Seitdem das Team der Stadtarchäologie auf dem Kirchplatz in Beckum das Zepter übernommen hat, konnten zahlreiche Funde zur historischen Entwicklung des Stadtraumes und zur Geschichte der Beckumer Stadtgesellschaft seit dem Mittealter geborgen werden.
Entdeckt hat das Grabungsteam neben verschiedenen Einzelfunden, wie beispielsweise einen großen Grabstein aus dem 15. Jahrhundert, auch ein Fragment eines sogenannten Pilgerhorns. Auf der Nordseite der gotischen Propsteikirche kamen außerdem Reste des ehemaligen Brautportals zum Vorschein. Die Bezeichnung bezieht sich auf den mittelalterlichen Brauch, Ehen vor dem Kirchenportal zu schließen und danach zur Messe einzuziehen. Außerdem wurden inzwischen mehr als 180 Bestattungen, darunter auch Kindergräber, untersucht.
„Anhand der Überreste können wir auch feststellen, ob ungünstige Lebensumstände sowie Mangelernährung für die hohe Sterblichkeit in der Frühen Neuzeit verantwortlich waren“, erklärt Grabungsleiter Dr. Joachim Meffert. Die ältesten Bestattungen sind Steinkistengräber aus dem 13. Jahrhundert, also aus dem Zeitraum der Beckumer Stadtgründung. Die Stadtarchäologie legt somit nicht nur bauliche Relikte frei, sondern kann auch einzigartige Einblicke in die Lebensumstände der verstorbenen Beckumerinnen und Beckumer vermitteln.
Um vor dem Ende der Grabungsarbeiten noch einmal einen Einblick in diese wertvolle historische Arbeit zu geben, bietet der Museumsverein des Beckumer Stadtmuseums am 19. Oktober 2023 um 18:30 Uhr einen Vortrag im öffentlichen Teil seiner diesjährigen Mitgliederversammlung an: Hier wird Grabungsleiter Dr. Joachim Meffert über die archäologischen Arbeiten berichten und die Funde historisch einordnen. Zuvor bietet die Stadtarchäologie am 12. Oktober 2023 ab 16 Uhr für alle Interessierten eine Führung vor Ort an.
Um Anmeldungen zum Vortrag wird gebeten: brede@beckum.de
Das Foto zeigt Grabungsleiter Dr. Joachim Meffert, der im Oktober über die neuesten Erkenntnisse zur Beckumer Stadtgeschichte informiert.





