21. Mai 2024 / Lokales

Einblick ins Ameland-Ferienlager Vellern der St. Franziskus Gemeinde in Neubeckum

Interview Theresa & Stefan

Wir haben ein spannendes Interview mit dem Lagerleiter Stefan Kischel und der Betreuerin Theresa Raring des Ameland-Ferienlagers Vellern der St. Franziskus Gemeinde in Neubeckum geführt:

Stefan, Theresa, ihr seid Teil des Ameland-Ferienlagers der St. Franziskus Gemeinde in Neubeckum. Was sind eure Hauptaufgaben?

Stefan: Als Lagerleiter organisiere ich das gesamte Lager, verwalte die Finanzen, unterstütze das Team und kümmere mich um die Kommunikation mit Eltern und der Gemeinde. Außerdem behalte ich den Überblick über bürokratische Angelegenheiten.
Theresa: Ich bin seit 2018 dabei und als Betreuerin kümmere ich mich um die Kinder, plane Aktivitäten und sorge dafür, dass alles reibungslos läuft. Jeder Betreuer hat eine feste Gruppe, für die er verantwortlich ist und als Ansprechpartner dient. Auch wenn man zusätzlich viele andere Aufgaben wie Aufräumen, Einkaufen und organisatorische Dinge übernimmt, macht es wegen der Gemeinschaft unglaublich viel Spaß.

Wie viele Betreuer und Kinder sind dieses Jahr im Lager?

Stefan: Wir haben ein Team von 20 Betreuern im Alter von 18 bis 48 Jahren. Es sind etwa 80 Kinder zwischen 8 und 15 Jahren dabei.

Was motiviert euch, jedes Jahr dabei zu sein?

Stefan: Für mich ist Ameland wie ein zweites Zuhause. Es macht mir Freude, den Kindern etwas von meinen eigenen Erlebnissen weiterzugeben. Mein Vater hat vor 40 Jahren zusammen mit anderen das Ameland-Lager gegründet. Seit wir Babys waren, sind wir mitgefahren. Es ist eine Familientradition geworden. Jedes Mal, wenn wir auf die Insel fahren, fühlt es sich an wie nach Hause kommen.
Theresa: Ich liebe es, dem Alltag zu entfliehen und mit den Kindern neue Erinnerungen zu schaffen. Es ist wie Urlaub fürs Gehirn und man arbeitet mit einem großartigen Team zusammen.

Es besteht die Möglichkeit für solche Aktionen Sonderurlaub zu bekommen oder nehmt ihr euren normalen Urlaub dafür?

Theresa: Ja, genau, es besteht die Möglichkeit, vom Arbeitgeber bis zu 8 Tage Sonderurlaub zu bekommen. Das ist eine großartige Gelegenheit, unsere gemeinnützige Arbeit zu unterstützen. Viele haben jedoch so viel Spaß am Lagerleben, dass sie sogar ihre regulären Urlaubstage opfern, um dabei sein zu können.

Wie wirkt sich diese Gemeinschaft auf die Kinder aus, die das erste Mal dabei sind?

Stefan: Die neuen Kinder werden sofort integriert. Die Kinder spüren diese Gemeinschaft und das gibt ihnen ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit.
Theresa: Genau, und diese Atmosphäre prägt die Kinder nachhaltig. Sie lernen Verantwortung, Gemeinschaftssinn und haben einfach eine tolle Zeit. Man merkt immer wieder, wie positiv sie auf die Erlebnisse im Lager reagieren.

Wie bereitet ihr euch auf das Ferienlager vor? Es gibt doch sicherlich einige Vorschriften.

Theresa: Ja, das stimmt. Wir haben alle eine Präventionsschulung und einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert. Vom Träger der Kirche wird zudem ein polizeiliches Führungszeugnis verlangt, und wir werden in Hygiene geschult. Im Vergleich zu vor 20 Jahren sind die Anforderungen deutlich gestiegen, was den Schutz der Betreuer und der Kinder betrifft. Das gibt uns mehr Sicherheit und Hintergrundwissen. Unser Team ist vielfältig und bunt gemischt: Es besteht aus angehenden Lehrern, Gesundheits- und Krankenpflegerinnen, Sozialpädagogen, einer Grafikdesignerin, einem Koch, einem Ingenieur und vielen anderen. Diese Vielfalt stärkt das Team und sorgt dafür, dass sich jeder gut aufgehoben fühlt.

Das klingt nach einem starken Team. Wie wirkt sich das auf eure Arbeit aus?

Theresa: Der Teamaspekt ist das Wichtigste. Die Vielfalt und das gute Miteinander regen an, weiterzumachen und sorgen dafür, dass wir uns auf die Zeit im Lager freuen. Wir haben ein fertiges Konzept, das wir vor Ort umsetzen. So können wir die Zeit dort wirklich genießen.
Stefan: Gute Organisation schafft Freiräume und den Spaß im Lager. Vor zwei Jahren hatten wir während der Corona-Pandemie besondere Herausforderungen zu bewältigen. Nur weil wir vorher gut aufgestellt waren, hat alles so gut geklappt. Wir mussten die Kinder separieren, organisieren, wie sie zurückkommen, und die Eltern informieren.
Theresa: Wir dürfen den Kindern ja nichts geben oder verabreichen, keine Medikamente und nicht mal Sonnencreme, außer nach Absprache mit den Eltern. Für kleinere medizinische Notfälle haben wir die Malteser auf Ameland.
Stefan: Die Malteser arbeiten ehrenamtlich, und die ärztliche Versorgung auf Ameland ist nicht mit unserer zu vergleichen. Im Sommer ist die Insel zehnmal so bevölkert wie sonst, und es gibt nur drei Ärzte.

Welche Voraussetzungen braucht man als Betreuer?

Stefan: Teamfähig und die Sozialkompetenz. Man muss gut mit Kindern umgehen können.
Theresa: Man muss zwei Wochen mit 100 Menschen zusammen leben können, man hat kaum Rückzugsmöglichkeiten, wenig Privatsphäre, man schläft mit mehreren Leuten in einem Raum. Da ist ein gewisses Maß an Spontanität, sowie Anpassungsfähigkeit und eine hohe Verantwortungsbereitschaft Voraussetzung.

Was möchtet ihr unbedingt noch nach Außen kommunizieren? Was ist euch wichtig?

Stefan: Ganz wichtig ist zu erwähnen, dass es eine gewisse Elterntrasparenz gegenüber den Lagerbetreuern benötigt, um bestens vorbereitet zu sein. Das macht es den Betreuern leichter in bestimmten Situationen richtig zu reagieren.
Theresa: Wir sind da ja auch sehr transparent mit unserem Lagerblog, oder über Instagram. Die Eltern können sehen, was im Lager abgeht! Wir wollen eine gute Zeit für die Kinder, aber auch für die Betreuer und Eltern. Da müssen alle Parteien mit dran arbeiten.
 
Das klingt nach einer wirklich besonderen Erfahrung. 
Vielen Dank, dass ihr eure Geschichten und Erfahrungen mit uns geteilt habt!

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