Am heutigen Dienstag, 2. Juni, tagt der Interkommunale Volkshochschulausschuss. Auf dem Tisch liegen die Planungsrichtlinien für das Studienjahr 2026/27, ein Rückblick auf das laufende Jahr und unbequeme Nachrichten aus Berlin. Was Beckumerinnen und Beckumer dazu wissen sollten.
Bund kürzt, VHS muss umsteuern
Der Ton in den Unterlagen für die heutige Sitzung ist ungewöhnlich deutlich: Die Volkshochschule Beckum-Wadersloh kritisiert das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und das Bundesministerium des Innern offen. Versprochene Beiträge würden erst später gezahlt, Förderungen für EU-Bürgerinnen und EU-Bürger kurzfristig gestrichen, die Finanzierung von Integrationskursen reduziert. Die VHS schreibt dazu in ihren Planungsrichtlinien: „Die Volkshochschulen werden einerseits vor den Kopf gestoßen und erhalten die undankbare Aufgabe, abgelehnte Interessierte über die Streichungen zu informieren."
Konkret bedeutet das in Euro: Im Haushaltsjahr 2026 fehlen der VHS knapp 51.000 Euro, im Jahr 2027 knapp 60.000 Euro an Bundesbeiträgen. Geld, das eigentlich für Integrationskurse und Sprachangebote für Zugewanderte vorgesehen war.
Haushaltssperre traf die Kurse direkt
Auch hausgemacht waren die Probleme im ersten Halbjahr 2026. Wegen der städtischen Haushaltssperre durften nur jene Kurse starten, die schon vorab die Mindestteilnehmerzahl erreicht hatten und damit kostendeckend waren. Die Folge laut VHS-Bericht: Kurse, bei denen am Ende nur eine Person zur Mindestzahl fehlte, wurden abgesagt, obwohl sich am Veranstaltungstag oft weitere Interessierte gefunden hätten.
Die Zahlen zeigen die Auswirkung: Von 678 geplanten Kursen im Studienjahr 2025/26 haben bis Anfang Mai 525 stattgefunden. 153 Kurse fielen aus. Das ist nicht mehr als in den Vorjahren, zeigt aber, wie eng der Spielraum aktuell ist. Trotzdem hat die VHS mit 16.559 erteilten Unterrichtseinheiten die gesetzliche Pflichtgrenze von 3.200 Stunden weit übertroffen.
Die Website hebt ab
Eine gute Nachricht steckt in den Zugriffszahlen der VHS-Website. Im April 2026 wurde sie 319.590-mal aufgerufen. Zum Vergleich: Im August 2024 waren es 22.895 Aufrufe, im August 2022 nur 7.970. Auch über Google steigen die Besucherzahlen kontinuierlich. Wer sich für Bildung in Beckum und Wadersloh interessiert, findet inzwischen offenbar zielsicherer den Weg ins digitale Programm.
Was 2026/27 geplant ist
Für das kommende Studienjahr setzt die VHS auf bewährte Schwerpunkte und ergänzt aktuelle Themen. Im Fachbereich Gesundheit kommen unter anderem Angebote wie „Abnehmen am Morgen und am Abend", „Mit 70 in Schwung" oder „Funktionelle Atemtechniken zur Stressreduktion" ins Programm. Im EDV-Bereich gibt es neue Kurse zu ChatGPT und Künstlicher Intelligenz sowie zu Smartphone-Nutzung.
Geplant sind weiterhin Sprachkurse in zehn Fremdsprachen, von Plattdeutsch über Spanisch und Russisch bis zur Gebärdensprache. Die ökologische Reihe „Beckumer NaTouren" wird fortgesetzt, ebenso die länderkundlichen Multivisionsshows in Kooperation mit dem Alpenverein. Auch Kurse zum Schulabschluss laufen weiter: Ab September 2026 starten parallel ein Kurs für den mittleren Schulabschluss am Abend und ein Kurs für den erweiterten ersten allgemeinen Schulabschluss am Morgen. Für die Honorare der Dozentinnen und Dozenten sind insgesamt rund 170.250 Euro veranschlagt.
50 Jahre VHS Beckum-Wadersloh
2026/27 wird zudem zum Jubiläumsjahr: Die VHS feiert ihr 50-jähriges Bestehen. Unter dem Motto „50 Jahre VHS Beckum-Wadersloh" wird das Gründungsjahr 1976 aufgegriffen. Im September oder Oktober 2026 geht außerdem das Studienforum in eine neue Runde. Eine Programmbroschüre wird im Juli 2026 an alle Haushalte in Beckum und Wadersloh verteilt.
Wann und wo
Die Sitzung des Interkommunalen Volkshochschulausschusses findet heute, Dienstag, 2. Juni 2026, statt. Die vollständigen Vorlagen können im >> Ratsinformationssystem der Stadt Beckum eingesehen werden.





