21. Februar 2025 / Aus aller Welt

Philippinische Gemeinde setzt Kopfgeld auf Moskitos aus

Auf den Philippinen ist das Dengue-Fieber auf dem Vormarsch - zu einer ungewohnten Jahreszeit. Eine Gemeinde ruft zur Jagd auf möglichst viele Mücken auf, für Geld. Aber es gibt Bedenken.

Tot oder lebendig: In Addition Hills machen die Bürger Jagd auf gefährliche Stechmücken - für Geld. (Symbolbild)

Ein Vorort der philippinischen Hauptstadt Manila hat ein Kopfgeld auf Moskitos ausgesetzt - tot oder lebendig. Der Gemeindevorstand von Addition Hills will damit die Ausbreitung des gefährlichen Dengue-Fiebers eindämmen. Für jeweils fünf eingereichte Mücken oder Mückenlarven bekommen Bürger einen Philippinischen Peso (0,016 Euro) ausbezahlt - in dem größtenteils armen Land kann sich das lohnen. 

Auf der Facebook-Seite der Kleinstadt mit rund 100.000 Einwohnern hieß es, ein Bewohner habe gleich 45 Larven vorbeigebracht. Die Zeitung «Daily Tribune» zeigte auf der Plattform X ein Video der Abgabestation samt elektrischem Mückenvernichter.

In dem südostasiatischen Inselstaat ist die Viruserkrankung, die durch infizierte Stechmücken der Gattung Aedes übertragen wird, seit Jahresbeginn auf dem Vormarsch. Allein in Addition Hills wurden seit Januar 44 Dengue-Fälle verzeichnet, zwei Erkrankte starben. 

Landesweit wurden bis zum 1. Februar mehr als 28.000 Fälle und 21 Todesfälle registriert, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Die Behörden sind besonders besorgt, weil das Übertragungsrisiko eigentlich während der Regenzeit am höchsten ist - also zwischen Mai und November.

Warnung vor «Kobra-Effekt»

«Die Bürger haben Spaß daran, die Mücken und Larven einzusammeln», sagte Carmelita Gonzales, eine Mitarbeiterin der Stadtverwaltung, der Deutschen Presse-Agentur. Noch wichtiger sei es aber, damit das Bewusstsein für die Notwendigkeit zu schärfen, ihre Umgebung sauber zu halten, um die Krankheit zu bekämpfen. Die Kampagne «May Piso sa Mosquito» (Es stecken Pesos in Mücken) solle so lange durchgeführt werden, wie es Dengue-Fälle gebe.

Lokale Medien warnten aber, es könne zu einem Kobra-Effekt kommen. Damit ist das Phänomen gemeint, dass eine Maßnahme zur vermeintlichen Lösung eines Problems dieses noch verschlimmert. «Anstatt Mücken und ihre Larven zu jagen und ihren Lebensraum zu zerstören, könnten einige skrupellose Personen sie gegen eine große Geldsumme züchten», schrieb die Zeitung «Inquirer».

Dengue-Fieber: Was sind die Symptome?

Das Dengue-Fieber - wegen der Schmerzen manchmal auch «Knochenbrecherkrankheit» genannt - ist in den Tropen und Subtropen weit verbreitet. Häufig sind die Verläufe aber mild, und nicht jeder Infizierte erkrankt. Symptome sind plötzliches, hohes Fieber, Schüttelfrost sowie Schmerzen im ganzen Körper und Kopfweh, das gefühlt hinter den Augen sitzt. Außerdem kann es zu flächigen roten Hautausschlägen kommen.


Bildnachweis: © Gustavo Amador/epa/dpa-tmn
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Polizei ermittelt nach Fund eines toten Säuglings in Beckum
Polizeimeldung

Jeder Hinweis kann auf Wunsch diskret behandelt werden.

weiterlesen...
Neue Details zum Fund des toten Säuglings in Beckum
Polizeimeldung

Diesmal geht es auch um Gegenstände!

weiterlesen...
Lagerverkauf-Finale: Berkemeier in Beckum räumt die Lagerhallen
Lokales

Vier Wochen bleiben noch für Möbel-Schnäppchen.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Frauen fühlen sich in Männerteams bei Fehlern unsicherer
Aus aller Welt

Ein Fehler in der Präsentation, eine übersehene Frist, eine falsche Zahl in einer Kalkulation: Solche Pannen gehören zum Arbeitsalltag. Im Umfeld von Männern sehen Frauen eigene Fehler sehr negativ.

weiterlesen...
Was die Klimakrise mit Kindern macht
Aus aller Welt

Hitze, Allergien und Zukunftssorgen belasten Kinder schon heute. Ein Kinderarzt, eine Psychologin und ein Lehrer sprechen über Folgen – von der Medizin bis zum Schulalltag in Schwäbisch Gmünd.

weiterlesen...
Ebbe in Flüssen - Westeuropa erlebt weiter Rekord-Wetter
Aus aller Welt

Der Sommer war heiß und trocken - und der September hat daran wenig geändert. Für Westeuropa war es zusammen mit 2023 der wärmste September seit Messbeginn.

weiterlesen...