Das leerstehende ehemalige Empfangsgebäude des Bahnhofs Neubeckum beschäftigt die Beckumer Politik seit Jahren. In der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung am 30. Juni 2026 fiel nun ein einstimmiger Beschluss auf Antrag der CDU-Fraktion: Die Bahnhofsretter sollen bis zur Ausschusssitzung am 13. Oktober 2026 ein tragfähiges und ausfinanziertes Konzept vorlegen. Potenzielle Investoren sollen ihre Planungen anschließend ebenfalls im Ausschuss vorstellen. Erst danach soll über das weitere Vorgehen entschieden werden.
Leerstand trotz vereinzelter Bemühungen
Das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude steht seit Jahren leer. Laut Verwaltung wurde vereinzelt Interesse an dem Gebäude geäußert, jedoch bislang ohne konkrete Handlungsabsichten oder belastbare Eigeninitiative. Eine dauerhafte und tragfähige Nachnutzung ist auch nach verschiedenen Versuchen nicht in Sicht. Die Verwaltung geht davon aus, dass die gegenwärtige Situation noch mehrere Jahre andauern könnte.
Bahnhofsretter bauen Infrastruktur aus
Die Bahnhofsretter, eine Abteilung des Heimatvereins Neubeckum e. V., haben in den vergangenen Monaten die technische Infrastruktur der ehemaligen Empfangshalle ausgebaut. Auf Grundlage eines Gestattungsvertrags mit der Stadt wurden unter anderem Toilettenräume wiederhergestellt, ein Wanddurchbruch geschaffen, der Tunnelabgang mit einem Bodenbelag versehen und die Stromversorgung verbessert. Die Stadt hat die Arbeiten mit rund 10.400 Euro bezuschusst. Vom 22. bis 24. Mai 2026 fand erstmals wieder eine Veranstaltung in der Halle statt: eine Kunstausstellung. Weitere Veranstaltungen für 2026 sind in Planung.
Die Erarbeitung eines wirtschaftlich tragfähigen Betreiberkonzepts für eine Veranstaltungshalle und eine Radstation im Gebäude, die die Bahnhofsretter ursprünglich in Zusammenarbeit mit dem Beratungsangebot „Initiative ergreifen" entwickeln wollten, ruht jedoch seit Monaten.
Städtebauliche Herausforderungen bleiben
Unabhängig von der Gebäudenutzung bestehen rund um den Bahnhof erhebliche städtebauliche Defizite: Das Bahnhofsumfeld wird von Nutzerinnen und Nutzern als ungepflegt und unattraktiv wahrgenommen, die Kapazitäten für das Fahrradparken reichen insbesondere in den Sommermonaten nicht aus. Die Verwaltung hatte dem Ausschuss mehrere mögliche Maßnahmen vorgestellt, darunter den Abbruch eines nicht denkmalgeschützten Nebengebäudes zugunsten einer neuen Fahrradabstellanlage mit bis zu 116 Stellplätzen, eine optische Aufwertung des Hauptgebäudes sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität im Bahnhofsumfeld. Über diese Maßnahmen wurde in der Sitzung noch kein Beschluss gefasst.
Nächster Schritt: 13. Oktober 2026
Der Ausschuss für Stadtentwicklung tagt als nächstes am 13. Oktober 2026. Bis dahin sind die Bahnhofsretter aufgefordert, ein konkretes, ausfinanziertes Konzept vorzulegen. Potenzielle Investoren sollen ihre Planungen in derselben Sitzung vorstellen. Auf dieser Grundlage will der Ausschuss dann über das weitere Vorgehen entscheiden.





