15. Juni 2023 / Aus aller Welt

Waldbrände erfolgreich bekämpft und Regen in Sicht

Entwarnung in Mecklenburg-Vorpommern drei Tage nach dem Ausbruch von zwei großen Waldbränden. Der Katastrophenalarm ist aufgehoben. Und es ist Regen angesagt - aber nicht genug.

Beschädigt ist ein Warnschild am mit Munition belasteten Waldbrandgebiet bei Lübtheen. Der Waldbrand ist unter Kontrolle.

Mit Erfolg haben Hunderte Feuerwehrleute zwei große Waldbrände auf munitionsbelasteten Flächen in Mecklenburg-Vorpommern bekämpft. Der Katastrophenalarm für die Region Lübtheen, wo es auf rund 100 Hektar eines ehemaligen Truppenübungsplatzes brannte, wurde am Donnerstag aufgehoben, wie ein Sprecher von Landrat Stefan Sternberg (SPD) sagte. Nach Wochen der Trockenheit ist nun auch wieder Regen in Sicht.

Die Niederschläge könnten immerhin stellenweise ein kleiner Tropfen auf den heißen Stein sein, vor allem in den von Waldbränden geplagten östlichen Landesteilen, hieß es vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. In der Region Lübtheen könnte es laut DWD noch am Donnerstag Schauer und Gewitter geben. Für Freitagmorgen und den Vormittag seien dort leichte Niederschläge zu erwarten, sagte ein DWD-Meteorologe. Um die Trockenheit dauerhaft zu lindern, bräuchte es allerdings einen sogenannten Landregen. «Der ist nicht in Sicht.»

Dem Einsatzleiter der Feuerwehr für Lübtheen zufolge wurde das Brandgebiet weiter an den Rändern bewässert, und das werde auch über den Tag fortgesetzt. Flammen gebe es kaum noch und man hoffe, bald «Feuer aus» geben zu können. Am Montag waren fast zeitgleich zwei Waldbrände im Landkreis Ludwigslust-Parchim ausgebrochen. Im brandenburgischen Jüterbog war das Feuer im Waldgebiet südlich von Berlin am Mittwoch zwei Wochen nach Ausbruch des Brandes erloschen.

Trockener Nordosten

Im Zuge der globalen Erwärmung steigt in vielen Regionen die Waldbrandgefahr, wie etwa der Weltklimarat IPCC festgestellt hat. Zwar kann ein wärmeres Klima dazu beitragen, dass mehr Wasser vom Himmel fällt, auch häufiger in Form von Starkregen. Die Zeiträume ohne Niederschläge werden aber teils länger. Und gerade in ohnehin trockenen Gebieten wie im Nordosten Deutschlands steigt die Gefahr von Dürreperioden. In extrem trockener Vegetation können sich Waldbrände schneller ausbreiten.

Als besonders gefährdet mit Blick auf Waldbrände gelten trockene, sandige Gegenden wie Brandenburg und Teile Mecklenburg-Vorpommerns. Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Lübtheen hatte es bereits 2019 einen Großbrand gegeben, der mit fast 1000 Hektar eine deutlich größere Fläche erfasst hatte. Das Brandgeschehen dauerte damals fast eine Woche. Dass es jetzt gelungen sei, den Brand deutlich kleiner zu halten und in der Hälfte der Zeit zu bekämpfen, sei den vielen Maßnahmen zu verdanken, die ergriffen worden seien, sagte Sternberg.

Dazu gehört die Anschaffung mehrerer geländegängiger Löschfahrzeuge für Mecklenburg-Vorpommern und weiterer moderner Technik für mehrere Millionen Euro. Zudem wurden auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Lübtheen 15 Brunnen für Löschwasser gebohrt und Brandschutzschneisen geschlagen. Vorhandene Schneisen wurden auf bis zu 60 Meter verbreitert. Um ihre Schutzkraft zu erhöhen, werden sie im Brandfall beregnet - so praktiziert in den vergangenen Tagen bei Lübtheen und beim zweiten großen Waldbrand in Mecklenburg-Vorpommern zur gleichen Zeit rund 30 Kilometer entfernt nahe Hagenow auf 47 Hektar. «Das Konzept der Schneisen und der Bewässerung hat massiv gewirkt», bilanziert Landrat Sternberg.


Bildnachweis: © Steven Hutchings/TNN/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Großbrand an der Neubeckumer Straße
Lokales

Feuerwehr im Großeinsatz, Rauch und Geruchsbelästigungen im Stadtgebiet möglich

weiterlesen...
Polizei ermittelt nach mehreren Auseinandersetzungen in Roland
Polizeimeldungen

Zahlreiche Ermittlungen laufen. Polizei bittet Zeugen um Hinweise.

weiterlesen...
Großbrand verursacht Verletzte und Behinderungen auf der Neubeckumer Straße
Polizeimeldungen

Feuerwehr löschte Brand in Beckum. Zwei Männer wurden schwer verletzt.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Zahnanalyse bestätigt: Der T. rex war Warmblüter
Aus aller Welt

Von wegen kaltblütige Echse. Forscher haben an Zähnen eines Museums-Dinos gekratzt und wissen nun: Der T. rex hatte eine Körpertemperatur, die gar nicht so weit von unserer entfernt war.

weiterlesen...
Zukunftspreis: Energiespeicher, Chip und Intensiv-Therapie
Aus aller Welt

Drei Projekte aus Bayern und Baden-Württemberg gehen ins Rennen um den Deutschen Zukunftspreis 2026. Was ihre Technologien für Medizin, Energiewende und Digitalisierung leisten können.

weiterlesen...
Malaria bei Anwohnern von Flughafen - wie kam es dazu?
Aus aller Welt

In Frankfurt sind erneut Menschen an der tropischen Variante von Malaria erkrankt – diesmal mehrere Kilometer vom Flughafen entfernt. Was zu den Hintergründen der nun insgesamt acht Fälle bekannt ist.

weiterlesen...