23. Mai 2023 / Politik

Dorfinnenentwicklungskonzept Roland: Antworten auf Fragen und Projektstatus

Dorfinnenentwicklungskonzept (DIEK) in Roland

Im Ausschuss für Stadtentwicklung, der am heutige Dienstag, 23. Mai 2023 um 17 Uhr, in der Aula der Antoniusschule stattfindet, wird das Dorfinnenentwicklungskonzept Roland erläutert.

Die CDU-Fraktion hatte eine Bestandsaufnahme zum Dorfinnenentwicklungskonzept (DIEK) in Roland und die Beantwortung von Fragen beantragt, die nachfolgend beantwortet werden. 

Wie steht es um die Breitbandversorgung in Roland?

In Roland besteht bereits eine gute Abdeckung für breitbandige Anbindung über Kabelanbieterinnen und Kabelanbieter. Auf Basis von DSL-Verbindungen sind in weiten Teilen Rolands Bandbreiten von >= 100 Megabit pro Sekunde verfügbar. Glasfaser mit entsprechend hochbreitbandigen Anbindungen wird künftig durch den angekündigten Ausbau der Telekom auch in Roland verfügbar werden. Die Telekom hat angekündigt, ihr Glasfaser-Ausbauvorhaben für gesamt Beckum ab dem 4. Quartal 2023 zu starten. Einen konkreten Terminplan, wann welcher Teil Beckums ausgebaut wird, gibt es bisher nicht. Wenn die Telekom wie angekündigt mit dem Ausbau beginnt, darf mit einer Fertigstellung für ganz Beckum bis Ende 2025 gerechnet werden. Im DIEK Roland sind eine Vielzahl von städtebaulichen Defiziten benannt worden. Sind diese Defizite bereits ausgeräumt? 

Im Handlungsfeld „öffentliche Räume“ im Roländer Ortskern wurden viele Schwächen aufgezählt. Sind diese Schwächen bereits beseitigt worden?

Für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Entwicklung von Roland und Vellern wurden für die beiden Stadtteile im Jahr 2018 Dorfinnenentwicklungskonzepte erarbeitet und durch den Rat der Stadt Beckum beschlossen. Im Dorfinnenentwicklungskonzept Roland sind zahlreiche Projektideen und Handlungsempfehlungen enthalten, die unter anderem durch die tatkräftige Mitwirkung der Einwohnerinnen und Einwohner Rolands entwickelt wurden. 

Das informelle Entwicklungskonzept bildet den Startpunkt und stellt ein Steuerungsinstrument beziehungsweise eine Rahmenplanung für eine langfristig angelegte und dynamische Dorfentwicklung bis 2030 dar. Das Konzept ist dabei nicht als feststehende, durch die Verwaltung abzuarbeitende Projektliste zu verstehen, sondern kann und soll auch erweitert, ergänzt und an veränderte Rahmenbedingungen angepasst werden. 

So wurden zum Beispiel die Projektideen „E-Bike-Ladestation“ (siehe unten) oder das „Mehrgenerationenwohnen Tilsiter Straße“ aufgrund von fehlender Nachfrage nicht weiterverfolgt. Auf den Grundstücken an der Tilsiter Straße sind indes private Baugrundstücke entstanden. Das Ziel, neuen Wohnraum in Roland zu schaffen, wurde – angepasst an neue Rahmenbedingungen – schließlich dennoch erreicht. Teilweise kann die Stadtverwaltung zudem nur im begrenzen Umfang Einfluss auf Projekte nehmen, da die Stadt Beckum zum Beispiel nicht selber Eigentümerin von Flächen oder baulichen Anlagen ist. Dies betrifft beispielsweise die Umgestaltung der Vorhelmer Straße oder den gewünschten Dorfladen an der Tankstelle. 

Projekte wie die Bushaltestelle an der ehemaligen Schule oder auch die Planung des Baugebietes an der Augustastraße  sind bereits in der Bearbeitung und im Arbeitsplan der Stadtverwaltung berücksichtigt. Es sind aber auch bereits vermeintlich „kleinere“ Projekte im Dorf mit viel Engagement umgesetzt worden. Dazu zählt die Calisthenics-Anlage an der Schulstraße oder der Bücherschrank an der Kita St. Michael. 

