Die Zusammenarbeit zwischen skate-aid Beckum und der Erziehungshilfe St. Klara zeigt, wie anders Skatekurse funktionieren können, wenn nicht Leistung, sondern persönliche Entwicklung im Mittelpunkt steht.
Bereits die ersten Einheiten haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen. „Es ist total faszinierend, wie steil die Lernkurve der Kids ist und das ganz ohne Leistungsdruck“, beschreibt Initiator Markus Pust die Erfahrungen aus den Kursen.
Der Ansatz unterscheidet sich bewusst von klassischen Trainingsformaten. Bei skate-aid gibt es keine Trainer im üblichen Sinne. „Unsere Trainer heißen nicht Trainer, das sind Buddies. Wir sind wie Kumpels, mit denen man skaten geht“, erklärt Markus Pust. Die Rolle der Buddies ist dabei klar definiert: Impulse geben, begleiten und sich dann zurücknehmen.
Ein zentrales Prinzip ist der frühe Erfolg. „Unser Geheimnis ist, dass die Kinder innerhalb der ersten fünf Minuten ein Erfolgserlebnis haben“, so Markus Pust. Danach entwickelt sich vieles von selbst. Die Kinder probieren aus, kommen von sich aus auf die Buddies zu und wollen Neues lernen. „Das ist dieses selbstmotivierte Lernen, was uns so wichtig ist.“
Auch aus Sicht der Erziehungshilfe zeigt sich schnell, wie stark der Ansatz wirkt. Viele Kinder kommen zunächst mit Unsicherheit oder Druck in die Kurse. „Da war ein Kind, das gesagt hat: ‚Ich will hier nicht ausgelacht werden‘“, berichtet Monika Eiken von St. Klara. Doch genau diese Angst verliere schnell an Bedeutung. Die Atmosphäre sei durchweg positiv, Fehler gehörten selbstverständlich dazu.
Statt Vorgaben und festen Übungen entscheiden die Kinder selbst, was sie ausprobieren möchten. „Es gibt kein: Du musst jetzt das machen. Die einzige Aufgabe ist: Du sollst Spaß haben“, betont Markus Pust.
Dabei entstehen besondere Momente, die den Kern des Projekts ausmachen. „Wir sprechen immer von Sternmomenten“, erzählt Markus Pust. Einer davon ist ihm besonders im Kopf geblieben: „Ein Kind stand auf dem Skateboard, breitete die Arme aus und rief: Das ist Freiheit.“ Ein Moment, der bei Markus Pust bis heute nachwirkt.
Die Entwicklung geht dabei weit über das Skateboard hinaus. Die Kinder lernen, sich selbst etwas zuzutrauen, Rückschläge auszuhalten und dranzubleiben. „Wenn du es immer wieder versuchst und es dann klappt, dann ist das wie ein Belohnungssystem im Körper“, beschreibt Markus Pust den Effekt.
Auch Monika Eiken beobachtet Veränderungen bei den Teilnehmenden: „Die Kinder kommen oft mit dem Gefühl, sie müssen etwas leisten. Und hier wird ihnen der Druck genommen. Dann passiert Entwicklung ganz von alleine.“
Ein wichtiger Aspekt ist zudem die Gleichheit innerhalb der Gruppe. Herkunft oder persönliche Hintergründe spielen keine Rolle. Genau diese Haltung sorgt für ein Gemeinschaftsgefühl, das viele der Kinder so bisher nicht erlebt haben.
Markus Pust betont ausdrücklich die Bedeutung dieser Hilfe und die große Dankbarkeit gegenüber den Partnern. Unterstützt wird das Projekt unter anderem von Voss Telekom, der Zumbült Auto Arena sowie der Volksbank Neubeckum. Durch dieses Engagement erhalten die Kinder nicht nur Zugang zu den Kursen, sondern auch eigenes Equipment.
Christopher Zumbült hebt vor allem den Ansatz hervor: „Die Kinder erleben hier, dass sie etwas schaffen können, durch eigenes Ausprobieren. Genau dieses niederschwellige Konzept überzeugt mich und ist der Grund, warum ich das unterstütze.“ Über einen Zeitraum von zwei Wochen öffnete Christopher Zumbült an mehreren Tagen seine Verkaufsfläche für die Kurse.
Von links nach rechts: Christopher Zumbült (Geschäftsführer Zumbült Auto Arena) Claus und Bianca Voss (Geschäftsführung Voss Telekom) und Monika Eiken (Leitung Intensivwohngruppen Erziehungshilfe St. Klara)





