Beim ersten Afterwork-Treffen 2026 der Wirtschaftsförderung Beckum ist ein Thema in den Mittelpunkt gerückt, das die Stadt in den vergangenen Wochen intensiv beschäftigt und politisch für Diskussionen gesorgt hatte: der städtische Haushalt. Gut 20 Teilnehmer verfolgten die Vorträge im Bistro & Café lytt aufmerksam und nutzten den Abend für Austausch und neue Kontakte.
Nach der Einführung durch Manuela Jakobs-Woltering, Wirtschaftsförderung Beckum und Einblicken in das Konzept des lytt durch Mitinhaberin Hannah Kirchschlager übernahm Bürgermeister Michael Gerdhenrich. Er gab einen Überblick über die finanzielle Lage der Stadt. Der Haushalt war nach einer kontrovers geführten Debatte beschlossen worden und ist inzwischen freigegeben. Damit kann die Stadt nun wieder regulär wirtschaften.
Gleichzeitig machte Gerdhenrich deutlich, dass die Situation angespannt bleibt. Die Stadt Beckum weist ein Defizit von rund 5,6 Millionen Euro auf. Steigende Ausgaben treffen auf begrenzte Einnahmemöglichkeiten. „Die Lage ist angespannt, aber nicht hoffnungslos“, so der Bürgermeister.
Im Anschluss richtete Johannes Waldmüller vom Fachdienst Stadtplanung und Wirtschaftsförderung den Blick nach vorn. Unter dem Titel „Städte als Triebfeder von Innovation und Wirtschaft“ ging er auf grundlegende Zusammenhänge der Stadtentwicklung ein und übertrug diese auf Beckum.
Dabei wurde deutlich, wie stark sich die Stadt entwickelt hat. Von rund 6.000 Einwohnern im Jahr 1910 ist Beckum auf heute etwa 38.000 gewachsen. Neben klassischen Wirtschaftszweigen gewinnen zunehmend Faktoren wie Lebensqualität, Freizeitangebote und ein funktionierendes Miteinander an Bedeutung.
Johannes Waldmüller betonte, dass gerade diese sogenannten weichen Standortfaktoren entscheidend sind, um Menschen langfristig an eine Stadt zu binden. Angebote im Sport- und Freizeitbereich sowie lebendige Quartiere tragen dazu bei, Beckum attraktiv zu halten.
Ein zentrales Fazit des Abends: Beckum verfügt über eine hohe „Klebekraft“. Viele Menschen, die die Stadt zwischenzeitlich verlassen, kehren später wieder zurück. Diese Bindung gilt als wichtiger Faktor für die zukünftige Entwicklung.
Neben den inhaltlichen Impulsen blieb ausreichend Zeit für Gespräche. In entspannter Atmosphäre wurde genetzwerkt, diskutiert und der Austausch aktiv gesucht.
Aus dem Kreis der Teilnehmer wurde vereinzelt der Wunsch nach konkreteren Einblicken in die Innenstadtentwicklung geäußert. Insgesamt wurde das Format jedoch als gelungener Rahmen für Information und Austausch wahrgenommen.





