20. Januar 2022 / Lokales

Jedes Fahrrad zählt: Regionsweite Radverkehrsuntersuchung gestartet

Münsterland e.V.

Es ist die größte, jemals in der Region durchgeführte Evaluation des touristischen Radverkehrs: Im Auftrag des Münsterland e.V. wird seit November 2021 ein ganzes Jahr lang mit 22 Zählstationen und ab Frühsommer 2022 mit Befragungen im ganzen Münsterland erfasst, wie viele der gezählten Radfahrerinnen und Radfahrer touristisch auf der 100-Schlösser-Route unterwegs sind. Ziel sind zuverlässige und aktuelle Daten als Basis und Entscheidungsgrundlage, wenn es um zukunftssichere, zielgruppengerechte oder neue Angebote geht.

„Wir wissen es längst: Das Münsterland ist Fahrradland. Aber wie viele Touristinnen und Touristen für Tagesausflüge oder Radwandertouren wirklich auf der ‚Königin der Radrouten‘ unterwegs sind, wissen wir nicht. Deswegen ist eine flächendeckende und repräsentative Zählung längst überfällig“, fasst Michael Kösters, Generalbevollmächtigter und Bereichsleiter Tourismus beim Münsterland e.V., die Ausgangslage zusammen. „Die 100-Schlösser-Route ist da als Referenz ideal, denn sie führt über mehr als 1.100 Kilometer durch alle Münsterland-Kreise und die Stadt Münster. Zahlreiche weitere Themenrouten der Region verlaufen teils viele Kilometer auf dieser Premium-Route.“

Zur Messung des Radverkehrsaufkommens auf der 100-Schlösser-Route sind 20 automatisierte, mobile Radzählstationen seit November 2021 für die Dauer von einem Jahr im Einsatz. Sie werden ergänzt um zwei bereits bestehende permanente Zählstationen. „Die Verteilung der Zählstellen orientiert sich an den durchschnittlichen Etappenlängen auf der 100-Schlösser-Route von 50 bis 60 Kilometern, die von Radreisenden im Schnitt zurückgelegt werden“, erklärt Hans-Joachim Gerdemann, Projektmanager für Qualität in der Radregion beim Münsterland e.V. „Auch die Lage zu den besucherstarken Schlössern und Burgen und zu vielbefahrenen Wegabschnitten zwischen den Schlössern war für die Platzierung der Zählstellen mitentscheidend.“

Ergänzend zur Zählung wird es ab Frühsommer 2022 auch eine persönliche, qualitative Befragung der Radreisenden am Wegesrand der Strecke geben. Sie ermöglicht die Differenzierung zwischen touristischem und alltagsbedingtem Radverkehr. Michael Kösters gibt einen Ausblick auf die weiteren Fragen: „Wir erfassen, wie und mit wem die Menschen an- und abgereist sind, welche Erwartungen sie hatten, wie zufrieden sie mit der Beschilderung sind, für was sie Geld ausgegeben haben und vieles mehr. Aus den Ergebnissen können wir Handlungsempfehlungen nicht nur für uns, sondern auch für die gesamte Wertschöpfungskette entlang der Route ableiten. Das kann von Investitionen in die Infrastruktur bis hin zu kulinarischen Angeboten vor Ort gehen. Mit den Daten können wir außerdem weitere Aussagen zur wirtschaftlichen Bedeutung des Radtourismus im Münsterland treffen.“

Auch der Vergleich mit anderen Regionen wird durch die Befragung möglich: „Das Befragungsdesign orientiert sich an bundesweit üblichen Fragestellungen und wird Vergleiche mit anderen Radfernwegen oder Radregionen ermöglichen“, erklärt Hans-Joachim Gerdemann.

Ab Februar können Radreisende aber auch über einen Online-Fragebogen an der qualitativen Befragung teilnehmen. „Mitmachen können alle, die die 100-Schlösser-Route im letzten halben Jahr oder Jahr mit dem Fahrrad gefahren sind“, sagt Gerdemann. „An wichtigen Kontaktpunkten der Route, zum Beispiel Schlössern und Burgen, den Tourist-Informationen oder Gastbetrieben, werden die Gäste darüber hinaus auf die Befragung aufmerksam gemacht.“

Der Münsterland e.V. rechnet mit den Ergebnissen der Befragung im Winter 2022. Die Radverkehrsuntersuchung wird finanziert im Rahmen des EFRE-Förderprojektes „Schlösser- und Burgenregion Münsterland“, das durch den Münsterland e.V. und die vier Kreise sowie die Stadt Münster im Rahmen der Regionale 2016 initiiert wurde.

Mehr Infos zum Fahrradfahren im Münsterland gibt es auf >> www.radregion-muensterland.de.

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