Nach dem regnerischen Start in den gestrigen Freitag, strahlte am Nachmittag die Sonne mit den freudigen Gesichtern der Kinder in Neubeckum um die Wette. Das Streetart-Projekt im Bahntunnel zwischen der "Hauptstraße" und "Im Werl" fand gestern seinen krönenden Abschluss mit einer schönen Finissage.
2 Jahre lang hatten rund 50 Kinder, Jugendliche und einige Erwachsene an dem Projekt gearbeitet. 300 Quadratmeter Fläche wurden von den Künstler*innen in eine bunte Welt verwandelt.
Zuvor war der dunkle Tunnel ein düsterer und abschreckener Ort. Freiwillig wollte Niemand den gelben Tunnel durchqueren. Die Aktiven machten es sich zur Aufgabe, aus dem Angstraum einen Lebensraum zu machen. Und das ist gelungen - mit Bravur. Gemeinsam wurde geputzt, geschrubbt, geschliffen, grundiert und fleißig gemalt. Mit kleinen Pinsel kam man nicht weit, hier mussten die großen Utensilien ausgepackt werden. Malerequipment und literweise Künstlerfarbe, damit die Bemalungen im feuchten Raum erhalten bleiben.
Vorab wurde fleißig geübt. Zuerst im Freizeithaus Neubeckum und dann rechts neben dem Tunnel mit der Gestaltung des Stromhauses.
Gestern eröffnete Sabine Will die Finissage mit eine einleitenden Ansprache und dankte allen, die das Projekt plus Umsetzung ermöglicht haben. Dazu zählten die Stadt Beckum, die Energieversorgung Beckum, aber auch der K + K Markt, der den Strom lieferte, sowie anliegende Anwohner*innen, die die Künstler*innen unterstützten. Finanziert wurde das Projekt vom Kulturrucksack. Uwe Mischke überreichte Geschenke an Sabine Will und Gabriele Mischke für das Engagement und die Begleitung des Projekts.
Danach führten die Kinder in kleinen Gruppen alle Besucher*innen durch den Tunnel. Freudig erklärten sie die Motive und ihre Ideen dahinter. Motive aus Filmen und Serien, aber auch Umwelt- und Naturthemen sind an den Wänden abgebildet. Ganz am Ende wurde sogar ein Teil des historischen Hintergrunds auf der Wand verewigt. Auf alle Anwesenden warteten Getränke und Würsten und Musik von Betram Becher und Rainer Hustemeier machten den Nachmittag zu einem unvergesslichen Erlebnis.
In einem Sketchbook wurden die verschiedenen Arbeitsschritte festgehalten. Ein Buch, das den ganzen kreativen Prozess abbildet.
Doch die Gestaltung musste auch Rückschläge erleiden und Hürden überwinden, wie die Kinder betroffen mitteilten. Nach stundenlanger Arbeit wurden die bunten Wände immer wieder mit Graffitti übersprüht, sodass die Künstler*innen die Motive ausbessern mussten. Die Frustration war groß. Doch die Kinder ließen sich nicht aufhalten. "Wir lassen uns den Tunnel [...] nicht wegnehmen!", sagte Evelyn und kreierte so einen Lichtblick am Ende des Tunnels.
Die Liebe und Verbundenheit zum Projekt zeigte sich im Engagement aller Beteiligten. Selbst an Wochenenden und Feiertagen wurde freiwillig gearbeitet und sogar privat investiert.
Jetzt wird der fertige Tunnel der Öffentlichkeit und Neubeckum übergeben. Ein bunter Durchgang voll Kreativität und Positivität. Lasst uns diesen Raum und die Arbeit schätzen! Der gestrige Tag war ein schöner Abschluss voll Euphorie und guter Laune. In der Bildergalerie bekommst du einen ersten Einblick. Am besten schaust du dir den Tunnel selbst an.





