Das historische Bahnhofsgebäude in Neubeckum steht schon lange im Fokus der Lokalpolitik. Nun hat die FWG-Fraktion einen neuen Antrag eingebracht: Sie fordert nicht nur einen aktuellen Sachstandsbericht zur Nutzung durch die „Bahnhofsretter“, sondern bringt auch eine neue, größere Idee ins Spiel. Ein „Zementrevier“ nach dem Vorbild der >> Route der Industriekultur.
Zwei Anliegen, ein Antrag
Die FWG möchte wissen, wie weit die Stadt mit der angekündigten Nutzungsvereinbarung für das denkmalgeschützte Gebäude ist. Die ehrenamtliche Initiative „Bahnhofsretter“ plant dort einen Bürgerbahnhof mit Raum für Veranstaltungen, Vereine und Begegnung. Die Verwaltung hatte in früheren Ausschusssitzungen zugesagt, Strom und Wasser bereitzustellen sowie eine Vereinbarung zur gemeinsamen Nutzung vorzulegen.
Zugleich schlägt die FWG vor, das Bahnhofsgebäude in eine kulturhistorische Route einzubinden: Gemeinsam mit anderen Kommunen wie Ennigerloh, Beckum und Erwitte solle ein Netzwerk entstehen, das die industrielle Geschichte der Zement- und Kalkindustrie sichtbarer macht, mit dem Bahnhof Neubeckum als möglichem Einstiegspunkt.
Verwaltung reagiert zurückhaltend
Die Verwaltung stuft das Konzept aktuell als verfrüht ein, sieht offenen Klärungsbedarf bei der Machbarkeit und hält das touristische Potenzial derzeit für begrenzt, eine pauschale Ablehnung erfolgt jedoch nicht. Sie verweist auf fehlende Kapazitäten, offene Fragen zur Machbarkeit und den nach wie vor schwierigen Zustand des Gebäudes und Umfelds. Auch der touristische Nutzen werde als gering eingeschätzt. Schon 2020 hatte es einen ähnlichen Vorschlag gegeben, den die FWG damals auf Anraten der Verwaltung zurückgezogen hatte. Nun sieht die Stadt weiterhin keinen Spielraum, ein solches Großprojekt zu starten.
Fazit: Bürgerengagement trifft Realität
Die FWG will mit dem Antrag ein Zeichen setzen, für die Bedeutung des Bahnhofs und für eine stärkere kulturelle Vernetzung der Region. Ob der Vorschlag dieses Mal auf fruchtbareren Boden fällt, wird die Diskussion im Ausschuss für Stadtentwicklung am 28. Januar zeigen.






