5. Januar 2025 / Aus aller Welt

Norwegisches Segelboot vor Portugal von Orcas beschädigt

Seit 2020 werden Boote vor den Küsten Südwesteuropas immer wieder von Orcas so schwer beschädigt, dass die Besatzungen Hilfe benötigen, um wieder an Land zu kommen. Jetzt gab es einen neuen Fall.

Orcas leben weltweit - wie hier bei Japan. Aber nur Tiere in der iberischen Region zeigen das mysteriöse Verhalten. (Archivbild)

Ein unter norwegischer Flagge fahrendes Segelboot ist von Orcas vor der Küste von Portugal schwer beschädigt worden. Das Boot habe dabei unter anderem das Ruder verloren, berichtete die Zeitung «Correio da Manhã» unter Berufung auf die zuständigen Behörden. Der Hafenkommandant von Setúbal, Serrano Augusto, bestätigte auf Anfrage den Zwischenfall.

Die Attacke der Schwertwale ereignete sich demnach am Samstag im Atlantik rund 20 Kilometer südlich von Sesimbra. Die beiden Besatzungsmitglieder seien unverletzt geblieben. Die Segler hätten nach der Interaktion umgehend die Behörden in Sesimbra alarmiert. Sie seien zunächst von einem Handelsschiff unterstützt und später vom Seerettungsdienst geborgen worden, hieß es.

Mysteriöses Verhalten

Solche Zwischenfälle waren bis vor wenigen Jahren noch völlig unbekannt. Die ersten Beschädigungen von Segelbooten bei Begegnungen mit den sogenannten iberischen Orcas wurden erst im Pandemiejahr 2020 gemeldet - und oft auch auf Video festgehalten.

Nach der jüngsten Bilanz der Organisation «GT Orca Atlántica» (GTOA) gab es in der Straße von Gibraltar und im westlichen Mittelmeer sowie vor der Küste Portugals und weiter nördlich im Atlantik vor der Nordküste Spaniens und der Westküste Frankreichs zwischen 2020 und Ende August 2024 insgesamt 824 dokumentierte Interaktionen. Bei circa 20 Prozent dieser Fälle seien die Boote schwer beschädigt worden.

Experten rätseln

Forscher sprechen nicht von Attacken, sondern lieber von Begegnungen und Interaktionen. Sie gehen davon aus, dass die Schwertwale nicht in aggressiver Absicht handeln. Die Vorfälle geben den Experten Rätsel auf, denn obwohl Orcas weltweit leben, zeigen bisher nur Tiere in der iberischen Region dieses mysteriöse Verhalten. Es gebe mehrere Theorien, aber noch keine sicheren Antworten, räumen die Wissenschaftler ein.

Die oft bis zu knapp zehn Meter langen und manchmal über sechs Tonnen schweren Orcas sind die größte Art aus der Delfinfamilie. Sie fressen Thunfische, Heringe, Robben, Pinguine und Seevögel und attackieren auch Haie, Delfine sowie andere Wale. Der breiten Öffentlichkeit sind diese Tiere spätestens seit der Filmreihe «Free Willy» bekannt.


Bildnachweis: © -/Kyodo/dpa
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