13. Juni 2026 / Lokales

Vier Jahre Innenstadtmanagement Neubeckum: Was bleibt

Das Innenstadtmanagement Neubeckum endet am 30. Juni. Annika Siebert und Serena Große-Kreul ziehen Bilanz und geben Tipps für die Zukunft.

Vier Jahre, viel Sichtbares

Nach viereinhalb Jahren läuft das Innenstadtmanagement Neubeckum planmäßig aus. Am 30. Juni 2026 endet die Arbeit von Annika Siebert und Serena Große-Kreul vom Dortmunder Büro StadtRaumKonzept GmbH offiziell. Bis Mitte Juli bleiben die beiden noch erreichbar, um laufende Projekte zu begleiten, vor allem die Ergänzung des Winterlichts durch den Gewerbeverein Neubeckum. Anschließend übernimmt wieder Helga Grothues von der Stadt Beckum die Ansprache rund um die Innenstadtthemen.

Im Januar 2022 hatte das Team in Neubeckum die Arbeit aufgenommen. Der Auftrag der Stadt: Aktivierung der Hauptstraße, Beratung von Eigentümerinnen und Eigentümern, Umsetzung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK). Finanziert wird das Innenstadtmanagement über das Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren" durch Bund, Land NRW und die Stadt Beckum. Im Oktober 2024 hatte das Land NRW die Mittel für zwei weitere Jahre bewilligt. Nun läuft das Stundenbudget aus.

Wir haben Annika Siebert und Serena Große-Kreul vor ihrem Abschied um eine Bilanz gebeten.

„Viele sind mitgezogen"

Auf die Frage nach den wichtigsten Erfolgen antworten die beiden: „Die hohe Akzeptanz gemeinsam umgesetzter Projekte und dass viele mitgezogen haben. Wir haben viel Sichtbares für ein schönes Ambiente in der Neubeckumer Einkaufslage geschaffen, ein schönes Winterlicht, die Stadt-Terrassen, das Band mit bunten Pflanzkübeln, die Buchstaben auf dem Rathausvorplatz, attraktive Fassaden."

Die Pflanzkübel als Türöffner

Bei der Frage nach den Projekten, an die sie besonders gerne zurückdenken, fällt den beiden zuerst die Pflanzkübel-Aktion ein. „Weil sie das erste Projekt waren. Sie haben viele Neubeckumerinnen und Neubeckumer zusammengebracht, die vorher nicht viel miteinander zu tun hatten und waren für uns ein toller Einstieg." Da alle Beteiligten die Hälfte der Kosten selbst beisteuerten und die andere Hälfte über den Verfügungsfonds gefördert wurde, kamen die Innenstadtmanagerinnen mit vielen Anwohnerinnen und Anwohnern in Kontakt: „Wir haben die Hauptstraße rauf und runter kennengelernt."

Drei Entwürfe, alle umgesetzt

Besonders stolz sind Siebert und Große-Kreul auf die Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Dortmund. Mit dem Fachbereich Design wurde ein Wettbewerb für Aufenthaltsorte in Neubeckum ausgeschrieben. „Was für tolle Ideen. Und was für großartig angeregte Diskussionen in Neubeckum. Es sind so viele, die sich für ihren Ort interessieren und stark machen."

Das Besondere: Alle drei platzierten Entwürfe konnten nach Anpassung an Neubeckumer Verhältnisse tatsächlich umgesetzt werden. Die tragbare Sitzbank „Newbie" wurde in mehreren Exemplaren an Einrichtungen in Neubeckum verteilt. Die Stadt-Terrassen stehen seit diesem Frühjahr dauerhaft an der Hauptstraße. Die Sitzbuchstaben „typositz neubeckum" zieren seit Dezember 2025 den Rathausvorplatz.

Der Eingang in die Hauptstraße

Aus dem Hof- und Fassadenprogramm wurden seit 2023 acht Projekte gefördert, ein weiteres ist bewilligt. Über 30.000 Euro Zuschüsse flossen, in mindestens gleicher Höhe haben Eigentümerinnen und Eigentümer eigenes Geld investiert. „Viele der geförderten Fassaden liegen im Innenstadtkern, das freut uns sehr. So hat der Anstrich eine große Auswirkung auf das Bild des Kernbereichs."

