4. Mai 2026 / Aus aller Welt

Schlepper kommt nach Wal-Transport in Cuxhaven an

Das Schiff «Fortuna B» hat den mehrfach gestrandeten Buckelwal tagelang in Richtung Nordsee gezogen. Jetzt ist das Schiff nach Freilassung des Tiers in den Hafen von Cuxhaven eingelaufen.

Der Buckelwal wurde in seiner Barge vom Schlepper Fortuna B entlang der dänischen Küste in Höhe unterhalb von Skagen, im sogenannten Skagerrak, durch die Ostsee gezogen. (Archivbild)

Eines der beiden Schiffe, die den mehrfach vor der deutschen Küste gestrandeten Wal in die Nordsee brachten, ist am Sonntagabend in Cuxhaven eingelaufen. Nach Informationen eines dpa-Reporters vor Ort machte der Schlepper «Fortuna B» kurz vor Mitternacht im Hafen fest. Die Polizei war vor Ort.

Der Wal war am Samstag etwa 70 Kilometer von der nördlichsten Stadt Dänemarks, Skagen, entfernt abgesetzt worden. Angaben zum Zustand des Tiers zu diesem Zeitpunkt und zum genauen Ablauf der Freisetzung wurden nicht bekannt, auch öffentlich zugängliche Bilder oder Videos gab es nicht.

Das andere große Schiff des Transport-Konvois war die «Robin Hood». Sie befand sich am späten Sonntagabend nach Daten des Schiffs-Ortungsdienstes Vesselfinder in der Nähe der Westküste Dänemarks.

Kritik und unterschiedliche Angaben zur Freisetzung des Wals

Einige Mitglieder der Initiative hatten am Samstag kritisiert, die Schiffsbesatzung sei bei der Freisetzung des Wals grob vorgegangen. Die Bereederungsgesellschaft des Begleitschiffs «Robin Hood» sprach in einem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, allerdings von einem Erfolg. Die Freisetzung sei in Abstimmung mit allen Beteiligten erfolgt, hieß es.

Der vier bis sechs Jahre alte Walbulle war Anfang März erstmals in der Ostsee gesehen worden. In den etwa 60 Tagen bis zum Transport lag er rund zwei Drittel der Zeit in Flachwasserzonen, zuletzt vor der Insel Poel. Am Dienstag war er in den Lastkahn bugsiert worden, der dann an den Schlepper gekoppelt Richtung Nordsee startete. 

Wird der Wal überleben?

Bereits die Bergung war gegen den Rat vieler Wissenschaftler, Fachinstitutionen und Tierschutzorganisationen erfolgt. Die Überlebenschance schätzte Thilo Maack von der Naturschutzorganisation Greenpeace als minimal ein. Die mehrfache Strandung gilt als klares Anzeichen dafür, dass der Wal krank war, als er die deutsche Küste erreichte. 

Weiterhin wird davon ausgegangen, dass das Tier extrem geschwächt ist. Kaum abzuschätzen ist, ob tatsächlich zu einem späteren Zeitpunkt von einer «Rettung» gesprochen werden kann. Nur mit Trackingdaten und damit dem jeweiligen Aufenthaltsort des Wals ließe sich transparent machen, ob sich das Leiden des Wals auf dieser Reise gelohnt hat, sagte Greenpeace-Experte Maack am Samstag.


Bildnachweis: © Christoph Reichwein/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Weitere Artikel derselben Kategorie

Familie des Ebola-Patienten nun auch in Berlin
Aus aller Welt

Ein US-Bürger, der sich im Kongo mit dem Ebola-Virus angesteckt hat, wird in einer Isolierstation in Berlin behandelt. Seine engsten Angehörigen sind jetzt ebenfalls dort.

weiterlesen...
Norwegen: Erster Fall von Vogelgrippe bei Eisbär in Europa
Aus aller Welt

Zum ersten Mal wurde das Vogelgrippe-Virus bei einem Eisbären in Europa nachgewiesen – auf der norwegischen Inselgruppe Spitzbergen. Der Fund sei Teil einer größeren Entwicklung, sagt eine Expertin.

weiterlesen...
Experten: Ebola-Lage ernst – aber keine Pandemiegefahr
Aus aller Welt

Warum Experten trotz des Ebola-Ausbruchs in Zentralafrika keine Pandemie-Notlage ausrufen und welche Maßnahmen jetzt als entscheidend gelten.

weiterlesen...