Ende des letzten Jahres konnte das Mammut Tierheim in Ahlen nur noch die weiße Fahne schwenken - schier überrollt wurde man von der Anzahl der Katzen, die im Tierheim abgegeben wurden.
Die laut Betriebserlaubnis genehmigten 95 Katzen wurden weit überschritten, im Bestandsbuch konnte die Zahl von 207 Katzen gelesen werden.
Mit Hilfe der Bevölkerung des Kreises Warendorf konnten viele Katzen ein Plätzchen bei tierlieben Katzenfreund*innen finden, viele Katzen wurden vermittelt oder auf Pflegestellen untergebracht, zu Ende Dezember hatte das Tierheim sich auf die Zahl von 85 Katzen "hinuntergeschrumpft".
Aber pünktlich mit den ersten Sonnenstrahlen beginnt der Wahnsinn aufs Neue, die ersten 4 trächtigen Mutterkatzen wurden in der ersten Märzwoche im Tierheim Ahlen abgegeben.
Allein im Ahlener Süden - so berichten Tierschützer*innen - laufen bis zu 50 Katzen unkastriert durch die Gärten und Grünanlagen. Der Gedanke an die vielen Katzenbabies, die so auf das Tierheim zurollen werden, lässt die Mitarbeitenden des Tierschutzvereins Ahlen erschaudern. Denn bei der Rechnung, dass die Hälfte der circa 50 Katzen weiblich sein werden und jede Kätzin ca. 4 - 6 Welpen zur Welt bringt, ergeben sich 100 - 150 Katzenbabies und das circa zwei Mal im Jahr.
Eine Lösung scheint nicht in Sicht - die vom Kreis Warendorf beschlossene Katzenschutzverordnung ist aus juristischen Gründen noch nicht aktiv.
Auch finanziell ist das Kastrieren von circa 50 Katzen zusätzlich eine große Herausforderung!
Tierschützer haben nun 4 der bereits hoch trächtigen Katzenmütter eingefangen und ins Tierheim gebracht aber auch hier verursachen die Tiere große Probleme, denn jede Katzenmutter benötigt ein eigenes Zimmer und das für mindestens ein Vierteljahr, bis die Katzenbabies im vermittlungsfähigen Alter sind.
Und so ist nun die nächste Katastrophe vorprogrammiert: 4 Katzenmütter belegen 4 Zimmer und bringen zwischen 16 und 24 Welpen zur Welt.
Wenn man diese Tiere zu den bereits vorhandenen Katzen im Tierheim zählt, beginnt das Jahr 2024 mit einer Überbelegung noch bevor die Katzensaison so richtig gestartet hat. Vorstand und Tierheimleitung sind ratlos und sehen die nächste Katzenschwemme in großen Schritten aufs Tierheim zueilen. Helfen könnten noch erfahrene Pflegestellen, die sich einer trächtigen Katzenmutter annehmen würden und sie durch Entbindung und Welpenaufzucht begleiten könnten. Die meisten Pflegestellen jedoch sind noch mit Katzen aus dem letzten Jahr belegt und können nicht helfen.
Sollten sich doch noch erfahrene Katzenmenschen finden, die einer Katzenmutter zur Seite stehen möchten, so bittet das Tierheim um Kontaktaufnahme unter Tel: 02528 / 3630.
…..während des Schreibens dieses Artikels erreicht uns ein Anruf eines Ahlener Tierarztes: In die Praxis ist eine angefahrene trächtige Katze gebracht worden, wie nun weiter verfahren werden soll? Wo werden wir Katze Nummer 5 unterbringen? Wie schwer werden die Verletzungen sein? Wie hoch werden die Kosten, diese Verletzungen zu behandeln? Werden wir diese Kosten tragen können?







