29. März 2026 / Aus aller Welt

Streit um Einsatz des Biologen Robert Marc Lehmann

Der Biologe Robert Marc Lehmann wirft Verantwortlichen vor, ihn wegen angeblicher «Selbstdarstellung» von der Walrettung ausgeschlossen zu haben. Die weisen die Vorwürfe zurück.

Der Biologe Robert Marc Lehmann wirft den Einsatzkräften vor, von ihnen ausgeschlossen worden zu sein. (Archivbild)

Der an der Rettung des Wals beteiligte Biologe Robert Marc Lehmann hat Verantwortlichen vorgeworfen, ihn von weiteren Aktionen ausgeschlossen zu haben. Auf der Plattform Instagram berichtete er, dass Verantwortliche ihm als Grund hierfür «Selbstdarstellung» unterstellt hätten. Zudem sei er vor Ort bereits unfreundlich begrüßt worden.

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) wies Lehmanns Anschuldigungen bei einer Pressekonferenz in Wismar zurück. «Wir haben niemanden ausgeschlossen», sagte Backhaus. Er kündigte an, mit Lehmann darüber sprechen zu wollen. «Ich glaube, damit ist auch ein Signal gesendet, dass wir Kooperation suchen, pflegen und umsetzen.» 

Auch der Direktor des Deutschen Meeresmuseums, Burkard Baschek, und Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) bekräftigten, dass niemand Lehmann aktiv von Rettungsmaßnahmen ausgeschlossen habe. 

Zuspruch für Lehmann im Internet

Lehmann hatte in den vergangenen Tagen vor Timmendorfer Strand im Neoprenanzug neben dem auf einer Sandbank gestrandeten Wal gestanden und versucht, ihn zu beruhigen und zum Losschwimmen zu animieren. In der Nacht zum Freitag befreite sich das Tier durch eine ausgebaggerte Rinne. 

Am Samstag war der Wal vor Wismar gestrandet, hatte sich in der darauffolgenden Nacht befreit, lag aber später wieder in der Bucht vor Wismar. In einem Video bei Instagram forderte Lehmann am Sonntag: «Liebe Experten, ab in die Neoprenanzüge, seid für den Wal da!»

Diese hatten jedoch beschlossen, das Tier in Ruhe zu lassen - in der Hoffnung, dass es Kraft tankt, sich selbst befreit und den Weg aus der Ostsee heraus findet, wie Backhaus sagte.

In den sozialen Medien stellten sich viele Nutzerinnen und Nutzer hinter Lehmann und wünschten sich seine erneute Beteiligung an einer Rettung des Wals. Den YouTube-Kanal des Biologen haben mehr als eine Million Menschen abonniert, auf Instagram hat er rund 789.000 Followerinnen und Follower.


Bildnachweis: © Daniel Bockwoldt/dpa
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