Die fünfte Jahreszeit nähert sich dem Ende und das große Finale steht bevor. Am Sonntag zieht der Kinderkarnevalsumzug durch Beckum-Ost, am Montag folgt der Höhepunkt für alle Narren. Für die Wagenbauerinnen und Wagenbauer ist es der Moment, auf den sie wochenlang hingearbeitet haben. Dann ziehen die Vereine und Gruppen mit ihren aufwendig gestalteten Wagen und farbenfrohen Kostümen durch die Straßen.
Was am Rosenmontag so selbstverständlich durch Beckums Straßen rollt, entsteht in vielen Stunden konzentrierter Arbeit in Hallen und Werkstätten. Holz wird gesägt, Papierblumen gezupft, Figuren entstehen aus Spanplatten oder Pappmache, Ideen werden verworfen und neu gedacht. Wagenbau ist Teamarbeit, Handwerk und Herzblut zugleich. Es geht um Kreativität, um Gemeinschaft und um den Anspruch, jedes Jahr wieder etwas Besonderes auf die Straße zu bringen.
Dein Beckum hat mit Wagenbauchef Stefan Berger der der KG Altes Blaues Viertel (ABV) gesprochen und einen Blick hinter die Kulissen geworfen.
Aktuell gehören 16 aktive Wagenbauerinnen und Wagenbauer zum Team des ABV, darunter zwölf Männer und vier Frauen. Viele von ihnen sind seit Jahren dabei, einige sogar seit über zwei Jahrzehnten. Das Team bleibt über die Jahre hinweg erstaunlich konstant. Ab und zu pausiert jemand eine Session, gleichzeitig kommen neue Gesichter hinzu. So ist eine gewachsene Gemeinschaft entstanden, die den Beckumer Karneval aktiv mitgestaltet.
Mit dem Bau beginnen die Aktiven in der Regel drei bis vier Wochen vor Rosenmontag, abhängig davon, wann eine Halle zur Verfügung steht. Dann trifft man sich montags bis freitags ab 17 Uhr. Zusammen kommen so rund 500 Arbeitsstunden pro Session zusammen.
Das Motto entsteht meist schon im Sommer bei einem geselligen Abend. Ideen werden gesammelt, diskutiert und weiterentwickelt. Wichtig ist dem ABV nicht nur das passende Wagenthema, sondern auch eine stimmige Kostümidee. In den vergangenen Jahren wurde zudem bewusst das Thema der Alten Blauen Bande und der Gala-Sitzung eingebunden, sodass sich das Sessionsmotto wie ein roter Faden durch die gesamte Session zieht.
In der Gestaltung ist das Team frei. Häufig entstehen Figuren und Elemente aus Spanplatten, die ausgeschnitten und am Wagen befestigt werden. Eine besondere Tradition hat sich seit 2019 entwickelt. Der Sessionsorden wird passend zum Motto aus Holz nachgebaut und in entsprechender Größe an der Rückwand des Wagens angebracht. Auch für die Fußgruppe ist er gut sichtbar.

Die Wagenbauer sind auf jeden einzelnen Wagen, der jemals durch Beckums Straßen rollte, stolz. Besonders in Erinnerung geblieben ist der Dart Wagen aus dem Jahr 2019.
Ein weiteres Highlight war der CD Wagen im Jahr 2024. Rund 3500 CDs verwandelten den Wagen in eine rollende Diskokugel und sorgten für staunende Blicke am Straßenrand.

Warum sie sich den Aufwand jedes Jahr wieder machen, beantwortet Stefan Berger ohne zu zögern: „Der Wagenbau macht uns einfach riesigen Spaß, vor allem durch das tolle Team und die starke Gemeinschaft." Gemeinsam etwas für den geliebten Beckumer Karneval zu erschaffen, sei etwas ganz Besonderes.
„Weil es einfach riesigen Spaß macht“, sagt Stefan Berger. Es gehe um Gemeinschaft, um Zusammenhalt und darum, gemeinsam etwas für den Beckumer Karneval zu schaffen.
Am Rosenmontag zahlt sich alles aus. „Wenn unser Wagen endlich durch Beckum rollt, ist das ein unbeschreibliches Gefühl. Die ganze Anspannung fällt ab. Dann überwiegen Stolz, Freude und Dankbarkeit.“
Und wenn am Straßenrand fröhliche Gesichter zu sehen sind, weiß das Team: Jede Minute hat sich gelohnt.
Gleichzeitig sei es immer wieder beeindruckend, welche kreativen und aufwendig gestalteten Wagen auch die anderen Vereine auf die Beine stellen. In jedem einzelnen stecke enorm viel Herzblut.
Wir dürfen gespannt sein, was das Team des ABV und die vielen weiteren Wagenbauer in dieser Session auf die Straße bringen.
Rosenmontag kann kommen!





