Wir haben Beckums vier Bürgermeisterkandidaten und -kandidatinnen zum exklusiven Interview getroffen. Sie haben uns spannende Einblicke in ihre Visionen für die Zukunft unserer Stadt gegeben! Was sie wirklich vorhaben und wie sie Beckum verändern wollen, erfährst du hier! Du findest das Gespräch auch als Videointerview auf unserem Youtube Kanal. >> Hier geht's zum Videointerview mit Nicolas van Kevelaer!
Dein Beckum:
Was ist Ihre persönliche Motivation, sich für das Bürgermeisteramt zu bewerben? Und warum ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt für Sie?
Nicolas van Kevelaer:
Ich bin in Beckum aufgewachsen - meine Familie lebt hier, ich bin hier verwurzelt. Nach dem Abitur am Kopernikus-Gymnasium ging ich zur Marine. Meine Frau Lisa und ich haben sehr früh gemeinsam entschieden, dass Beckum bei aller Abwesenheit, die die Marine eben so mit sich bringt, unser Heimathafen bleibt.
Hier kommen wir her, hier fühlen wir uns wohl und hier haben wir unsere Familie um uns herum. Insbesondere jetzt mit unseren zwei kleinen Kindern Friedrich und Clara ist der familiäre Rückhalt für uns unbezahlbar. Noch während meiner Zeit als Marineoffizier habe ich ganz bewusst den Schritt in die Kommunalpolitik gemacht, weil ich Verantwortung für unser Beckum übernehmen möchte.
Als mich dann aus der CDU die Frage erreichte, ob ich mir vorstellen kann, noch etwas mehr Verantwortung für Beckum zu übernehmen und für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren, habe ich nicht lange gezögert. Für mich ist diese Aufgabe eine große Ehre und ich freue mich, diesen Weg zu gehen.
Es ist der richtige Zeitpunkt, weil wir in Beckum vor großen Weichenstellungen stehen: Wir müssen investieren - in Bildung, Infrastruktur und Sicherheit - und gleichzeitig verantwortungsvoll mit knappen Ressourcen umgehen. Ich bringe die Erfahrung, Führungskompetenz und das strategische Denken mit, um diese Herausforderung anzupacken. Eine Stadt wie Beckum ist wie ein großer Tanker, kein Speedboot. Veränderung braucht einen klaren Kurs und ruhige, aber entschlossene Führung. Genau das möchte ich als Bürgermeister einbringen.
Dein Beckum:
Welche Erfahrungen bringen Sie mit, die Sie für dieses Amt qualifizieren?
Nicolas van Kevelaer:
Das Bürgermeisteramt setzt sich für mich aus drei zentralen Stützpfeilern zusammen: Verwaltung, Repräsentation und Führung. Genau hier bin ich stark.
Als Offizier bei der Marine habe ich gelernt, Menschen zu führen. Verantwortungsvoll, empathisch und mit klarer Struktur. Diese Führungskompetenz ist elementar, wenn man eine Verwaltung mit mehreren hundert Mitarbeitenden leitet.
Auch das Thema Verwaltung spielte in meiner Zeit bei der Bundeswehr eine zentrale Rolle, es braucht viele vergleichbare Prozesse. Das hat mir ein gutes Gespür für Abläufe, Schnittstellen und Effizienz vermittelt.
In meiner jetzigen Rolle bei der Firma Winkelmann in Ahlen bin ich mit strategischer Unternehmensentwicklung und Repräsentation befasst. Auch das bereitet mich gut auf die Aufgaben als Bürgermeister vor. Ich bin überzeugt: Beckum braucht jetzt frischen Schwung, Entscheidungsfreude und wirtschaftliches Denken. Dafür stehe ich.
Dein Beckum:
Welche politischen Werte vertreten Sie und wie spiegeln sich diese in Ihrer Arbeit wider?
Nicolas van Kevelaer:
Ein zentraler Wert für mich ist Generationengerechtigkeit. Wir treffen heute Entscheidungen, die unsere Kinder und Enkel direkt betreffen. Als Familienvater weiß ich, wie wichtig die Entwicklung unserer Kinder ist. Verantwortung zu übernehmen bedeutet für mich: zuhören, handeln und auch dann dranzubleiben, wenn es unbequem wird. Ich stehe für eine moderne, aber zugleich werteorientierte Kommunalpolitik. Bewährtes bewahren, mit Maß und Verstand weiterentwickeln. Das ist für mich konservativ im besten Sinne.
