In Beckum sorgt eine Kündigungswelle für Aufsehen: 61 Mietparteien wurde der Vertrag wegen angeblichem Sanierungsbedarf gekündigt. Doch statt mit Bauarbeiten zu beginnen, vermietet der Eigentümer SuCasa die Wohnungen nun offenbar an Arbeiter aus der Fleischindustrie und das sorgt für Kritik.
Wir haben mit Sarah Nagel, Geschäftsführerin des Mieterbundes Ostwestfalen-Lippe, gesprochen. Sie betreut einige der betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner und für sie ist die Lage klar: „Alle Kündigungen, die ich gesehen habe, sind unwirksam.“ Laut Nagel ist dieses Vorgehen kein Einzelfall. Sogenannte Entmietungen kämen immer wieder vor. Dabei werde mit vermeintlichem Sanierungsbedarf argumentiert, während in Wahrheit wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stehen: Die bisherigen Mietverträge lassen kaum Spielraum für Mieterhöhungen, während bei der Vermietung an Arbeiter deutlich höhere Einnahmen erzielt werden könnten.
SuCasa spricht von Zwischenlösung
Auf Anfrage des Mieterbundes teilt SuCasa mit, dass es sich bei der Vermietung an Fleischarbeiter nur um eine Übergangslösung handele. Die Wohnungen seien lediglich vorübergehend vergeben, die Mietverhältnisse jederzeit kündbar und würden mit dem Start der Sanierungen wieder aufgehoben.
Sarah Nagel hält das für wenig realistisch. Eine Kündigung solcher Mietverhältnisse sei in der Praxis kaum durchsetzbar. Ihr dringender Rat an alle betroffenen Mieterinnen und Mieter: „Bleibt in euren Wohnungen! Ihr seid rechtlich nicht wirksam gekündigt worden.“






