4. März 2021 / Politik

Investorauswahlverfahren für eine Planung „Auf dem Jakob“ wird mit weniger Wohneinheiten initiiert

Ausschuss für Stadtentwicklung

Die Kindertageseinrichtung „Auf dem Jakob“ soll bis 2024 auf dem Grundstück der ehemaligen Astrid-Lindgren-Schule errichtet werden. Außerdem wird auf dieser Fläche zusätzlicher Wohnraum entstehen. Die Astrid-Lindgren-Schule wird daraufhin in das Nachbargebäude der ehemaligen Paul-Gerhard-Schule ziehen. Das Grundstück zeichnet sich insbesondere durch seine zentrale Lage mit direkter Nähe zur Innenstadt sowie der Einbindung in das angrenzende Wohngebiet aus.

Durch die Aufgabe der Kindertageseinrichtungen „Rappelkiste“ (30 Plätze), und „Rumskedi“ (45 Plätze) werden insgesamt 75 Plätze aus dem gut versorgten Südwesten in den unterversorgten Norden verlagert. Dadurch wird die Erreichbarkeit aus den nördlichen Bereichen des Stadtteils Beckum insbesondere für Familien mit eingeschränkter Mobilität verbessert. Dabei ergibt sich eine Veränderung zwischen den Altersgruppen von 14 zusätzlichen Plätzen für Kinder unter 3 Jahren und eine Verringerung von 10 Plätzen für Kinder ab 3 Jahren. 

Die Vorteile einer 6-Gruppen-Kindertageseinrichtung
Pro altersgemischter Gruppe werden unabhängig von der Gruppenanzahl bis 185 Quadratmeter finanziert. Räume für Leitung, Personal, Bewegung, Küche und Mensa werden pro Kindertageseinrichtung nur einmal benötigt. Das schafft Raum für zusätzliche Gruppenneben- und Therapieräume, was die pädagogische Qualität deutlich verbessert. Durch das größere Team lassen sich zudem Personalausfälle und -veränderungen leichter auffangen. Darüber hinaus sind Wissenstransfer und Kontinuität leichter sicher zu stellen. Bei einer guten architektonischen Planung und mit Hilfe einer differenzierten Konzeption bleiben die Gruppenbereiche auch für kleine Kinder überschaubar.

Bedenken zur Verkehrssituation
Im Ausschuss für Stadtentwicklung und Demografie am 06.10.2020 äußerten einige Ausschussmitgieder Bedenken zur Verkehrssituation an den Straßen „Auf dem Jakob“ und „Sonnenstraße". Bedingt durch die Ansiedlung der Sechs-Gruppen-Kindertagesstätte und der Entwicklung des Wohnstandortes mit rund 50 Wohneinheiten wird es zu einem zusätzlichen Verkehrsaufkommen kommen. Schon als die Paul-Gerhardt-Schule noch an diesem Standort war, kam es vermehrt zu Anspannungen in der Verkehrssituation durch „Eltern-Taxis“, Schul- und Taxi-Busse. Zur Analyse der Ausgangssituation und als Grundlage für die Folgenabschätzung wurden die derzeitigen Verkehrsbelastungen in jeweils beide Richtungen in den Zeiträumen von 0 bis 24 Uhr ermittelt. Insgesamt kann mit circa 464 zusätzlichen Kfz-Fahrten/Tag sowie circa 201 Kfz-Fahrten/Spitzenstunde insgesamt gerechnet werden. Den Großteil davon machen die Hol- und Bringverkehre der Kinder beziehungsweise ihrer Eltern aus. 

Die Verkehrszunahmen durch den Hol-und Bringverkehr werden zwar insbesondere in der Spitzenstunde temporär für die Anliegerinnen und Anlieger bemerkbar sein, liegen jedoch auch mit über 200 Kfz-Fahrten/h immer noch deutlich unter dem für den Straßentyp der Wohnstraße. Um dennoch den Verkehr auf den Straßen etwas zu entlasten, sind Kurzzeitstellplätze geplant. 

50 Wohneinheiten zu viel für diesen Standort?
In der gestrigen Sitzung äußerte sich vor allem Dr. Rudolf Grothues (SPD) kritisch über die in der Beschlussvorlage angegebenen 50 Wohneinheiten. Man wolle nicht zu dicht in diesem Bereich besiedeln. Nadhira de Silva (Grüne) stimmte ihm bei diesem Punkt zu: „50 Wohneinheiten sind überdimensioniert." Da jedoch das Investor(inn)enauswahlverfahren zur Vergabe des Grundstücks gewählt wurde, braucht der Investor eine gewisse Wirtschaftlichkeit. „Mit architektonischer Ideenvielfalt könne man auch mit 50 Wohnungen einen Standort mit hoher Lebensqualität schaffen.", heißt es aus der Verwaltung. Damit zeigten sich die Fraktionen jedoch nicht zufrieden. Die Masse dieser Wohneinheiten seien eine zu große Belastung für die Anwohner. Schließlich schlug Uwe Denkert, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, vor, die Wohneinheiten auf 40 im Beschluss zu reduzieren. Letztlich einigte man sich auf diesen Kompromiss.

Die Auswahl eines Investors/einer Investorin
Vorerst werden sich die eingereichten städtebaulichen und architektonischen Konzepte sowie die Kaufpreisangebote angeschaut. Eine Fachjury prüft und bewertet schließlich die eingereichten Unterlagen entsprechend einem Bewertungsschema und spricht eine Empfehlung an das zuständige Gremium der Stadt Beckum aus. Gestern entschieden die Ausschussmitglieder im Ausschuss für Stadtentwicklung, dass nun dieses offene Investor(inn)enauswahlverfahren mit weniger Wohneinheiten initiiert werden kann.

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