Ein weiteres Anliegen ist mir die Kommunikation: Politik muss nahbar sein. Deshalb mache ich nicht nur klassische Veranstaltungen, sondern biete mit meinem Podcast BEsprochen ein niedrigschwelliges Format an, bei dem ich Bürgerfragen aufgreife und über kommunale Themen transparent spreche. So stärken wir das Vertrauen in die Politik und zeigen: Jeder kann mitreden. Mir ist es ein Anliegen, dass dieses Format insbesondere bei erfolgreicher Wahl weitergeführt wird. So können wir direkt aus dem Rathaus berichten, welche Themen aktuell relevant sind und geben unseren Bürgerinnen und Bürgern damit die Möglichkeit zu reagieren. Auch mit konstruktiver Kritik, falls der eingeschlagene Kurs doch mal Korrektur braucht.
Dein Beckum:
Was sind die drei wichtigsten politischen Themen, die Sie als Bürgermeister sofort angehen möchten und warum?
Nicolas van Kevelaer:
Ich habe fünf klare Schwerpunkte formuliert, die ich in Beckum anpacken möchte: Bildung und Kinderbetreuung, Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung, Sicherheit und solide Finanzen. Wenn Sie mich nach drei Themen fragen, die ich als besonders dringend erachte, um Beckums Zukunft zu gestalten, dann sind das: Bildung und Kinderbetreuung, Wirtschaftsförderung und solide Finanzen.
Gute Bildung beginnt mit verlässlicher Kinderbetreuung und genau daran hat es in der Vergangenheit gemangelt. Das darf sich nicht wiederholen. Eltern brauchen Planungssicherheit, Kinder gute Startchancen. Wir legen in den jungen Jahren den Grundstein dafür, dass unsere Kleinen erfolgreich und selbstbewusst ins Leben starten können und wir sollten dafür ganz klar sicherstellen, dass Eltern nicht jedes Jahr bangen müssen, ob es denn dieses Jahr für einen Betreuungsplatz reicht. Das haben meine Frau und ich selbst einmal erlebt und das sollten wir niemandem zumuten.
Zweitens: Ohne eine aktive Wirtschaftsförderung werden wir nicht in der Lage sein, die Einnahmenseite der Stadt zu stärken. Wir müssen Unternehmen halten, neue ansiedeln und die nötige Infrastruktur, wie Gewerbeflächen und digitale Infrastruktur, bereitstellen. Auch die Vermittlung zwischen Energienutzern und Energiebereitstellern möchte ich proaktiv begleiten. Gleichzeitig sollten wir unsere Standortvorteile nicht aufgeben, sondern stärken. Hierzu gehört für mich klar auch eine Konstanz der Gewerbesteuerhebesätze.
Drittens: Die finanzielle Lage der Stadt Beckum ist angespannt. Das geht sicherlich nicht nur uns so, braucht aber trotzdem einen klaren Blick. Wir haben einige Herausforderungen vor der Brust. Mit einigen Wahlversprechen bin ich ehrlicherweise nicht einverstanden, denn deren finanzielle Realisierbarkeit ist schon am heutigen Tage nicht zweifellos gegeben. Genau deshalb brauchen wir eine klare Priorisierung, mehr Effizienz in der Verwaltung und ein ganzheitliches Verständnis von nachhaltiger Haushaltspolitik.
Ich werde keine leeren Versprechungen machen. Aber ich verspreche, ehrlich zu priorisieren und solide zu wirtschaften. Eine „hemmungslose Neuverschuldung“ wird es mit mir nicht geben. Wir haben die Verantwortung, auch nachfolgenden Generationen noch Handlungsspielräume zu eröffnen – und genau deshalb dürfen wir diese nicht über die Maßen belasten.
Dein Beckum:
Beckum als familienfreundliche Stadt – was ist Ihre Vision und wie wollen Sie dieses Ziel konkret umsetzen?
