Am Dienstag 15. November, tagt um 17.00 Uhr der Schul-, Kultur- und Sportausschuss der Stadt Beckum, in der Mensa der Gesamtschule Ennigerloh-Neubeckum, Turmstraße 20.
Du bist herzlich eingeladen, dich im öffentlichen Teil der Sitzung über die vorgeschlagene Ergänzung und Korrektur von Stolpersteinen zu informieren.
In Europa gibt es mehr als 90 000 Stolpersteine, die der Künstler Gunter Demnig von 1993 bis heute in über
1.800 Städten und Gemeinden zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus verlegt hat.
32 dieser Steine wurden 2007 in Beckum verlegt. Zuvor hatte der Rat der Stadt Beckum in seiner Sitzung am 27.09.2006 einstimmig beschlossen, die Aktion Stolpersteine zu unterstützten.
Herr Stefan Wittenbrink, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Beckum, schlägt eine Ergänzung der vorhandenen Stolpersteine um weitere 14 Steine sowie die Korrektur zweier bereits verlegter Stolpersteine vor. Grundlage seines Vorschlages sind umfangreiche Recherchen, zum Beispiel im Kreisarchiv Warendorf, im Bundesarchiv sowie in diversen digitalen Datenbanken in Israel und in den USA. Damit hat er einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, das Schicksal möglichst vieler in Beckum geborener oder aufgewachsener Jüdinnen und Juden und anderer verfolgter Gruppen aufzuklären.
Die Personen, für die er Stolpersteine vorschlägt, gehören teils zu Familien, für die bisher keine Stolpersteine existieren, wie Hans und Julius Andriessen und August, Margarete und Victor Chery und teils zu Familien, für die bereits Stolpersteine verlegt wurden, wie Fritz Salomon Arnstein und Richard Helmut Deutschkron-Schild, für deren Mütter bereits Stolpersteine existieren.
Für alle gilt, dass sie in Beckum geboren wurden oder wohnhaft gewesen sind, dass sie im Laufe der NS-Diktatur ermordet oder vermisst wurden oder Suizid begangen haben und, dass es für sie in Deutschland noch keinen Stolperstein gibt.
Für die Schwestern Paula und Klara Heine wurden 2007 Stolpersteine vor dem Haus Nordstraße 24 verlegt. Hier hat Herr Wittenbrink herausgefunden, dass die beiden geistig beeinträchtigten Frauen nicht nach Polen ausgewiesen wurden, wie auf den Stolpersteinen vermerkt, sondern dass sie Euthanasieopfer waren, die in einer als Pflege- und Heilanstalt getarnten Einrichtung in Brandenburg in einer Versuchsgaskammer zu Tode kamen. Deshalb sollen die bestehenden Stolpersteine durch neue ersetzt werden.
Gunter Demnig verlegt nach wie vor die meisten neuen Stolpersteine selbst. Er ist allerdings heute im Namen der „Stiftung – Spuren – Gunter Demnig“ tätig, die er zwischenzeitlich gegründet hat, um zu sichern, dass das Projekt unabhängig von ihm weiterbestehen wird. Für die Verlegung der Stolpersteine muss in Abstimmung mit der Stiftung ein Vorlauf von circa 10 Monaten einkalkuliert werden. Pro Stein fallen nach derzeitigem Stand Kosten in Höhe von 120 Euro an. Somit müssen insgesamt 1.920 Euro finanziert werden, die durch Spendengelder finanziert werden sollen.
Der Heimat- und Geschichtsverein Beckum und die Stadt Beckum kooperieren bei der Verlegung der geplanten Stolpersteine. Herr Wittenbrink wird in der Sitzung ausführlich über seine Recherchen zur Ergänzung der Stolpersteine berichten.





