18. August 2026 / Aus aller Welt

Wie wird der Wald brandfester? Eichen als Feuerschutz

Kiefernwälder gelten als besonders brandgefährdet. Experten setzen auf Eichen, die den Flammen viel besser widerstehen, und auf Eichhörnchen, die beim Waldumbau helfen können.

Rauchschwaden ziehen über den großen Waldbrand im Hohen Venn hinweg.

Kiefernwälder brennen extrem stark, Eichen bremsen das Feuer dagegen. Das Pflanzen von Laubbäumen in einen Nadelwald könne die Feuerintensität deutlich senken, sagt Tanja Sanders vom Thünen-Institut für Waldökosysteme in Eberswalde. Das habe ein größeres Forschungsprojekt ihres Instituts ganz klar gezeigt. 

In den vergangenen 30 Jahren ist die Waldbrandgefahr durch den Klimawandel nach Angaben des Instituts immer weiter gestiegen. Die Anzahl der Tage mit mittlerer bis hoher Waldbrandgefahr nahm demnach signifikant zu. «Der Klimawandel dürfte dieses Problem durch höhere Temperaturen und längere Trockenperioden weiter verschärfen», schreibt das Institut. 

Doch die Waldbrandgefahr lässt sich eindämmen. «Das, was alle Förster und Waldbesitzer sowieso seit Jahren eigentlich vorantreiben, den Waldumbau hin zu einer Mischung mit mehr Laubholz, ist auch etwas, was gegen Feuer gut funktioniert», sagt die Waldökologin.

«Eichen eignen sich sehr gut, weil sie eben schlechter brennen», betont Sanders. Das gelte auch für ihr Laub. Trockene Eichenblätter, aber auch Buchenblätter, brennen laut Sanders sehr schlecht. Das Feuer gehe von allein aus. Weil das Laub von Eichen auch schlecht verrotte, gebe es zudem weniger Unterwuchs. Das bedeute weniger Nahrung für die Flammen. In der DDR habe man Brandschutzriegel aus Eichen angelegt, um Waldbrände zu begrenzen. Laubbäume halten Wasser laut Sanders auch besser im Wald als Nadelbäume.

Kiefernstreu: «Da läuft das Feuer einfach durch»

Die Kiefer sei dagegen «so unsere brennbarste Baumart, die wir hier in Deutschland haben», sagt Sanders. «Kiefernstreu, wenn man die einmal anzündet, brennt die bis nichts mehr da ist. Also, da läuft das Feuer einfach durch.» Daher seien reine Kiefernbestände extrem brandgefährdet. «Wir hatten ja auch die großen Brände, Treuenbrietzen zum Beispiel, wo die Brände erst in dem Sinne auch wirklich aufgehört haben, als sie in Mischwaldkulturen reingingen.»

Die Fichte sei zwar nicht ganz so brennbar wie die Kiefer, aber hier gebe es viel trockenes Reisig, also kleine abgebrochene Äste, die sich am Boden sammeln und Brandmaterial bilden. Aus den Wäldern sollte man insgesamt trockenes Totholz ein Stück weit entfernen, aber die großen, auf dem Boden liegenden und meist feuchten Stämme liegen lassen, sagt die Expertin. 

Als konkrete Sperre für Brände könnten auch Brachflächen dienen. Ein solcher Schutzstreifen müsse wegen des Funkenflugs etwa 100 bis 300 Meter breit sein. 

Neben Straßen in Brandenburg werde ein Streifen gepflügt, sodass offener Sand hervorkomme. Diese schmaleren Schutzstreifen sollten verhindern, dass Brände entstehen, wenn Funken von Fahrzeugen übersprängen oder jemand seine Zigarette wegwerfe. 

Eichhörnchen hilft beim Waldumbau

Einige Wälder seien auch noch durch Munition aus dem Zweiten Weltkrieg oder aus späteren Militärübungen belastet. Wenn es dort brenne, könne die Feuerwehr nur sehr eingeschränkt agieren. Die Munition behindere auch den Umbau des Waldes, weil man nicht einfach hineingehen könne. 

Doch auch aus der Luft sei eine Anpflanzung von Laubbäumen oft schwierig. «Wenn ich sowieso schon einen Kiefernbestand habe und dann Saatgut abwerfe, ist halt die Frage, ob und wann das unten am Boden ankommt», sagt Sanders. «Deswegen arbeitet man eher mit Saattabletts, wo sich zum Beispiel Eichhörnchen Samen holen und ihn dann im Wald verteilen.»


Bildnachweis: © Kevin Schößler/dpa
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