Nicolas van Kevelaer:
Familienfreundlichkeit ist mehr als Kinderbetreuung – sie umfasst alle Generationen. Ich möchte Beckum so gestalten, dass Kinder gut aufwachsen, Alleinstehende und Paare hier gut leben, Eltern Beruf und Familie vereinen können und auch Seniorinnen und Senioren ein gutes Leben in unserer Stadt führen können.
Wir brauchen flexible und qualitativ hochwertige Kinderbetreuungsangebote. Eine aktive Förderung von Betreuung in Randzeiten, wie es auch viele andere Kommunen aktiv unterstützen, ist für mich unabdingbar. In Zeiten flexibler Arbeitszeiten und Schichtarbeit müssen wir als Stadt als starker Partner an der Seite der Eltern stehen und das bedeutet, eben auch in komplizierteren Fällen da zu sein, die vielleicht nicht dem klassischen Stundenplan entsprechen.
Schulen sollen Lernorte sein, an denen sich Kinder wohlfühlen und motiviert lernen können. Das braucht moderne Infrastruktur und digitale, gut nutzbare Ausstattung.
Für Jugendliche müssen wir mehr Freiräume schaffen. Aufenthaltsorte wie Bolzplätze oder Streetballflächen, die auch zu ihrem Lebensrhythmus passen. Also im besten Fall nicht direkt im Wohngebiet, sondern da, wo man auch mal etwas lauter sein kann, denn auch das gehört dazu.
Und im Alter? Da geht es um Barrierefreiheit, Begegnungsräume und Strategien gegen Einsamkeit. Wir haben hier in Beckum, was das Thema Begegnungsräume angeht, schon vieles Tolles. Auch ehrenamtliches Engagement, das es zu unterstützen gilt. Durch weniger Bürokratie, mehr Unterstützung und einen zentralen Ansprechpartner in der Verwaltung. Der dann auch mit Herzblut begleitet.
Beckum soll eine Stadt sein, in der sich alle Generationen zu Hause fühlen und auch gerne hier bleiben oder nach Ausbildung oder Studium aus der Ferne wieder zurückkommen.
Dein Beckum:
Und wie machen Sie Beckum zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort?
Nicolas van Kevelaer:
Beckum hat großes Potenzial, wir müssen es jedoch aktiv heben. Die Gewerbesteuerhebesätze dürfen nicht weiter steigen, wenn wir wettbewerbsfähig bleiben wollen. Gleichzeitig braucht es einen echten Austausch mit den Unternehmen - direkt, offen, auf Augenhöhe. Das ist Chefsache und als Bürgermeister werde ich diesen Dialog persönlich führen. Zusätzlich werde ich mich aktiv engagieren, potenzielle Neuansiedlungen anzusprechen.
Ich habe beruflich viel mit unternehmerischen Entscheidungen zu tun. Auch durch meinen akademischen Hintergrund in Wirtschaft verstehe ich die Sprache der Wirtschaft und kenne ihre Herausforderungen. Wir brauchen mehr Gewerbeflächen, eine moderne Infrastruktur und vor allem eine Verwaltung, die möglich macht, statt zu verhindern.
Wenn ein Unternehmen Beckum verlässt, weil es hier nicht die richtigen Rahmenbedingungen findet, ist das ein Alarmsignal. Das darf nicht noch einmal passieren. Wir brauchen attraktive Gewerbeflächen, klaren Austausch und konstante Rahmenbedingungen, damit unsere Unternehmen langfristig in Beckum planen können und gerne bleiben oder zu uns kommen.
Mir ist wichtig, dass wir ein gemeinsames Verständnis entwickeln. Mit passenden Rahmenbedingungen schaffen wir es, unseren Unternehmen ein verlässlicher Partner zu sein – und gleichzeitig profitieren wir als Stadt und schaffen uns finanzielle Freiräume für Bildung, Kultur und Sport.
Dein Beckum:
Wie stellen Sie sicher, dass die Interessen der Ortsteile Roland, Neubeckum und Vellern in der Gesamtentwicklung von Beckum gleichwertig berücksichtigt werden?
Nicolas van Kevelaer:
Mir ist wichtig, dass die Ortsteile nicht nur mitgedacht, sondern aktiv eingebunden werden. Dafür braucht es Präsenz und Dialog, nicht nur im Rathaus, sondern vor Ort. Ich möchte Bürgersprechstunden in allen Ortsteilen anbieten, Gespräche auf Wochenmärkten oder in Cafés. Überall dort, wo Menschen im Alltag unterwegs sind.
