20. August 2025 / Aus aller Welt

Tausende Tote jährlich durch antibiotikaresistente Erreger

Das Robert Koch-Institut nennt sie «eine der größten Heraus­forderungen für die globale Gesundheit dieser Zeit». Antibiotika­resistenzen nehmen weltweit zu - nun gibt es Zahlen für Deutschland.

Das Robert Koch-Institut hat neue Zahlen zu Todesfällen durch antibiotikaresistente Erreger veröffentlicht. (Archivbild)

Antibiotikaresistente Erreger stellen eine erhebliche Gesundheitsgefahr dar - auch in Deutschland. Laut einer Studie von Forschenden des Robert Koch-Instituts (RKI), der Universität Washington und weiterer Einrichtungen starben im Jahr 2019 rund 45.700 Menschen in Deutschland in Zusammenhang mit antibiotikaresistenten Erregern. Nicht immer war dabei die Resistenz die direkte Ursache. Besonders häufig führten Blutstrominfektionen sowie Atemwegs- und Bauchrauminfektionen zum Tod.

Rund 9.600 dieser Menschen sind laut RKI jedoch unmittelbar aufgrund der Resistenz des Erregers gestorben - «wären die Betroffenen mit dem gleichen Erreger ohne Resistenz infiziert gewesen, hätten sie vermutlich überlebt». 

Zum Vergleich: Die Gesamtzahl der 2019 in Deutschland verstorbenen Menschen lag laut Statistischem Bundesamt bei 939.500 Menschen.

«Eine der größten Heraus­forderungen für die globale Gesundheit»

«Antibiotika zählen zu den wichtigsten medizinischen Errungen­schaften und sind in der modernen Medizin unverzichtbar. Antibiotika­resistenzen nehmen jedoch weltweit zu. Sie sind eine der größten Heraus­forderungen für die globale Gesundheit dieser Zeit», schreibt das RKI auf seiner Webseite.

Durch den immer häufigeren Einsatz von Antibio­tika in der weltweiten Medizin entstehe Selek­tions­druck: Bakterien­stämme, die eine Resistenz gegenüber dem Antibio­tikum besitzen, überleben und können sich weiter ausbreiten.

Wenn Anti­biotika ohne einen triftigen Grund, zu oft, über einen zu langen Zeitraum oder unsach­gemäß angewandt werden, begünstigt das die Entstehung und Verbreitung von resistenten Erregern, teilt das RKI mit.

RKI für mehr Prävention und gezielte Kontrollmaßnahmen

«Ein wichtiger Ansatz zur Verringerung von Antibiotika­resistenzen ist daher der gezielte und sachgerechte Einsatz von Antibiotika», schreibt das RKI. Deutschland müsse Prävention und gezielte Kontrollmaßnahmen weiter verstärken, um die Ausbreitung resistenter Erreger einzudämmen.

Die Studie wurde im Fachmagazin «Journal of Antimicrobial Chemotherapy - Antimicrobial Resistance» veröffentlicht.


Bildnachweis: © Philipp Znidar/dpa
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