Stärken und Schwächen aufzuzeigen und durch gezielte Projektarbeit und zielgruppenorientiertes Handeln die Attraktivität des Standortes Beckum zu stärken.

Der Erarbeitungsprozess zur Wirtschaftsförderungsstrategie begann im Jahr 2019 mit der ersten Sitzung der Lenkungsgruppe und endete mit der Abschlusspräsentation am 01.09.2020.

Vorab wurde durch das beauftragte Büro eine Ist-Analyse erstellt. Es waren rund 580 Unternehmen an der Befragung beteiligt, davon haben 127 Unternehmen teilgenommen. Zusätzlich wurden 10 Experteninterviews mit Unternehmen aus verschiedenen Branchen geführt. Ferner wurde aufgrund von statistischen Daten eine Benchmark-Analyse erstellt.

Die Ergebnisse der Befragungen stellen teilweise nur Einzelmeinungen dar, lassen sich jedoch zusammen mit den statistischen Daten in Stärken und Schwächen zusammenfassen.

Besonders positiv wird hier die Anbindung an die A2 bewertet. Aber auch die Infrastruktur, die günstigen Preise für Bauland und Wohnungsbau und die Vernetzung der Unternehmen schneiden gut ab. Vor allem der Fachkräftemangel und die Leerstände in der Innenstadt werden von den Befragten beklagt. Beckum wirkt für potentielle Arbeitskräfte, die nicht hier wohnen eher als „Zementrevier". 

Da Jörg Lennardt vom Büro LennardtundBirner anmerkte, dass einige Unternehmen bei der Wahl eines Standortes die im Vergleich höheren Gewerbesteuern als abschreckend empfinden, hinterfragte Andreas Kühnel von der CDU was die in Zukunft geplante Erhöhung der Gewerbesteuer zu Folge haben könne. „Die umliegenden Standorte könnten dadurch zur stärkeren Konkurrenz werden.", erklärte Lennardt den Ausschussmitgliedern. „Bei der Wahl eines Standortes stehen die Gewerbesteuern vielleicht nicht an erster Stelle, aber an Stelle 5 oder 6 werden sie dennoch bedacht."

Dieses Projekt ist für die künftige Entwicklung des Standortes Beckum von herausragender Bedeutung. Die verfügbaren Gewerbeflächen im Gewerbegebiet „Obere Brede an der A 2“ sind stark angefragt und in absehbarer Zeit veräußert. Daher muss das Gewerbeflächenentwicklungskonzept zeitnah begonnen werden. Im Rahmen des Förderantrages der Smart City-Strategie soll die Umsetzung der Wirtschaftsförderungsstrategie zur Förderung angemeldet werden. Sollte sich hier ein Förderzugang ergeben, könnten die einzelnen Maßnahmen mit einer Refinanzierung hinterlegt werden.

Für die Erstellung der Wirtschaftsförderungsstrategie sind Kosten von rund 43.800,00 Euro entstanden. Für die Umsetzung aller ausgearbeiteten Projektschritte werden Mittel in Höhe von rund 34.000,00 Euro benötigt, hinzu kommen Personalkosten.

Im gestrigen Ausschuss wurden die 1,75 Stellen hinterfragt, die zur Umsetzung der Wirtschaftsförderungsstrategie eingestellt werden müssten. Hier kam aus den Reihen der CDU die Frage, ob diese mit den Steuererhöhungen im Hinterkopf unbedingt nötig seien und ob eine Umsetzung auch ohne zusätzliches Personal möglich sei. Jörg Lennardt antwortete hierauf, dass es gerade in diesen Zeiten wichtig sei, die Unternehmen zu unterstützen und mit der Umsetzung dieser Strategie können diese davon auch in Zukunft profitieren. Diese Argumentation überzeugte die Ausschussmitglieder und sie stimmten schließlich einstimmig für die Wirtschaftsförderungsstrategie. Die weitere Umsetzung wird nun verwaltungsintern vorbereitet.

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