Skate Aid ist jetzt offiziell in Beckum angekommen! Gestern wurden bei einem Pressetermin im Barbiersalon „Väter & Söhne“ alle Mitglieder des lokalen Teams vorgestellt. Mit dabei: Titus Dittmann, der Gründer der internationalen Initiative und Bürgermeister Michael Gerdhenrich, der das Projekt als Schirmherr unterstützt, waren ebenfalls vor Ort. Dittmann gilt als Pionier des Skateboardings in Deutschland und wird oft als „Vater der deutschen Skateboard-Szene“ bezeichnet. Mit der von ihm gegründeten Titus GmbH, heute europäischer Marktführer im Skateboard-Einzelhandel, hat er die Szene entscheidend geprägt.
Skate Aid nutzt Skateboarding als pädagogisches Werkzeug. Es geht darum, die Kinder durch selbstbestimmtes Lernen zu stärken. Weltweit ist die Initiative bereits in Afghanistan, Afrika und Nepal aktiv. Jetzt kommt sie nach Beckum. Möglich gemacht hat das Markus Pust, der mit viel Überzeugung und Energie dafür sorgt, dass aus einer kleinen Idee etwas Großes geworden ist.
Ursprünglich wollte Pust nur ein paar Kurse in die Stadt holen. Der Impuls kam unter anderem von seinem Sohn Finn, der selbst skatet und erlebt hat, wie viel Kraft in diesem Sport steckt. Die Idee nahm schnell Fahrt auf. Nach einem ersten Kontakt mit Titus Dittmann und mit der Unterstützung von Bürgermeister Gerdhenrich wuchs Skate Aid Beckum zu einem vollständigen Projekt heran .
Mit klarem pädagogischem Ansatz, starkem Team, mobiler Infrastruktur und einem Ziel: Kinder selbstbestimmt stark zu machen.
Das Skateboard ist dabei nur das Werkzeug. Entscheidend ist, was damit passiert. Die Kinder lernen nicht, weil sie müssen, sondern weil sie es wollen. Sie probieren sich aus, fallen hin, stehen auf und merken, dass sie es aus eigener Kraft schaffen. Gerade für Kinder mit ADHS kann das einen großen Unterschied machen. Studien und Praxiserfahrungen zeigen, dass sich typische Symptome innerhalb weniger Wochen deutlich verringern, ebenso wie aggressives Verhalten. Das Prinzip: Die Kinder werden nicht unterrichtet, sie bekommen Begleitung auf Augenhöhe. Sobald sie sicher auf dem Board stehen, ziehen sich die sogenannten Buddys zurück.
Der erste Kurs wird für das St. Klara Kinderheim stattfinden. Die Kinder erhalten ihre Ausrüstung gestellt und dürfen sie behalten, damit sie weiterfahren können. Weitere Kooperationen werden etabliert, unter anderem mit dem Albertus-Magnus-Gymnasium (Projektwoche oder AG), der Astrid-Lindgren-Schule und der Schule an den Kastanien (Einbindung in den Schulsport).
Markus Pust bringt nicht nur Erfahrung und Leidenschaft mit, sondern auch das nötige Material. Ein kompletter Skatepark im Überseecontainer „Skatepark in the Box“ steht bereit. Rampen, Boards, Schutzausrüstung: alles da, um sofort starten zu können. Freie Kurse sind über das ganze Jahr geplant. Die Nachfrage ist hoch.
Ein erstes Highlight ist die geplante Skate Aid Meile bei den Pütt-Tagen. Dort wird es am Sonntag Schnupperkurse geben. Auch wenn diese nicht selbstbestimmt ablaufen geht es darum, Kindern erste Impulse zu geben. Wie Pust sagt: „Auch mal Kinder einfach machen lassen.“
Langfristig beteiligt sich Skate Aid Beckum auch am geplanten Neubau des Skateparks am Phoenix. Auch hier geht es nicht nur ums Bauen, sondern um ein Umfeld, das Lernen, Bewegung und Selbstwirksamkeit verbindet.
Das Projekt wird getragen von einem engagierten Team: René Hülsmann, Christoph Beumer, Dino Berenbrinker, Ralf Mindorf, Titus Dittmann, Markus Pust, Henning Timmes, Angelika Hülsmann, Jens Tadick, Benjamin Frölich, Sven Borghoff und Patrick Stoll. Dazu kommen starke Unterstützer aus der Region, darunter die Sparkasse Münsterland-Ost, die Volksbank Neubeckum, die ZWOEINS Marketing GmbH, die R² Invest GmbH, Tadick Rohstoffhandel, die Wasserversorgung Beckum, Voss Telekom, die LVM-Agentur Kleinekemper & Buth, Robert Schröder und die Firma Senger.
Bürgermeister Gerdhenrich war von Anfang an überzeugt. Er übernahm spontan die Schirmherrschaft. „Ich bin guter Dinge, dass dieses Projekt anläuft“, sagte er bei der Vorstellung.
Titus Dittmann, 77 Jahre alt, ist mit voller Überzeugung dabei. Für ihn ist Skate Aid nicht nur ein Projekt, sondern eine Aufgabe. Ein Werkzeug, das Kindern zeigt, was sie können, wenn man sie einfach mal machen lässt.





