Wie gut ist Vellern gegen Starkregen gewappnet? Antworten soll ein Starkregengefahrenkonzept für den Stadtteil und den Stichelbach liefern. Das beauftragte Planungsbüro stellt die Ergebnisse am Mittwoch, 7. Oktober, ab 17.30 Uhr im Ausschuss für Bauen, Umwelt, Klimaschutz, Energie und Vergaben in der Aula der Antoniusschule vor. Die Sitzung ist öffentlich.
Anlass ist unter anderem das Unwetter vom 12. September 2023. Damals kam es in Vellern zu einem Starkregenereignis mit erheblichen Überflutungen, auch die Autobahn 2 war betroffen. Dabei zeigte sich laut Vorlage, dass Starkregen andere Bereiche trifft als ein Hochwasser am Bach. Bei Starkregen fließen innerhalb kurzer Zeit große Wassermengen über versiegelte oder gesättigte Flächen ab und verursachen lokale Überflutungen.
Mit dem Hochwasserschutz am Stichelbach beschäftigt sich die Stadt schon lange. Bereits 2005 zeigten Berechnungen, dass Verrohrungen und Durchlässe bei einem 100-jährlichen Hochwasser nicht ausreichen. Überflutungen im Ortskern wären dann möglich, etwa am Kindergarten und an der Dorfstraße. Ab 2006 wurden deshalb Maßnahmen für fünf Bauabschnitte entwickelt. Südlich des Sportplatzes wurde der Bach aufgeweitet und naturnah ausgebaut. Unterhalb der Ortslage entstand eine Aue mit zusätzlichem Rückhalteraum. Im Dorfzentrum wurde der Durchlass unter der Dorfstraße vergrößert und der Bach entlang der Feuerwehr geöffnet.
Nicht alles konnte umgesetzt werden. Ein ursprünglich geplantes Hochwasserrückhaltebecken oberhalb der Ortslage und weitere Maßnahmen im Dorfzentrum scheiterten bislang vor allem an fehlenden Flächen.
Nach dem Unwetter kam das Thema zurück auf die politische Tagesordnung. Die FDP-Fraktion beantragte im November 2023, den Hochwasserschutz bei der Neugestaltung des Dorfplatzes zu berücksichtigen und gemeinsam mit den angrenzenden Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigentümern nach Lösungen zu suchen. Die FWG-Fraktion beantragte im Dezember 2023 zusätzlich ein Rückhaltebecken oberhalb von Vellern. Im Februar 2024 beschloss der Ausschuss, einen Überflutungsnachweis für die Ortslage erstellen zu lassen.
Das Land fördert das Konzept mit 50 Prozent der förderfähigen Kosten. Erarbeitet hat es die HI-Nord Planungsgesellschaft mbH. Untersucht wurden das Abflussgeschehen bei Starkregen und die Hochwassersituation am Stichelbach, jeweils für unterschiedlich starke Niederschläge. Die Ergebnisse zeigen mögliche Überflutungsbereiche, Fließwege und besonders gefährdete Gebäude und Infrastruktur. Daraus hat das Büro Empfehlungen für die weitere Vorsorge abgeleitet.
Der Ausschuss nimmt den Bericht zur Kenntnis, eine Entscheidung steht noch nicht an. Die Bürgerinnen und Bürger in Vellern sollen zusätzlich in einer eigenen öffentlichen Veranstaltung informiert werden. Einen Termin dafür nennt die Vorlage noch nicht. Wenn du wissen willst, welche Bereiche in Vellern betroffen sein könnten, informier dich schon am 7. Oktober direkt vor Ort. Alle Infos zur Sitzung findest du im Ratsinformationssystem der Stadt Beckum.
Bild: Symbolbild - abgebildet ist die Alleestraße in Beckum.





