20. April 2023 / Aus aller Welt

«Starship» zerbricht kurz nach erstem Teststart

Das «Starship» ist das größte je gebaute Raketensystem der Raumfahrtgeschichte. Irgendwann soll es Menschen auf Mond und Mars bringen - jetzt ist ein erster Test anders als erhofft verlaufen.

Der erste Testflug des bisher längsten jemals gebauten Raketensystems «Starship» ist wenige Minuten nach dem Start mit einem ungeplanten Auseinanderbrechen zu Ende gegangen.

Das größte jemals gebaute Raketensystem «Starship» ist bei seinem ersten Testflug wenige Minuten nach dem Start auseinandergebrochen. Das «Starship» war am Donnerstag in Brownsville im US-Bundesstaat Texas zunächst mit viel Feuer und Rauch von der Erde abgehoben, bevor es - wie auf Live-Bildern zu sehen war - kurz darauf zu taumeln begann und schließlich mit Feuer zerbrach. «Starship» - bestehend aus dem rund 70 Meter langen Booster «Super Heavy» und der rund 50 Meter langen ebenfalls «Starship» genannten oberen Stufe - soll bemannte Missionen zu Mond und Mars ermöglichen.

Eigentlich hätte der Test insgesamt rund 90 Minuten dauern und mit dem Aufkommen beider Raketenstufen im Meer beendet werden sollen. Das private Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk, das das Raketensystem entworfen und gebaut hat, bewertete den Test trotzdem als Erfolg.

Viel gelernt für den nächsten Versuch

«Glückwunsch SpaceX zu einem aufregenden Teststart von "Starship"», schrieb Elon Musk bei dem ihm ebenfalls gehörenden Kurznachrichtendienst Twitter. «Wir haben viel gelernt für den nächsten Teststart in ein paar Monaten.» Auch SpaceX gratulierte seinem Team via Twitter. «Als wenn der Flugtest nicht schon aufregend genug gewesen wäre, gab es ein rasches ungeplantes Auseinanderbrechen des "Starship" vor der Trennung der Stufen», schrieb das Unternehmen. «Bei so einem Test hängt der Erfolg davon ab, was wir lernen, und der heutige Test wird uns dabei helfen, die Zuverlässigkeit von "Starship" zu verbessern.» Das Team werde die Daten des Tests nun ausgiebig auswerten und auf einen nächsten Teststart hinarbeiten.

Der Chef der US-Raumfahrtbehörde Nasa, Bill Nelson, gratulierte ebenfalls. «Jede große Errungenschaft der Geschichte hat ein gewisses kalkuliertes Risiko gebraucht, denn mit großem Risiko kommen große Belohnungen. Wir freuen uns auf all das, was SpaceX lernt, zum nächsten Startversuch - und darüber hinaus.»

Glückwünsche auch von der Esa

Auch von der anderen Seite des Atlantik kam Lob: «Glückwunsch», schrieb Josef Aschbacher, Generaldirektor der europäischen Weltraumorganisation Esa, auf Twitter. «Ein beeindruckender Schritt.» Der deutsche Astroaut Alexander Gerst schrieb von einem «signifikanten Ereignis für die Zukunft der Weltraumexploration». Das «Starship» werde Menschen weit ins All und auf den Mond bringen. «Um mit am Tisch der Weltraumnationen zu bleiben, brauchen wir EuropäerInnen ebenfalls ein Weltraum-Transportsystem für Menschen!»

Der erste Teststart von «Starship» war eigentlich bereits für Montag geplant gewesen, war dann aber wegen eines Problems mit einem Ventil auf Donnerstag verschoben worden. Kurz zuvor hatte SpaceX die notwendige Lizenz für einen solchen Test von der zuständigen US-Aufsichtsbehörde bekommen.

Das «Starship»-System ist so konstruiert, dass Raumschiff und Rakete nach Rückkehr auf die Erde wiederverwendet werden können. Die obere Stufe war schon mehrfach alleine getestet worden, dies war aber der erste gemeinsame Flugtest des gesamten Raketensystems.

Das insgesamt rund 120 Meter lange System soll künftig weit über 100 Tonnen Ladung transportieren können. Angetrieben wird die Rakete mit 33 «Raptor»-Triebwerken, die mit flüssigem Methan und flüssigem Sauerstoff betrieben werden. Das System soll im All betankt werden können. Mit dem SpaceX-«Starship» will die Nasa Astronauten auf den Mond bringen. SpaceX


Bildnachweis: © Eric Gay/AP/dpa
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