Es folgt ein Leserbrief von Lisa Raring und Judith Weppel:
"Vor kurzem wurde der Stadtelferrat und nun auch der Prinz der Stadt Beckum veröffentlicht. In diesem Jahr wird der Elferat von der KG „Uns geht die Sonne nicht unter“ e.V. gestellt. Bei einem schnellen Blick fällt auf: Es befinden sich wieder einmal nur Männer im Elferat. Und wie selbstverständlich gibt es in diesem Jahr auch wieder einen Prinzen und keine Prinzessin, natürlich begleitet von zwei Männern als Hofmarschallen. Vermutlich wird der Dachverband „Na, da wären wir ja wieder e.V.“ nicht einmal einen Gedanken daran verschwendet haben, dass auch eine Frauen einen dieser Posten ausüben kann. Frauen dürfen mitfeiern, gerne auch den Männern den Rücken freihalten, vielleicht noch ein paar Hemden bügeln und den (Familien-)Alltag während der Karnevalszeit am Laufen halten.
Noch im letzten Jahr behaupteten einige hochrangige Mitglieder des Dachverbandes sogar, Frauen wären nicht in der Lage, richtig für Stimmung zu sorgen. Eine starke Behauptung, besonders vor dem Hintergrund, dass auch ein Großteil eines männlichen Elferrates bei karnevalistischen Sitzungen oft nur auf der Bühne sitzt und im Takt zu klatschen scheint. Frauen können im Karneval mehr sein als hübscher Beischmuck oder Programmpunkt bei Sitzungen im Sinne von Show- oder Gardetanz. Das beweist schon allein ein Blick an Weiberfastnacht auf einen vollen Marktplatz, der für viele einen Höhepunkt des karnevalistischen Wochenendes darstellt und von Frauen grandios moderiert wird. Die Stimmung unter den Frauen ist dabei ebenfalls grandios.
Wir dürfen die Hälfte der feiernden Gesellschaft - sogar einen Großteil des Organisationsteams im Hintergrund - jedoch keine repräsentative Rolle im Vordergrund einnehmen. Dies ist einerseits ein Appell an den Dachverband, fortschrittlicher zu denken und sich nicht weiter mit Händen und Füßen gegen Geschlechtergleichheit im Karneval zu sträuben, und andererseits als Verband mit dem größten Umzug im Kreis ein Zeichen Richtung anderer Karnevalshochburgen zu setzen. Was in kleinen Vereinen - in diesem Jahr sogar selbst vereinsintern bei der KG Uns geht die Sonne nicht unter e. V. - schon seit Jahren kein Thema mehr ist, nämlich dass Männer und Frauen auf Augenhöhe regieren, feiern und organisieren, wünschen und fordern wir auch für den von uns allen geliebten Stadtkarneval."







