23. März 2026 / Aus aller Welt

Viele wandernde Tierarten bedroht: UN-Konferenz in Brasilien

Die Lage vieler wandernder Tierarten verschärft sich. Bei einer UN-Konferenz in Brasilien beraten Staaten über strengere Schutzregeln und internationale Zusammenarbeit.

In Brasilien beginnt am Montag eine UN-Konferenz zum Schutz wandernder Tierarten. (Archivbild)

In Brasilien hat eine wichtige UN-Konferenz zum Schutz wandernder Tierarten begonnen. «Wir leben in einer Zeit der Dringlichkeit», sagte Brasiliens Umweltministerin Marina Silva zur Eröffnung der Konferenz. Diese Migrationswege zu schützen bedeute, die Hoffnung zu nähren, «dass der Planet lebendig und vielfältig bleibt». Zu dem Treffen kommen bis Ende der Woche Regierungsvertreter, Wissenschaftler, Naturschützer sowie Vertreter indigener Gemeinschaften zusammen.

Milliarden Tiere wandern jedes Jahr teils über Kontinente und Ozeane hinweg – von Zugvögeln über Meeresschildkröten bis hin zu Walen. Viele wandernde Tierarten sind bedroht.

Im Mittelpunkt der 15. Vertragsstaatenkonferenz (COP15) des Übereinkommens zur Erhaltung wandernder wildlebender Tierarten (CMS) stehen Maßnahmen gegen die weltweite Biodiversitätskrise. Geplant ist unter anderem, weitere Tierarten unter internationalen Schutz zu stellen sowie Maßnahmen gegen illegale Jagd, Übernutzung und den Verlust von Lebensräumen zu verstärken.

Die Konferenz findet erstmals in Brasilien statt und wird in Campo Grande im Bundesstaat Mato Grosso do Sul ausgerichtet - nahe dem Pantanal, dem größten Feuchtgebiet der Erde und einer der artenreichsten Regionen weltweit.

Lage im Meer besonders kritisch 

Ein bereits im Vorfeld der Konferenz veröffentlichter UN-Bericht zeigt eine Verschärfung der Lage. Demnach gehen die Bestände von 49 Prozent der durch das Abkommen geschützten wandernden Arten zurück – ein Anstieg um fünf Prozentpunkte binnen zwei Jahren. Rund 24 Prozent der Arten sind vom Aussterben bedroht.

Als größte Gefahren gelten Übernutzung sowie der Verlust und die Zerschneidung von Lebensräumen. Besonders kritisch ist die Lage im Meer, wo viele Fischarten stark gefährdet sind.

Die Konferenz steht unter dem Motto «Connecting Nature to Sustain Life» (Die Natur verbinden, um das Leben zu erhalten) und ist eines der wichtigsten internationalen Treffen zum Schutz wildlebender Tiere. Grundlage der Beratungen ist ein UN-Abkommen, dem mehr als 130 Staaten angehören.


Bildnachweis: © Duncan Heuer/Aussie Bubbles/dpa
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