16. Oktober 2023 / Lokales

Besucheransturm bei archäologischer Führung auf dem Kirchplatz

Steinkistengräber aus dem 13. Jahrhundert

Mehr als 50 Interessierte hatten sich am Donnerstagnachmittag an der St. Stephanus Kirche getroffen, um sich über die archäologischen Arbeiten vor Ort zu informieren. Mit einem Regenschirm und festem Schuhwerk ging es dann auch in den Grabungsbereich, wo der Grabungsleiter, Dr. Joachim Meffert, über die Arbeiten und die Fundstücke Auskunft gab. Entdeckt hat das Grabungsteam neben verschiedenen Einzelfunden, wie beispielsweise einen großen Grabstein aus dem 15. Jahrhundert, auch ein Fragment eines sogenannten Pilgerhorns.

Um das Jahr 800 hatte man begonnen, auf dem geweihten Boden Bestattungen vorzunehmen. Die letzte Bestattung erfolgte hier 1815. Da der ehemalige Friedhof bisher eine Grünanlage war, gibt es sehr viele gut erhaltene Steinkistengräber. „Anhand der Überreste können wir auch feststellen, ob ungünstige Lebensumstände sowie Mangelernährung für die hohe Sterblichkeit in der Frühen Neuzeit verantwortlich waren“, erklärt Grabungsleiter Dr. Joachim Meffert. Die ältesten Bestattungen sind Steinkistengräber aus dem 13. Jahrhundert, also aus dem Zeitraum der Beckumer Stadtgründung. Die Stadtarchäologie legt somit nicht nur bauliche Relikte frei, sondern kann auch einzigartige Einblicke in die Lebensumstände der verstorbenen Beckumerinnen und Beckumer vermitteln. "Da wir im kommenden Jahr das 800. Stadtjubiläum feiern, bringen diese Ergebnisse auch wichtige Erkenntnisse für die Erforschung der heimischen Stadtgeschichte," so Marianne Witt-Stuhr vom Stadtmarketing in Beckum.

Auch die Fragmente einer Kinderbestattung, bei der eine Totenkrone mit einem Blumengebinde auf dem Kopf angebracht wurde, kam zum Vorschein. Natürlich waren die Blumen nicht mehr vorhanden, wohl aber der Abdruck des Bronzedrahtes, mit dem die Blumen gebunden worden waren. 

Bei den Grabungen wurde deutlich, dass Grabplatten als Fundament wiederverwertet worden sind, das war früher so üblich. 

Gefunden wurden hier auch Steinartefakte aus der Steinzeit, aus der römischen Zeit und aus der vorrömischen Zeit. Zu den Fundstücken zählen Münzen aus den Jahren 1753, 1603 sowie 1870, Gewehrkugeln aus Blei, tönerne Murmeln, Bleifassungen von Kirchenfenstern, ein Aachener Horn und vieles mehr.

Die Interessierten nutzen die Möglichkeit eine Vielzahl von Fragen zu stellen.

Wenn die archäologischen Arbeiten abgeschlossen sind, werden die Gebeine der verstorbenen Menschen auf einem Friedhof beerdigt und entlang der Kirche wird eine Drainage eingezogen, die das Wasser bei starkem Regen lenkt.

Um vor dem Ende der Grabungsarbeiten noch einmal einen Einblick in diese wertvolle historische Arbeit zu geben, bietet der Museumsverein des Beckumer Stadtmuseums am 19. Oktober 2023 um 18:30 Uhr einen Vortrag im öffentlichen Teil seiner diesjährigen Mitgliederversammlung an: Hier wird Grabungsleiter Dr. Joachim Meffert über die archäologischen Arbeiten berichten und die Funde historisch einordnen. Um Anmeldungen zum Vortrag wird gebeten: brede@beckum.de

 

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