Der langwierige Streit um gekündigte Mietwohnungen im Woolworth‑Komplex in Beckum hat eine neue Wendung bekommen und sorgt weiter für Ärger und Verunsicherung bei den Betroffenen.
In den vergangenen Wochen wurden immer wieder Mieterinnen und Mieter mit Kündigungen konfrontiert. Die offizielle Begründung: anstehende Sanierungsmaßnahmen. Doch der Eindruck vor Ort ist ein anderer. Viele sprechen inzwischen offen von einer systematischen Entmietung und davon, dass stattdessen Arbeitskräfte, teils aus der Fleischindustrie, in die frei gewordenen Wohnungen einziehen.
Eine betroffene Bewohnerin schilderte im Interview mit Sat.1 NRW ihre aktuelle Lage. Ihre Nachbarwohnung sei nach dem Auszug einer Familie mit Kindern erneut an eine Gruppe von Fleischarbeitern vergeben worden. Es komme regelmäßig zu Ruhestörungen, unter anderem durch nächtliches Hämmern gegen die Wände. Die Mieterin fühlt sich in ihrer Wohnqualität massiv eingeschränkt und von den Verantwortlichen allein gelassen.
Begleitet wurde das Interview von Frau Nagel, Geschäftsführerin des regionalen Mieterbunds, die die Entwicklungen mit Sorge beobachtet.
Auf Anfrage von Dein Beckum erklärte sie: „Was hier passiert, ist mehr als fragwürdig. Mieter werden aufgefordert ihre Wohnungen aufgrund einer Sanierung zu verlassen, die nicht stattfindet und stattdessen werden diese mit Werksmietern belegt. Das darf nicht ohne Genehmigung der Stadt erfolgen.“
Der Eigentümer der Wohnungen, SuCasa, hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht geäußert. Auch auf konkrete Fragen zum Sanierungsstatus oder zur Neuvermietung bleibt das Unternehmen eine Antwort schuldig.
Die zuständige Immobilienfirma des Fleischkonzerns Tönnies, aus dessen Umfeld die neuen Mieter stammen sollen, zeigt sich überrascht. Man habe von den Vorgängen vor Ort nichts gewusst. Tönnies-Mitarbeiter, die beim Dreh des TV-Teams gesichtet wurden, hätten die Szenerie beobachtet, aber keinerlei Gespräch gesucht.
Für den Mieterschutzbund ist klar: Es braucht dringend Transparenz und Regeln, die verhindern, dass gewachsene Mietstrukturen ohne Rücksicht auf soziale Folgen ausgehöhlt werden.
Wir bleiben an dem Fall dran und berichten, sobald es neue Entwicklungen gibt!






