2. Juni 2026 / Politik

Schulzweckverband Beckum-Ennigerloh schreibt wieder schwarze Zahlen

Trendwende nach Fehlbetrag im Vorjahr. Mit ein paar kuriosen Posten in der Jahresbilanz.

Zwei Städte, eine Schule, eine gemeinsame Kasse. Seit dem Schuljahr 2012/2013 tragen Beckum und Ennigerloh die interkommunale Gesamtschule Ennigerloh-Neubeckum über einen gemeinsamen Schulzweckverband. Jetzt liegt der Jahresabschluss für 2025 vor und zeigt eine bemerkenswerte Trendwende.

Aus Rot wird Schwarz

Das Jahr 2024 hatte mit einem deutlichen Fehlbetrag von 36.807,23 Euro geendet, gedeckt aus Ausgleichs- und Allgemeiner Rücklage. Im Jahr 2025 dreht sich das Bild: Der Schulzweckverband meldet einen Jahresüberschuss von 7.172,11 Euro. Erstmals seit Jahren wieder ein Plus. Der Überschuss soll der Ausgleichsrücklage zugeführt werden, die im Vorjahr komplett aufgebraucht worden war.

Die wichtigsten Zahlen

Auf dem Girokonto des Schulzweckverbands lagen zum Stichtag 31. Dezember 2025 genau 139.920,11 Euro. Die Allgemeine Rücklage steht bei 89.059,39 Euro. Außerdem stehen aktive Rechnungsabgrenzungsposten von 19.015,74 Euro in der Bilanz. Darin enthalten sind die Jahresverträge für zwei digitale Lernhelfer: die Lernplattform IServ mit 8.965 Euro und das adaptive Mathe-Lernsystem Bettermarks mit 7.408 Euro, das den Schülerinnen und Schülern individuelles Üben ermöglicht.

Wenn die Bilanz Geschichten erzählt

Spannend wird der Blick auf die offenen Rechnungen. Insgesamt stehen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 32.864,01 Euro in den Büchern. Der größte Brocken hat eine eigene Vorgeschichte: 16.250 Euro müssen an die Stadt Ennigerloh zurückgezahlt werden. Die Stadt hatte den Betrag versehentlich vereinnahmt und anschließend doppelt an den Schulzweckverband überwiesen. Jetzt geht das Geld den Weg zurück.

Weitere Posten: 6.866 Euro für die Prüfung durch die Gemeindeprüfungsanstalt, deren Rechnung erst Anfang 2026 eintraf. 4.306 Euro für Verpflegungsdienstleistungen der Stadtküche im Dezember 2025. Und 3.373 Euro für einen viertägigen Skateboard-Workshop aus dem August 2025, dessen Rechnung erst im Februar 2026 ins Haus flatterte.

Warum überhaupt Überschüsse möglich sind

Die Mechanik dahinter ist erklärungsbedürftig: Eine Prüfung der Gemeindeprüfungsanstalt 2017 hatte ergeben, dass Überschüsse des Schulzweckverbands nicht einfach an die Trägerstädte ausgezahlt werden dürfen. Damit sich die Liquidität trotzdem nicht zu sehr aufstaut, planen Beckum und Ennigerloh in Abstimmung mit der Kommunalaufsicht bewusst leichte Fehlbeträge. Dass 2025 dennoch ein Plus heraussprang, ist das positive Überraschungsmoment dieses Abschlusses.

Und das Schulvermögen?

Eine wichtige Klarstellung: Die Gebäude und das Inventar gehören nicht dem Zweckverband, sondern verbleiben dauerhaft im Eigentum der Städte Beckum und Ennigerloh. In der Verbandsbilanz taucht deshalb gar kein Anlagevermögen auf. Der Schulzweckverband ist organisatorisch der Träger der Schule, hält aber selbst keine Immobilien oder Finanzanlagen.

Wie es weitergeht

Der Entwurf wurde zunächst zur Kenntnis genommen und an die Örtliche Rechnungsprüfung der Stadt Beckum weitergeleitet. Erst nach deren Prüfung kann die Verbandsversammlung den Jahresabschluss endgültig feststellen. Aufgestellt hat den Entwurf der Verbandsvorsteher Marc Berendes mit Datum 28. April 2026.

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