30. April 2025 / Lokales

Vortrag von Prof. Dr. Mouhanad Khorchide in St. Stephanus Beckum: Seine Erfahrung auf dem Jakobsweg

Pilgern ist im Islam eine Selbstverständlichkeit

Der Jakobsweg in Spanien ist einer der bekanntesten Pilgerwege der Welt. Prof. Dr. Mouhanad Khorchide ist ihn gegangen – als Muslim. Über seine Erfahrungen und Erlebnisse berichtet der Professor aus Münster am Mittwoch, 14. Mai, in einem Vortrag in der Propsteikirche St. Stephanus.

Pilgern ist im Islam eine Selbstverständlichkeit. Mindestens einmal im Leben sollte jeder Muslim die Kaaba in Mekka umrundet haben. Doch wie sieht es eigentlich im Christentum aus? Um das herauszufinden, wollte Mouhanad Khorchide den Geheimnissen des Jakobswegs auf die Spur kommen. Unterwegs hat er viele Eindrücke sammeln können, die er in seinem Buch „Ein Muslim auf dem Jakobsweg“ aufgeschrieben hat.

Mouhanad Khorchide ist Professor für islamische Religionspädagogik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, er ist geschäftsführender Direktor des Zentrums für Islamische Theologie und wissenschaftlicher Leiter der seit April 2024 am Zentrum für Islamische Theologie in Münster ansässigen Forschungsstelle „Islam und Politik“.

Ein besonderes Anliegen des Islamwissenschaftlers ist der Dialog zwischen Christen und Muslime. Immer wieder spricht er sich für eine stärkere Zusammenarbeit von Christen und Muslimen im Kampf gegen Islamismus aus. „Christen und Muslime müssten gemeinsam an einer identitätsstiftenden Erzählung arbeiten, wie man die jeweils andere Religion als Bereicherung verstehen könne“, sagte er jüngst in einem Vortrag.

Auch vor diesem Hintergrund ist Khorchide nach Santiago de Compostela gereist, um den Jakobsweg zu gehen. „Ich war so naiv und ahnungslos, was die christliche Pilgerfahrt betraf“, so der Professor. Aber er zeigte sich offen für neue Erfahrungen und Begegnungen. Und – wie es so machen Pilgern geht – war es eine spannende innere Reise, die ihm sich selbst und auch Gott näher brachte. Sein Fazit: „Egal, wohin wir laufen, entscheidend ist, dass wir Pilger bleiben“. Davon wird er in Beckum berichten, auch von Erlebnissen und Begegnungen seiner spirituellen Wegerfahrung. In seinem Vortrag zu seiner Pilgerreise schlägt er Brücken zum islamischen Denken und zur religiösen Praxis von Muslimen.

Der Vortrag in der Beckumer Propsteikirche findet am Mittwoch, 14. Mai, um 19.30 Uhr statt. Er wird unterstützt durch ein Gemeinschaftsprojekt der des Lions Club Werse Ems, des Lions Clubs Beckum Ahlen, und des Rotary Clubs Beckum. Der Eintritt zu dem Vortrag ist frei, um Spenden für den Verein „begegnen“ wird gebeten. Prof. Khorchide steht dem Verein „begegnen“ vor. Der Verein setzt sich für den Dialog der Religionen ein. Er gibt vor allem Muslimen, Juden und Christen, aber auch Angehörigen anderer Religionen und Weltanschauungen, die Möglichkeit des Kennenlernens untereinander und der Auseinandersetzung miteinander. Durch gemeinsame Begegnungsreisen zur Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau, nach Andalusien und nach Bosnien und Herzegowina werde das Geschichtsbewusstsein geschärft, heißt es von „begegnen“. An dem Vortragsabend kann auch das Buch „Pilgern auf dem Jakobsweg“ erworben werden.


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Bild: ©ZIT/Peter Grewer

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