Im Alten E-Werk stand am Dienstagabend das Ehrenamt im Mittelpunkt. Die Stadt Beckum hatte engagierte Bürgerinnen und Bürger zu einem Abend eingeladen, um Danke zu sagen und den Austausch untereinander zu stärken. Viele Ehrenamtliche aus unterschiedlichsten Bereichen waren der Einladung gefolgt und sorgten für eine gute Stimmung sowie viele Gespräche.
Bürgermeister Michael Gerdhenrich begrüßte die Gäste persönlich und machte deutlich, welchen Stellenwert ehrenamtliches Engagement für Beckum hat. „Die Gemeinschaft in Beckum ist eine wirklich starke Gemeinschaft“, erklärte er zu Beginn seiner Rede. Ehrenamt zeige sich dabei nicht nur bei großen Projekten, sondern vor allem auch „mit ganz, ganz vielen kleinen Dingen und Gesten“.
Der Abend ging auf eine Initiative rund um den Ehrentag des Ehrenamts zurück, der im Zusammenhang mit dem Geburtstag des Grundgesetzes entstanden ist. Ziel der Veranstaltung war es deshalb vor allem, den Menschen zu danken, die sich regelmäßig für andere einsetzen und damit das gesellschaftliche Leben in Beckum mitprägen.
„Wer sich ehrenamtlich engagiert, der lebt für die Gemeinschaft“, sagte Gerdhenrich weiter. Ehrenamtliche würden Zeit, Zuwendung und oft auch private Mittel investieren. „Wer sich ehrenamtlich engagiert, der hat […] ein großes Herz und hat Mitgefühl“, betonte der Bürgermeister. Dabei gehe es nicht darum, „was können andere für mich tun“, sondern vielmehr um die Frage: „Was kann ich für die Gesellschaft tun?“.
Vor Ort waren unter anderem Menschen aus Sportvereinen, sozialen Einrichtungen, Kulturvereinen, der Jugendarbeit sowie dem Katastrophenschutz. Auch Vertreterinnen und Vertreter aus der Kommunalpolitik sowie Mitarbeitende der Stadtverwaltung nahmen an dem Abend teil.
Immer wieder wurde deutlich, wie vielfältig Ehrenamt in Beckum ist. Gleichzeitig betonte der Bürgermeister, dass alle Ehrenamtlichen trotz ihrer unterschiedlichen Aufgaben vieles verbinde. „Ihre Arbeit ist gekennzeichnet durch Uneigennützigkeit, durch Selbstlosigkeit, Nachhaltigkeit und Verantwortung“, erklärte Gerdhenrich. Viele Ehrenamtliche würden Verantwortung übernehmen „im Sinne einer funktionierenden Gemeinschaft“ und dort anpacken, „wo es eben erforderlich ist“.
Auch die Ehrenamtskarte sprach der Bürgermeister an. „Wir machen das in diesem Rahmen seit 2011 und haben die Voraussetzungen in den vergangenen Jahren weiter angepasst, um den Zugang zur Ehrenamtskarte zu erleichtern“, erklärte Gerdhenrich. Die Karte sei ein kleines, aber wichtiges Zeichen der Anerkennung für ehrenamtliches Engagement in Beckum.
Neben den Redebeiträgen stand vor allem der persönliche Austausch im Mittelpunkt. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, Kontakte zu knüpfen und Erfahrungen auszutauschen.
Auch Ehrenamtskoordinatorin Christina Kramer richtete sich an die Gäste und sprach über die Bedeutung von Gemeinschaft und Motivation im Ehrenamt. Besonders häufig würden dabei Begriffe wie Spaß, Freundschaft, Freude und Zusammenhalt genannt. „Es ist heutzutage nicht mehr selbstverständlich, dass man sich für die gute Sache einsetzt“, erklärte sie. Umso wichtiger sei es, Menschen zu würdigen, die sich dauerhaft engagieren.
Im weiteren Verlauf des Abends hielt Ursula Woltering einen Vortrag zum Thema „Boomer und Ehrenamt“. Dabei ging es unter anderem um gesellschaftliche Veränderungen, den demografischen Wandel und die Frage, wie Menschen auch nach dem Berufsleben aktiv bleiben und sich weiterhin engagieren können.
Woltering machte deutlich, dass gerade die Generation der Babyboomer viele gesellschaftliche Veränderungen erlebt habe und deshalb häufig offen für neue Aufgaben und Engagementformen sei. „Die Babyboomer sind gewöhnt, dass es Transformationen gibt, schnelle Wechsel“, erklärte sie. Gleichzeitig seien viele Menschen dieser Generation „veränderungserprobt, veränderungsbereit und auch erfolgreich“.
Neben dem Vortrag ging es auch darum, wie Ehrenamt in Zukunft attraktiv bleiben kann. Gemeinschaft, persönliche Überzeugung und flexible Möglichkeiten würden dabei eine immer größere Rolle spielen.
Der Abend im Alten E-Werk zeigte insgesamt vor allem, dass das Ehrenamt in Beckum weiterhin eine große Rolle soielt. Viele Menschen investieren ihre Freizeit für andere und tragen damit jeden Tag dazu bei, dass unsere Gemeinschaft funktioniert. Oder wie Bürgermeister Gerdhenrich es formulierte: „Man kann Ihnen dafür gar nicht genug danken.“
Text und Bilder: Lina Mance





