Für Jana Tadick aus Beckum wird dieses Wochenende eines, das sie vermutlich so schnell nicht vergessen wird. Gemeinsam mit ihrer Stute Antonia reist sie zu den Deutschen Amateurmeisterschaften nach Zeiskam und startet dort für das Team Westfalen in der schweren Klasse S. Dass es überhaupt so weit kommen würde, hätte Jana selbst wohl niemals erwartet.
Die Nachricht kam überraschend. Nach ihrer Finalteilnahme bei den westfälischen Amateurmeisterschaften im Mai in Bielefeld wurde Jana für die Deutschen Amateurmeisterschaften nachnominiert. Plötzlich war da diese große Chance. Und Jana hat sich entschieden, sie anzunehmen.
Dabei geht es ihr gar nicht darum, mit großen Erwartungen nach Zeiskam zu fahren. Sie möchte dieses Abenteuer gemeinsam mit Antonia erleben, Erfahrungen sammeln und schauen, was passiert. Dass sie überhaupt dabei sein darf, bedeutet ihr schon unglaublich viel.
Denn hinter diesem Start steckt ein gemeinsamer Weg, der alles andere als selbstverständlich war. Jana kaufte Antonia als dreijährige Stute und bildete sie selbst aus. Für beide ging es Schritt für Schritt voran, mit schönen Momenten, aber auch mit Herausforderungen. Jana hatte zuvor noch nie ein Pferd selbst bis in die schwere Klasse ausgebildet. Vieles war auch für sie neu.
Ihr großer Traum war damals eigentlich viel kleiner. Irgendwann einmal mit Antonia eine S-Dressur zu reiten, das wäre für Jana schon etwas ganz Besonderes gewesen. Mehr wagte sie kaum zu hoffen. Dass ausgerechnet diese gemeinsame Reise eines Tages bis zu den Deutschen Amateurmeisterschaften führen würde, lag für sie damals weit außerhalb ihrer Vorstellung.
Doch Jana und Antonia wuchsen miteinander. Mit Geduld, Vertrauen und viel gemeinsamer Arbeit schafften sie den Weg bis in die Klasse S. Die ersten Erfolge kamen und irgendwann wurde aus dem großen Traum Wirklichkeit. Und nun wartet sogar die nationale Bühne.
Jana startet für den RV Lippborg-Unterberg und auch dort spielt ihre Familie eine wichtige Rolle. Sie trainiert auf dem Reitstall ihrer Tante und ihres Onkels, der Familie Frölich. Pferde gehören für Jana schon immer zum Leben. „In unserer Familie sind Pferde nicht wegzudenken“, sagt sie.
Vielleicht macht genau das diesen Start so besonders. Jana weiß, wo sie mit Antonia angefangen hat und wie viel hinter dem Weg der vergangenen Jahre steckt. Deshalb ist vor allem die Dankbarkeit groß. Dankbarkeit für Antonia, für die gemeinsame Entwicklung und dafür, nun tatsächlich bei einer Deutschen Amateurmeisterschaft dabei sein zu dürfen.
Was am Ende auf der Ergebnisliste steht, ist für Jana erst einmal zweitrangig. Sie möchte sich trauen, diese große Chance anzunehmen und jeden Moment mit Antonia genießen.
Aus dem Wunsch, irgendwann einmal gemeinsam eine S-Dressur zu reiten, ist etwas geworden, das Jana selbst kaum für möglich gehalten hätte. Jetzt wartet auf die beiden ein großes Abenteuer in Zeiskam. Und aus Beckum gehen ganz viele gedrückte Daumen mit auf die Reise.