Die Umsetzung aller Projektideen im DIEK Roland ist aufgrund von unterschiedlichen Rahmenbedingungen (beispielsweise bisheriger Ausarbeitungsgrad und Komplexität, verfügbare Fördermittel, Eigentumsverhältnisse et cetera) nicht immer möglich, vor allem nicht kurzfristig. Eine starre „Gesamtumsetzung“ des DIEK zur Ausräumung der städtebaulichen Defizite und Schwächen im öffentlichen Raum ist und war entsprechend nie das Ziel und kann nicht als Bewertungsmaßstab des Stadtteils Rolands hinsichtlich seiner Wohn- und Aufenthaltsqualität dienen. 

Die Umsetzung weiterer, auch über das DIEK hinaus entwickelter Projekte, ist zweifelslos weiter anzustreben. Insgesamt hängt der Erfolg des Dorfinnenentwicklungskonzeptes jedoch entscheidend davon ab, wie sehr sich die Dorfgemeinschaft in Roland auch weiter an einer Umsetzung der Ideen in der Zukunft beteiligt, die Projekte konkretisiert und ausführlich über den anfänglichen Projektstand hinaus ausarbeitet. Denn erst detailscharfe Projektprofile können nach Rückkopplung mit der Verwaltung der Politik vorgestellt werden, sodass zur Umsetzung des Projektes Fördermöglichkeiten geprüft, eine Zeit- und Finanzplanung entwickelt und schließlich Haushaltsmittel eingestellt werden können. Dabei müssen die finanziellen und personellen Umsetzungsressourcen der Verwaltung berücksichtigt und die jeweiligen Projekte im Rahmen der gesamtstädtischen Aufgaben priorisiert werden. 

Roland liegt an der 100 Schlösser Route. Daher ist im DIEK eine E-Bike-Ladestation vorgesehen. Wie weit ist die Umsetzung dieser Maßnahme?

Roland liegt ausschließlich an der Zementroute Beckum. Die Radroute weist eine Strecke von 27 Kilometern auf, welche in der Regel mit einer Akku-Ladung gefahren werden kann. Zudem wurde die Platzierung einer E-Bike-Ladestation an einem öffentlichen Standort ohne Freizeitangebot/Gastronomie als wenig zielführend bewertet. Nach Prüfung von möglichen Standorten und Rücksprache zwischen der Lenkungsgruppe und der Verwaltung der Stadt Beckum wurde der Entschluss gefasst, das Projekt nicht weiter zu verfolgen. 

Der Dorfplatz in Roland ist der zentrale Treffpunkt und Veranstaltungsort. Wie weit sind die Planungen für eine Aufwertung des Platzes vorangeschritten?

Die Schaffung eines zentralen Treffpunktes und Veranstaltungsortes als generationsübergreifender Dorfplatz ist im DIEK für den Stadtteil Roland als ein Projekt mit Leitfunktion für die Stadtentwicklung beschrieben. Die Stadt Beckum ist jedoch nicht Eigentümerin sämtlicher für die Umsetzung des Projektes erforderlicher Flächen. Dieser Zustand lag bereits bei der Erstellung des DIEK vor und war bekannt. Darüber hinaus kann ein solches Projekt nur gemeinsam von Dorfgemeinschaft, Politik und Verwaltung realisiert werden. Das erfordert eine intensive Überarbeitung der Projektskizze, umfangreiche Beteiligung der Dorfgemeinschaft und eine ausführliche vorbereitende Planung, gegebenenfalls unter Mitwirkung eines externen Landschaftsplanungsbüros. Für das laufende Haushaltsjahr stehen dafür jedoch weder finanzielle noch personelle Mittel zur Verfügung, sodass ein Projetstart nicht erfolgen kann. 

Das Baugebiet Augustastraße ist für den Stadtteil Roland von herausragender Bedeutung. Wie weit sind die Planungen vorangeschritten?

Das geplante Baugebiet in der Augustastraße in Roland ist gemäß der Wohnbedarfsanalyse als eines der kurzfristig bis zum Jahr 2025 zu entwickelnden Projekte vorgesehen. 

Die gegenwärtige Zeitplanung strebt eine Rechtskraft eines Bebauungsplans für das Baugebiet an der Augustastraße im Jahr 2023 und eine Erschließung des Baugebietes ab dem Jahr 2024 an. Eine frühzeitigere Entwicklung des Baugebietes an der Augustastraße im Stadtteil Roland war nach Einschätzung der Verwaltung aufgrund der in diesem Bauleitplanverfahren absehbar komplexen planerischen Konfliktbewältigung (insbesondere Hochwasserschutz) nicht realistisch. Ein erforderliches Hochwasserschutzgutachten wurde schließlich im April 2023 mit positivem Ergebnis abgeschlossen, sodass der Start des notwendigen Bauleitplanverfahrens nun angestrebt wird.

Text von Elisabeth Eickmeier.

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