10. Februar 2026 / Politik

Karsten Koch: Etikettenschwindel bei der „NRW-Sportmilliarde“

Die Kommunen im Kreis Warendorf brauchen echte Investitionen

„Die von der Landesregierung angekündigte ‚NRWSportmilliarde‘ weckt Erwartungen, die sie nicht erfüllen kann, da es keine zusätzlichen Mittel sind.“ Das betont der Beckumer SPD-Kreistagsabgeordnete Karsten Koch, der zudem Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landschaftsverband Westfalen-Lippe ist. 

Kommunale Sportstätten und Schwimmbäder sind zentrale Orte für Gesundheit, Integration, Bildung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gleichzeitig stehen auch die 13 Städte und Gemeinden im Kreis Warendorf vor einem enormen Investitionsstau. Turnhallen, Sportplätze und Bäder sind in die Jahre gekommen, energetische Sanierungen überfällig und vielerorts fehlt das Geld für notwendige Ersatzbauten. Vor diesem Hintergrund brauchen die Kommunen eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung. Sie brauchen vor allem zusätzliche Mittel des Landes.

Die nun angekündigte „NRW-Sportmilliarde“ erweist sich bei näherer Betrachtung jedoch weitgehend als Zusammenstellung bereits bestehender oder angekündigter Programme. „Ein großer Teil der Mittel stammt aus dem Bund oder aus regulären kommunalen Finanzzuweisungen, auf die die Kommunen ohnehin Anspruch haben“, kritisiert Koch. Diese Gelder sind wichtig und willkommen, sie stellen jedoch keine zusätzliche Unterstützung des Landes dar.

Gerade angesichts eines bundesweiten Investitionsrückstands von über 15 Milliarden Euro im Bereich Sport ist es problematisch, wenn vorhandene Mittel als neue Initiative präsentiert werden. Dies schafft Erwartungen vor Ort, die in der Praxis nicht eingelöst werden können. Karsten Koch: „Die Kommunen und damit auch die 13 heimischen Städte und Gemeinden brauchen Planungssicherheit und echte zusätzliche Finanzierungsspielräume, um ihre Sportinfrastruktur zukunftsfähig zu halten.“

Sportstätten und Schwimmbäder sind mehr als freiwillige Leistungen. Sie sind ein unverzichtbarer Bestandteil kommunaler Daseinsvorsorge. Hier treffen sich Menschen aller Generationen und sozialer Hintergründe. Hier findet Integration statt, hier wächst gesellschaftlicher Zusammenhalt. Deshalb muss die Modernisierung der Sportinfrastruktur als gemeinsame Aufgabe von Land und Kommunen verstanden werden.

Erforderlich ist eine langfristige, transparente und zusätzliche finanzielle Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen für kommunale Sportstätten. Dazu gehören

  • eine klare Trennung zwischen bestehenden Mitteln und echten zusätzlichen Landesinvestitionen,
  • eine auskömmliche und verlässliche Finanzierung über mehrere Jahre sowie
  • eine Stärkung der kommunalen Investitionsfähigkeit insgesamt.

Die Kommunen sind bereit, in ihre Sportinfrastruktur zu investieren und Verantwortung zu übernehmen. „Sie brauchen dafür jedoch einen verlässlichen Partner auf Landesebene, der aktuell aber fehlt. Überschriften und Ankündigungen allein reichen nicht aus. Entscheidend sind reale finanzielle Spielräume vor Ort“, so Koch abschließend.

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