1. Oktober 2026 / Politik

Beckumer Haushalt: Fehlbetrag wächst auf 10,45 Millionen Euro

Jugendhilfe und Rettungsdienst reißen Lücken. In einer Woche befasst sich der Finanzausschuss mit dem aktuellen Zwischenbericht.

Das Loch in der Beckumer Stadtkasse wird größer. Nach dem aktuellen Haushaltsbericht rechnet die Verwaltung für 2026 mit einem Fehlbetrag von rund 10,45 Millionen Euro. Eingeplant waren 5,56 Millionen Euro. Der Haupt-, Finanz- und Digitalausschuss nimmt den Bericht am Donnerstag, 8. Oktober, ab 17.30 Uhr in der Aula der Antoniusschule zur Kenntnis. Die Sitzung ist öffentlich.

Der Bericht ist eine Zwischenbilanz. Zum Stichtag 1. September haben die Fachbereiche geschätzt, wie ihre Budgets zum Jahresende aussehen. Abgerechnet wird erst mit dem Jahresabschluss.

Am stärksten schlägt die Kinder-, Jugend- und Familienhilfe zu Buche. Familienbezogene Hilfen, Hilfen für junge Volljährige und Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen kosten mehr als erwartet. Der Bereich liegt rund 1,78 Millionen Euro über dem Ansatz.

Fast ebenso groß ist die Lücke im Bereich Sicherheit und Ordnung. Er schneidet rund 1,52 Millionen Euro schlechter ab als geplant. Ein Grund sind die Gebühren für den Rettungsdienst. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten laut Bericht nicht mehr vollständig und erkennen gebührenfinanzierte Anteile nicht mehr an.

Hinzu kommen geringere Gemeindeanteile an der Einkommen- und Umsatzsteuer. Im Bereich Allgemeine Finanzwirtschaft, in dem unter anderem diese Anteile verbucht werden, fehlen ebenfalls rund 1,52 Millionen Euro. Bei der Gewerbesteuer hält die Verwaltung am Planansatz fest, verweist aber auf die Schwankungen dieser Einnahme.

Vergleichsweise gering fällt die Abweichung bei den sozialen Leistungen aus. Die Pauschalen nach dem Flüchtlingsaufnahmegesetz sinken, weil weniger Geflüchtete kommen. Zudem steigt laut Bericht die Zahl der Menschen mit Duldungsstatus, für die die Stadt keine Kosten abrechnen kann. Unterm Strich liegt der Bereich rund 216.000 Euro über dem Plan.

Einsparungen in vielen anderen Bereichen gleichen die Mehrkosten laut Bericht nicht aus.

Auch der Sparauftrag aus den Haushaltsberatungen geht nicht auf. Im Haushalt steht ein globaler Minderaufwand von rund 1,45 Millionen Euro, eine pauschale Kürzung ohne konkrete Zuordnung. Weil das Jahresergebnis schlechter ausfällt als geplant, lässt sich diese Summe laut Bericht voraussichtlich nicht einsparen. In der Prognose ist sie nicht mehr enthalten.

Aufgefangen wird das Minus zum Großteil von der Ausgleichsrücklage, dem Polster aus früheren Überschüssen. Solange es reicht, gilt der Haushalt rechtlich als ausgeglichen. Nach den Unterlagen liegen darin noch knapp 9 Millionen Euro. Mit dem Jahr 2026 wäre die Rücklage aufgebraucht. Mehr als 1,5 Millionen Euro müssten mit der Allgemeinen Rücklage verrechnet werden, also mit dem Eigenkapital der Stadt.

Eine Haushaltssperre oder einen Nachtragshaushalt hält die Verwaltung für wirkungslos. Der überwiegende Teil der Aufwendungen sei ohnehin verpflichtend. Eine Sperre würde zudem notwendige Sanierungen, etwa an Schulgebäuden, verschieben und tendenziell verteuern.

Eng wird es auch bei den Investitionen. Für Bauprojekte, Fahrzeuge und Grundstücke rechnet die Verwaltung 2026 mit einem Saldo von rund minus 21,4 Millionen Euro. Aus dem laufenden Haushalt kann sie nichts beisteuern, finanziert wird über Kredite. Die im Haushalt festgesetzte Kreditermächtigung von rund 17,5 Millionen Euro reicht dafür nicht aus. Die fehlenden knapp 3,9 Millionen Euro sollen aus der Ermächtigung des Vorjahres kommen, die laut Gemeindeordnung bis Ende 2026 fortgilt. Lieferengpässe oder Bauverzögerungen können die Summe laut Vorlage noch deutlich verschieben.

Für den laufenden Betrieb braucht die Stadt Liquiditätskredite, also kurzfristig geliehenes Geld. Der Bedarf liegt laut Vorlage rund 2 Millionen Euro über dem Plan. Reserven aus den Vorjahren gibt es nicht mehr, sie wurden bereits mit dem Jahresabschluss 2025 aufgezehrt.

Der Ausschuss nimmt den Bericht am 8. Oktober zur Kenntnis. Zu Beginn der Sitzung können Einwohnerinnen und Einwohner Fragen stellen. Wenn du wissen willst, wie es um die Stadtfinanzen steht, informier dich direkt vor Ort. Den vollständigen Bericht findest du im Ratsinformationssystem der Stadt Beckum.

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