Wie wird in Beckum künftig geheizt? Eine erste Antwort gibt die kommunale Wärmeplanung, die jetzt als Entwurf vorliegt. Vorgestellt wird sie am Mittwoch, 7. Oktober, ab 17.30 Uhr im Ausschuss für Bauen, Umwelt, Klimaschutz, Energie und Vergaben in der Aula der Antoniusschule. Die Sitzung ist öffentlich.
Die Wärmeplanung ist gesetzlich vorgeschrieben. Städte mit weniger als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern wie Beckum müssen sie bis zum 30. Juni 2028 fertigstellen. Ziel ist eine treibhausgasneutrale Wärmeversorgung bis spätestens 2045. Erarbeitet haben das Konzept die Energieversorgung Beckum GmbH & Co. KG und die energielenker projects GmbH & Co. KG.
Für Eigentümerinnen und Eigentümer ist vor allem eines wichtig. Die Wärmeplanung ist laut Vorlage ein Wegweiser und nicht bindend. Aus ihr entstehen keine Verpflichtungen, keine Rechtsansprüche und keine Vorgaben für den Einbau bestimmter Heizungen. Sie soll zeigen, welche klimafreundliche Lösung an deinem Wohnort perspektivisch sinnvoll sein kann. Eine individuelle Energieberatung ersetzt sie laut Bericht nicht.
Für die Analyse wurde das Stadtgebiet in 40 Teilgebiete eingeteilt. Beckum heizt laut Bericht noch überwiegend fossil, vor allem mit Erdgas. Der jährliche Wärmebedarf lag im Ausgangsjahr 2023 bei rund 465 Gigawattstunden. Daraus ergeben sich rund 118.000 Tonnen CO₂-Äquivalente pro Jahr. Die Zementwerke sind darin nicht enthalten. Sie wurden wegen ihrer besonderen Produktionsprozesse gesondert betrachtet.
Für einen großen Teil der Stadt sieht die Planung eine dezentrale Versorgung vor, also Lösungen am einzelnen Gebäude. Das können Wärmepumpen sein oder weiterhin Erdgas. In 30 Teilgebieten gilt eine dezentrale Versorgung als sehr wahrscheinlich geeignet. Wärmepumpen sind laut Bericht in beiden entwickelten Zukunftsszenarien die wichtigste Technologie. Gebiete für ein Wasserstoffnetz wurden für Beckum nicht ausgewiesen.
In einzelnen dicht bebauten Gebieten sollen Wärmenetze genauer untersucht werden. Nach aktuellem Stand betrifft das unter anderem die Innenstadt, das Gebiet „Auf dem Tigge“ und Bereiche in Neubeckum. Für das Neubaugebiet „An der Steinbruchallee“ entsteht parallel bereits ein konkretes Wärmeversorgungskonzept. Eine Eignung bedeutet laut Bericht allerdings noch nicht, dass dort tatsächlich ein Wärmenetz gebaut wird.
Die Gasversorgung in Beckum ist laut Bericht aktuell sicher aufgestellt und soll auch in den kommenden Jahren eine wichtige Rolle spielen.
Dazu kommt ein Maßnahmenkatalog. Er enthält zum Beispiel Informationskampagnen, eine zentrale Anlaufstelle für Unternehmen, Sanierungsfahrpläne für städtische Gebäude und die Prüfung, Abwärme aus dem Abwasser zu nutzen. Die Maßnahmen sollen nach Priorität konkretisiert werden. Für einzelne Projekte braucht es weitere Prüfungen und gegebenenfalls eigene politische Beschlüsse.
Das Konzept kostet insgesamt 136.850 Euro. Für die erste Aufstellung erhält die Stadt vom Land für die Jahre 2024 bis 2028 einen jährlichen Belastungsausgleich von 43.186,94 Euro, zusammen 215.934,70 Euro.
Der Ausschuss berät das Konzept, beschließen soll es der Rat am Donnerstag, 15. Oktober. Wenn du wissen willst, wie es mit der Wärmeversorgung in Beckum weitergeht, informier dich direkt vor Ort in der Ausschusssitzung. Termin und Unterlagen findest du im Ratsinformationssystem der Stadt Beckum.
Titelbild: Wolfgang Immig





