3. Februar 2026 / Aus aller Welt

Probleme bei Test: Mondmission «Artemis 2» nicht vor März

Eigentlich hätte es in einigen Tagen losgehen sollen mit dem Flug zum Mond. Doch bei einem Test gibt es Lecks und Ausfälle. Wie gefährdet ist die bemannte Mission?

Der Vollmond scheint hinter dem Raktensystem «Artemis 2» auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral

Nach Problemen bei einem vorbereitenden Test wird die geplante Mondmission «Artemis 2» nicht vor März stattfinden. «Wir verschieben den Starttermin im Februar und streben nun März als frühestmöglichen Starttermin für "Artemis 2" an», teilte Nasa-Chef Jared Isaacman nach dem unbemannten Bodentest auf der Plattform X mit. 

Das aktuelle Startfenster für «Artemis 2» reicht insgesamt bis in den April. Mit der Mission will die Nasa erstmals seit 1972 wieder Menschen in die Nähe des Mondes schicken. Später sollen bemannte Mondlandungen folgen.

Bei dem sogenannten «Wet Dress Rehearsal» am Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida liefen verschiedene Dinge nicht nach Plan: Unter anderem habe es wegen eines Lecks Unterbrechungen beim Betanken gegeben, erklärte die Nasa. Zudem habe sich die Kälte auf einige Kameras ausgewirkt und die Audioübertragung vom Boden aus sei zeitweise ausgefallen. 

«Wir haben absolut damit gerechnet, auf Herausforderungen zu stoßen», schrieb Isaacman. Es gehe bei solchen Tests genau darum, auf Problemquellen aufmerksam zu werden, um sie vor dem Starttag lösen zu können. Ein konkreter neuer Starttermin sollte erst nach Auswertung aller Testdaten festgelegt werden. 

Crew war nicht an Bord der Rakete

Bei dem mehrstündigen Test wurden sämtliche Abläufe bis kurz vor dem Start durchgespielt – darunter das Betanken der Rakete «Space Launch System» mit tiefkaltem flüssigem Sauerstoff und Wasserstoff, ein vollständiger Countdown mit geplanten Haltepunkten sowie das kontrollierte Abbrechen und erneute Hochfahren der Startsequenz bei technischen Problemen oder ungünstigen Wetterbedingungen. 

An dem Bodentest waren neben den Startmannschaften vor Ort auch das Kontrollzentrum in Houston sowie weitere Nasa-Zentren beteiligt. Die vier Astronauten der Mission nahmen nicht aktiv teil. Abläufe am Starttag, etwa das Schließen der «Orion»-Kapsel, wurden jedoch in die Testabfolge integriert. 

Die Crew – Christina Koch, Victor Glover, Reid Wiseman und der Kanadier Jeremy Hansen – befanden sich in Texas seit Tagen in vorbereitender Quarantäne. Wegen des späteren Starts sollten sie nun daraus entlassen werden, wie es von der Nasa hieß. 

Nach dem von der Raumfahrtagentur vorgesehenen Ablauf ist eine Mission wie «Artemis 2» nicht zu jedem Zeitpunkt möglich. So müssen unter anderem Erde, Mond und Raumschiff eine passende Ausrichtung zueinander haben, damit das Raumschiff in jedem Fall – auch bei technischen Problemen – in der geplanten Landeregion im Pazifik ankommen kann, wie die Raumfahrtexperten Volker Ossenkopf-Okada von der Universität zu Köln und Stefanos Fasoulas von der Universität Stuttgart erklärten.


Bildnachweis: © Sam Lott/NASA via AP/dpa
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