Beim Tag der Städtebauförderung am vergangenen Samstag konnten sich viele Bürgerinnen und Bürger selbst ein Bild vom aktuellen Stand der Bauarbeiten an der Stadtbücherei und dem Freizeithaus Neubeckum machen. Die angebotenen Führungen stießen auf großes Interesse und zeigten einmal mehr, wie wichtig das Gebäude für viele Menschen in Neubeckum ist.
Schon seit längerer Zeit wird das Gebäude umfassend saniert und modernisiert. Im Mittelpunkt steht dabei vor allem ein Ziel: Das Freizeithaus und die Bücherei sollen künftig deutlich offener, moderner und vor allem barrierefrei nutzbar werden.
Bei den Führungen wurde deutlich, wie umfangreich die Arbeiten tatsächlich sind. Denn hinter den Wänden warteten deutlich größere Probleme als zunächst erwartet. Vor allem Feuchtigkeit im Kellerbereich sorgte immer wieder für Herausforderungen.
Laut Projektverantwortlichen drang über alte Leitungen und die frühere Entwässerung Feuchtigkeit ins Gebäude ein. Hinzu kamen belastete Materialien, darunter Asbest in mehreren Bereichen sowie Schimmel im Keller. Gerade diese zusätzlichen Schadstofffunde hätten die Sanierung immer wieder zurückgeworfen. Teilweise mussten komplette Böden entfernt und neu aufgebaut werden. Inzwischen seien die belasteten Bereiche jedoch vollständig saniert worden. Neue Abdichtungen, moderne Entwässerungssysteme und umfangreiche Schutzmaßnahmen sollen künftig verhindern, dass erneut Feuchtigkeit ins Gebäude gelangt.
Trotz der Verzögerungen wird inzwischen immer sichtbarer, wie das Gebäude zukünftig aussehen soll. Besonders im Fokus steht die Barrierefreiheit. Ein neuer Aufzug verbindet künftig alle Etagen miteinander, sodass sowohl Bücherei, Jugendbereich, Seniorenteil als auch die Raumnutzungen im Keller barrierefrei erreichbar sein sollen. Auch neue Rampen im Außenbereich sollen den Zugang deutlich erleichtern.
Gleichzeitig soll das Gebäude deutlich vielseitiger nutzbar werden. Geplant sind unter anderem neue Bewegungs- und Tanzräume, ein Nähatelier mit regelmäßigen Angeboten für Kinder und Erwachsene sowie kreative Werk- und Kunsträume. Auch die große Küche soll künftig nicht nur für Gruppenangebote, sondern vor allem auch privat genutzt werden können.
Speziell für die Bücherei sind flexible Aufenthaltsbereiche und insbesondere eine Außenrückgabe für Bücher geplant, ähnlich wie in der Stadtbücherei in Beckum. Dadurch sollen ausgeliehene Medien künftig auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten zurückgegeben werden können. Wie genau das später umgesetzt wird, wird sich noch zeigen.
Erhalten bleibt außerdem der Kinoraum im Gebäude. Dort sollen künftig sowohl ältere Filme als auch aktuelle Produktionen gezeigt werden. Auch die Kegelbahn im Keller bleibt bestehen und wird künftig ebenfalls barrierefrei erreichbar sein.
Vor dem Gebäude entsteht zusätzlich ein neugestalteter Außenbereich mit mehr Grünflächen, neuen Sitzmöglichkeiten und Fahrradständern. Außerdem ist eine digitale Anzeigetafel geplant, auf der später Veranstaltungen, Belegpläne der Räume und aktuelle Informationen veröffentlicht werden sollen.
Bei vielen Besucherinnen und Besuchern wurde während der Führungen vor allem deutlich, wie eng die persönliche Verbindung zu dem Gebäude ist. Zahlreiche Erinnerungen an frühere Veranstaltungen, Gruppenangebote oder Besuche in der Bücherei wurden ausgetauscht. Fragen oder Anmerkungen konnten dabei mit dem Fachpersonal besprochen und geklärt werden.
Insgesamt konnten die vergangen Führungen transparent machen, wie die Arbeiten vorangehen und es wurde deutlich spürbar, wie groß die Vorfreude auf die Neueröffnung ist. Nach aktuellem Stand soll die Sanierung im Herbst 2026 abgeschlossen werden. Eindrücke zu dem aktuellen Stand der Bauarbeiten findet ihr in der Bildergalerie.
Text: Lina Mance