Und das nicht nur während bzw. vor der Wahl. Ich habe in Bezug auf meinen Podcast BEsprochen schon einmal gesagt, dass ich niedrigschwellige Kommunikationsangebote sehr wertvoll finde, wenn es um den Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern geht. Auch im Austausch mit unseren Ortsteilen finde ich eine Einladung ins Rathaus nicht ganz so gelungen. Ich möchte rausgehen, zu den Menschen und einfach ehrlich sprechen.
Gerade in Ortsteilen wie Roland oder Vellern mit aktiven Dorfgemeinschaften gilt es, bestehende Strukturen zu stärken und mitzunehmen. Ich bin sehr froh, dass sich in unseren kleineren Ortsteilen ein zentraler Kern herausgebildet hat, der die Dorfentwicklung aktiv mitgestalten möchte. Dieses ehrenamtliche Engagement trägt wesentlich dazu bei, dass wir die Chance erhalten, gemeinsam zu gestalten. Und ich kann mir gut vorstellen, dass sich viele Gemeinden wünschen würden, dass ihre Bürgerinnen und Bürger so aktiv sind, sich so sehr einbringen, wie in Vellern und Roland.
Auch in Neubeckum möchte ich präsent und ansprechbar sein. Wer mich im Ort trifft, weiß, dass ich gerne einen Moment verweile, um in den Austausch zu kommen.
Ich möchte die lokale Identität unserer Ortsteile erhalten – aber auch gemeinsame Perspektiven für das große Ganze entwickeln. Hier geht es um Anbindung und Einbindung und darum, den Menschen das Gefühl zu geben, dass wir alle eine Gemeinschaft sind und Beckum gemeinsam gestalten. Beckum ist mehr als die Summe seiner Ortsteile – und jeder Ortsteil trägt etwas Wertvolles zur Gesamtstadt bei.
Dein Beckum:
Der Haushaltsplan 2025 weist einen Fehlbetrag von 10,1 Millionen € auf. Gleichzeitig stehen große Investitionen an, z. B. in Bildung und Infrastruktur. Wie wollen Sie das stemmen?
Nicolas van Kevelaer:
Wir müssen ehrlich sein: Es wird nicht alles gleichzeitig funktionieren. Der Kapitaldienst unserer Investitionen darf unseren Ergebnisplan nicht über die Maßen belasten, sodass wir auf der einen Seite die Haushaltssicherung, also das „Zügel aus der Hand geben“, vermeiden und auf der anderen Seite nachkommenden Generationen Handlungsspielräume lassen.
Wir brauchen dazu eine klare Priorisierung unserer Investitionen. Bildung, Gewerbeflächenentwicklung und kritische Infrastruktur, wie unsere Feuerwehr, haben Vorrang, denn hier geht es um Zukunft und Sicherheit.
Gleichzeitig gilt: Jede Investition muss durchdacht sein. Wenn wir es gleichzeitig schaffen, neue Betriebe anzusiedeln und bestehende zu unterstützen, wächst unsere Einnahmenseite. Aber auch auf der Ausgabenseite müssen wir ansetzen: Wo übererfüllen wir Aufgaben, also klare Auf- und Ausgabenkritik? Wo können wir durch Digitalisierung Prozesse effizienter gestalten? Hier braucht es einen klaren Blick und einen Fokus auf das Machbare.
Ich möchte Beckum solide führen - mit Verantwortung für die nächsten Jahre und auch für die kommenden Generationen.
Wir bedanken uns herzlich bei Nicolas van Kevelaer für das offene und aufschlussreiche Gespräch und die spannenden Einblicke in seine Visionen für Beckum. Schau dir jetzt das ausführliche Interview an!
Hinweis: Allen Bürgermeisterkandidatinnen und -kandidaten wurden die gleichen Interviewfragen gestellt. Dein Beckum ist parteipolitisch neutral. Das eingebundene Video wurde von Herrn van Kevelaer zusätzlich zum Interview gebucht und stellt eine bezahlte Werbemaßnahme dar.
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