Eine der ersten geförderten Maßnahmen war das Gebäude an der Ecke Hauptstraße/Bahnhofstraße. „Mit der frischen Farbe dort, dem Winterlicht und der Stadt-Terrasse strahlt nun der ‚Eingang' in die Hauptstraße", so die beiden.

Was bleibt: der Wandel als Daueraufgabe

Was unerledigt bleibt? „Das ist und bleibt der Wandel. Einkaufslagen wie die in Neubeckum werden in ein paar Jahren ein anderes Gesicht haben." Dort anzuschieben und den Wandel eine Zeit lang gemeinsam mitzugestalten habe ihnen am Herzen gelegen, sei aber eine Daueraufgabe. „Hier muss sowohl der öffentliche Raum weiter überdacht, als auch privater Raum offen sein für neue Ideen."

Den Wandel sehen sie in Neubeckum gut aufgehoben: „In Neubeckum klappt das, da sind wir sicher, weil die Neubeckumerinnen und Neubeckumer es in die Hand nehmen. Zwei Leerstände wurden mit dem Heimattreff und dem Stadtteilwohnzimmer zu ganz unterschiedlichen Begegnungsorten."

Der Rat an Neubeckum

Auf die Frage nach einem Rat an die Stadt und die Aktiven antworten die beiden: „Macht euch jetzt Gedanken über das künftige Gesicht eurer Hauptstraße, wo es noch keine Riesenleerstandsthematik gibt, und bleibt dran. Nutzt das restliche Geld aus dem Verfügungsfonds für die Gestaltung. Es sind noch Mittel da. Und arbeitet weiterhin zusammen daran, dass die Hauptstraße attraktiv ist und bleibt. Sprecht gemeinsam über Ideen und setzt Projekte zusammen um."

Aus dem Verfügungsfonds können auch nach dem 30. Juni Projekte weiterhin mit bis zu 50 Prozent gefördert werden. Antragstellerinnen und Antragsteller wenden sich künftig an Helga Grothues bei der Stadt Beckum.

„Wir bleiben euch verbunden"

Aus der Welt sind Siebert und Große-Kreul nicht. „Unser Büro StadtRaumKonzept ist in Dortmund, das ist ja nicht aus der Welt. Wir bleiben den Neubeckumerinnen und Neubeckumer Aktiven verbunden." Im Netzwerk Neubeckum sind sie weiterhin als Partnerinnen vertreten.

Beim Rückblick auf vier Jahre wird deutlich, was sie an Neubeckum schätzen. „Dass so viele richtig mit anpacken für ihren Ort, ist wunderbar. Mal eben den passenden neubeckum-Keks zur Einweihung der Buchstaben gebacken, mal eben ein Vorleseevent für unser Stadt-Experiment organisiert, mal eben den Grill angeworfen und mal eben Geld gesammelt für noch mehr Winterlicht. Wir danken euch liebe Neubeckumerinnen und Neubeckumer, das war eine großartige Zeit mit euch."

Letztes Netzwerktreffen am 25. Juni

Zum Abschluss lädt das Innenstadtmanagement Neubeckum am Donnerstag, 25. Juni 2026, von 10 bis 13 Uhr zu einem letzten Netzwerktreffen ein. Interessierte können vorbeikommen, gemeinsam zurückblicken, Ideen austauschen und bei Snacks ins Gespräch kommen.

Bis Mitte Juli bleiben Annika Siebert und Serena Große-Kreul per E-Mail unter neubeckum@stadtraumkonzept.de und telefonisch unter 02525/939897-2 und 02525/939897-3 erreichbar.

Vier Jahre Engagement gehen zu Ende. Aus Sicht der Redaktion: ein Verlust mit Trostperspektive. Denn was die beiden in Neubeckum angeschoben haben, trägt weiter.


Fotos: StadtRaumKonzept GmbH
Quellen: Interview mit Annika Siebert und Serena Große-Kreul (StadtRaumKonzept GmbH), Juni 2026; Pressemitteilungen der Stadt Beckum.

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